Ambrosius Volland
Ambrosius Volland auf einer Medaille (Christoph Weiditz, 1533)

Ambrosius Volland (* um 1472 in Markgröningen; † 4. Juni 1551 in Stuttgart) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und württembergischer Politiker.

Leben

Geboren als Kind der adligen Familie Volland bezog er die Universität Tübingen, wo er sich nach einem Studium der Theologie den Rechtswissenschaften widmete. Er promovierte an der Universität Padua zum Doktor der Rechtswissenschaften, bekleidete kurz eine geistliche Stelle in seiner Heimatstadt und zog dann wieder nach Tübingen, wo er sich erneut den Rechtswissenschaften widmete. Hier lernte er Johann von Staupitz kennen, der ihn 1502 als Professor der Rechte an die neu gegründete Universität Wittenberg vermittelte.

Bereits im Sommer 1503 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er 1515 für Herzog Ulrich von Württemberg am Hof Maximilians tätig wurde und 1516 dessen Kanzler wurde. Für den Herzog übernahm er die rechtliche Verfolgung seiner einstigen Berater, half ihm bei der Neuordnung des Herzogtums, wandte sich aber 1522 neuen Aufgaben als Rat des Bischofs von Augsburg Matthäus Lang von Wellenburg zu. Dies brachte ihm den Undank seines alten Dienstherrn ein. Volland erhielt als kaiserlicher Rat 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg von Kaiser Karl V. den Reichsadel mit Wappenbesserung. Ab 1533 übernahm er eine Beraterfunktion des Prinzen Christoph von Württemberg der ihn nach Dienstantritt wieder als Kanzler in Württemberg 1551 an seinem Hof einstellte. Lange wirkte er jedoch für diesen nicht mehr, da er verstarb und seine Witwe und Kinder beinahe mittellos hinterließ. Volland hatte sich unter anderem mit der Gießtechnik beschäftigt und eine brauchbare Brandkugel erfunden.

Literatur


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