Ambuchananiales
Ambuchanania leucobryoides
Systematik
Unterabteilung: Laubmoose i.w.S. (Bryophytina)
Klasse: Torfmoose i.w.S. (Sphagnopsida)
Ordnung: Ambuchananiales
Familie: Ambuchananiceae
Gattung: Ambuchanania
Art: Ambuchanania leucobryoides
Wissenschaftlicher Name der Familie
Ambuchananiceae
Seppelt & H.A.Crum
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Ambuchanania
Seppelt & H.A.Crum
Wissenschaftlicher Name der Art
Ambuchanania leucobryoides
(T.Yamag., Seppelt & Z.Iwats.)
Seppelt & H.A.Crum

Ambuchanania leucobryoides (Syn: Sphagnum leucobryoides) ist ein in Tasmanien endemisches Laubmoos. Es ist nur von wenigen Fundorten bekannt und wurde erst 1988 entdeckt. Das weißlich-grüne, im Erscheinungsbild den Torfmoosen (Sphagnum) ähnliche Moos wächst überwiegend unterirdisch in nassem Sand. Nur die Köpfchen erscheinen an der Bodenoberfläche. Die Art ist die einzige der Familie der Ambuchananiaceae in der Ordnung der Ambuchananiales.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung und Lebensraum

Ambuchanania leucobryoides wächst ausschließlich im Südwesten Tasmaniens und ist hier nur aus zwei Regionen am Wallaby Bay nahe Port Davey sowie am Jane River südlich von Lake St. Clare bekannt. Am Wallaby Bay, der Wuchsort des Holotypus, wächst das Moos in von benachbarten Abhängen herangespülten und abgelagerten, flachen, quarzreichen und fast vegetationsfreien Sanden. Der Jahresniederschlag beträgt über 2000 Millimeter pro Jahr. Der weiße Sand ist immer nass und häufig zusätzlich mit einem über die Oberfläche fließenden Wasserfilm bedeckt. Die Vegetation der Umgebung wird aus Seggenrieden mit dem Buttongras (Gymnoschoenus sphaerocephalus) auf torfigen Böden mit niedrigen pH-Werten zwischen 3,5 und 5,5 gebildet. Am Jane River wächst das Moos in Seggenrieden auf humosen Böden zwischen niedrigwüchsigen Sauergräsern der Gattung Oreobolus.

Merkmale

Ambuchanania leucobryoides ähnelt im Habitus den Torfmoosen. Die Pflanzen bilden bis zu 2 Zentimeter lange spärlich verzweigte und weißlich-grüne Stämmchen, wobei nur die Köpfchen aus dem Boden ragen; der Hauptteil der Pflanze wächst unterirdisch. Die Stämmchen verfügen nicht wie die Torfmoose über einen Zylinder aus Festigungsgewebe (Sklerenchymzellen). Die Ästchen stehen im Gegensatz zu den Arten der Gattung Sphagnum einzeln am Stämmchen und sind nicht zu sogenannten Faszikeln gebündelt. Die Blättchen sind auffällig groß. Die Astblättchen messen bis zu 4,3 Millimeter in der Länge, jene der kurzen Verzweigungen bis zu 8,6 Millimeter. Sie sind stellenweise zweischichtig, jene der Torfmoose sind einschichtig aber wie diese aus verschiedenen Zelltypen aufgebaut: den meist mit Wasser gefüllten Hyalocyten und aus lebenden chloroplastenhaltigen Chlorocyten. Zur Verankerung bilden die Pflanzen Rhizoide. In der Gattung Sphagnum ist dies nur von einer einzigen epiphytischen Torfmoosart bekannt. Die weiblichen Reproduktionsorgane werden nur an den aus dem Substrat herausragenden Köpfchen gebildet, während die männlichen Fortpflanzungsorgane unterhalb der weiblichen seitlich am Stämmchen sitzen.

Systematik

Die Moosart wurde erst 1988 entdeckt und 1990 als Sphagnum leucobryoides T.Yamag., Seppelt & Z.Iwats. beschrieben. 1999 wurde aufgrund seiner deutlich abweichenden morphologischen Merkmale von jenen der Arten der Gattung Sphagnum die neue Gattung Ambuchanania Seppelt & H.A.Crum für diese Art eingeführt. Sie wird in einer eigenen Familie Ambuchananiaceae in ebenso einer eigenen Ordnung Ambuchananiales innerhalb der Sphagnopsida geführt[1]. Molekularbiologische Analysen auf der Basis von 26S rDNA Sequenzen bestätigten im Jahr 2003 die Gattung Ambuchanania als Schwestergruppe der Gattung Sphagnum (Torfmoose) in der Klasse der Sphagnopsida[2].

Gefährdung und Status

Ambuchanania leucobryoides ist aufgrund seiner geografischen Restriktion und der geringen Anzahl von etwa fünf Fundorten in der Roten Liste der weltweit gefährdeten Moose als gefährdet geführt (VU = Vulnerable)[3]. Nach dem „The Threatened Species Protection Act 1995“ Tasmaniens ist das Moos als selten eingestuft und entsprechend geschützt[4]. Die Gefährdungsursachen liegen vor allem im intensiven Abbrennen der umgebenden Seggenriede.

Quellen und weiterführende Informationen

Einzelquellen

  1. A. Jonathan Shaw, Cymon J. Cox & Sandra B. Boles: Polarity of peatmoss (Sphagnum) evolution: who says bryophytes have no roots?. Department of Biology, Duke University, Durham, North Carolina 27708-0338 USA 2003 PDF, abgerufen am 20. September 2007
  2. A. Jonathan Shaw: Phylogeny of the Sphagnopsida based on nuclear and chloroplast DNA sequences. Bryologist 103: 277-306, 2000, Abstract, abgerufen am 20. September 2007
  3. Ben Tan, Patricia Geissler (>), Tomas Hallingbäck, & Lars Söderström: The 2000 IUCN World Red List of Bryophytes. PDF
  4. An Act to provide for the protection and management of threatened native flora and fauna and to enable and promote the conservation of native flora and fauna. [1], Taxa of native flora and fauna which are rare [2]

Weblinks

  • Fact sheet zu Sphagnum leucobryoides, von Dr. T. Yamaguchi, 2002 PDF, abgerufen am 20. September 2007
  • Janice M. Glime: Bryophyte Ecology. Volume 1. Physiological Ecology. Ebook sponsored by Michigan Technological University and the International Association of Bryologists, 2007. Online PDF, abgerufen am 20. September 2007
  • Fact sheet zu Ambuchanania leucobryoides, 2004 PDF, abgerufen am 20. September 2007

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