Amel
Amel
Armoiries Ambleve.png Flag of None.svg
Amel (Belgien)
Amel
Amel
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Lüttich
Bezirk Verviers
Koordinaten 50° 21′ N, 6° 10′ O50.3541666666676.1694444444445Koordinaten: 50° 21′ N, 6° 10′ O
Fläche 125,15 km²
Einwohner (Stand) 5461 Einw. (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 4770 (Amel, Meyerode)
4771 Heppenbach
Vorwahl 080
Bürgermeister Klaus Schumacher (GI)
Adresse der
Stadtverwaltung
Gemeinde Amel
Wittenhof 10
4770 Amel
Webseite www.amel.be

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Amel (franz. Amblève) ist eine deutschsprachige Gemeinde in Belgien, der Provinz Lüttich und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Amel hat 5.345 Einwohner (Januar 2008) und eine Gesamtfläche von 125,72 km², die zur Hälfte bewaldet ist. Im Verband der fünf deutschsprachigen Gemeinden Ostbelgiens südlich des Hohen Venns nimmt die Gemeinde Amel eine zentrale Lage zwischen den Gemeinden Bütgenbach im Norden, Büllingen im Norden und Osten, Sankt Vith im Süden und der weiter südwärts gelegenen Gemeinde Burg-Reuland ein.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Lage der Gemeinde Amel im Bezirk Verviers

Im Nordwesten grenzt Amel an die französischsprachigen Gemeinden Weismes (französisch Waimes) und Malmedy und ist neben Lontzen eine der beiden deutschsprachigen Gemeinden, die nicht an das Nachbarland Deutschland angrenzen.

Geschichtliches

Der Name Amel ist keltischen Ursprungs und bedeutet Wasser. Geprägt wurde die Siedlungsstruktur durch die Römer von 57 vor Chr. bis 450 nach Chr. Eine Römerstraße durchquerte das Gebiet Amels, die Heerstraße ReimsKöln, sowie die in etwa um 800 erbaute Via Mansuerisca als Verbindung MaastrichtTrier. 1868 wurden die Überreste einer 75 × 30 m² großen römischen Villa freigelegt. In dem Gewässer Amel wurde über Jahrhunderte Gold gewaschen, davon zeugen noch heute die keltisch-römischen Goldseifenhügel. Erstmals urkundliche erwähnt ist Amel um 670 unter Frankenkönig Childerich II.. Die Metzer Annalen nennen die Schlacht bei Amel, die im Jahre 716 zwischen Austrasiern und Neustriern stattgefunden hat, aus der Karl Martell als Sieger hervorging. Zu dieser Zeit wird in Amel bereits eine Kirche erwähnt.

Siehe auch: Ostkantone, die Geschichte der Merowinger

Wirtschaft

Verkehr und Tourismus

Am 28. November 1887 begann der Bahnverkehr auf der Vennbahn auf der Strecke Weismes-St. Vith. 1898 wurden im Bahnhof Montenau bereits 11.500 Fahrkarten verkauft, 1913 waren es 21.134. 1907 musste der Wartesaal im Bahnhof vergrößert werden, außerdem wurde ein zweites Gleispaar gebaut. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde der Eisenbahnverkehr zwar wieder aufgenommen, die alte Bedeutung konnte er aber nicht mehr erlangen. Der Personenverkehr wurde 1954 eingestellt, das alte Bahnhofsgebäude 1972 abgerissen. Am 23. September 1982 befuhr der letzte Güterzug die Strecke, die Gleise wurden 1987 entfernt. Heute verläuft auf der Trasse ein 18 km langer Radwanderweg des RAVeL-Netzes von Weismes nach St. Vith.

Der Kunst- und Waldlehrpfad in Heppenbach ist ein Beispiel für den naturverbundenen Tourismus Ostbelgiens. Schautafeln vermitteln Schönheit und Wert der Tier- und Pflanzenwelt dieser Eifel-Ardennen-Region. Für Kinder sind didaktische Spiele wie das „Baumtelefon“ oder das „Akustikhäuschen“ eingerichtet.

  • Forst- und Landwirtschaft
  • Sägereien
  • Industriegebiet Kaiserbaracke

Orte der Gemeinde

Amel, Born, Deidenberg, Eibertingen, Iveldingen, Halenfeld, Hepscheid, Heppenbach, Herresbach, Medell, Meyerode, Mirfeld, Möderscheid, Montenau, Schoppen, Valender, Wereth.

Iveldingen-Montenau

Iveldingen und Montenau (ca. 500 Einwohner) bilden eine Doppelortschaft. Sie haben zusammen eine Schule und eine Pfarrkirche aus den 1980er Jahren. Die alte Kapelle von 1688 dient heute als Totenkapelle.

Die Amel bei Montenau

Montenau liegt im Ameltal am Rande des Wolfsbusch, einem über 1.000 ha großen Waldgebiet. Die Hauptbaumart sind Nadelhölzer. Laubbäume nehmen rund 1/5 der Fläche ein. Der Name Wolfsbusch deutet auf die frühere Präsenz des Wolfes in den Eifel-Ardennen-Wäldern hin, deren letzte Exemplare im 19. Jahrhundert erlegt wurden. Im Wolfsbusch gibt es auffallend viel große Steine. In früheren Jahrhunderten wurden sie zu Mühlsteinen verarbeitet. Ein Exemplar ist im benachbarten Ondenval auf dem Kirchplatz zu einem Brunnen umgestaltet worden.

Am nordwestlichen Ortsrand liegt das Kloster St. Raphael. 1908 wurde es als Landsitz eines Antwerpener Kaufmanns erbaut. 1928 kaufte der Steyler Orden den Komplex für eine Klosterniederlassung. 1938 findet ein Ausbau als Erholungshaus für Missionare statt, von 1940 bis 1945 ist das Kloster deutsches Wehrmachtslazarett. Danach findet die im Krieg zerstörte Bischöfliche Schule St. Vith (BS) eine vorübergehende Bleibe.

Zur heutigen Klostergemeinschaft gehören derzeit sieben Mitglieder: vier Ordensmänner der Steyler Missionare und drei Schwestern. Ihre Dienste verrichten sie großenteils innerhalb der Gemeinschaft und stellen sich in begrenztem Maß auch Menschen außerhalb des Klosters zur Verfügung. Sie arbeiten eng mit der Bildungsstätte Kloster St.Raphael zusammen. Im Kloster stehen vier Gästezimmern für Menschen zur Verfügung, die eine Zeit der Stille und Besinnung suchen. Die Gäste können für eine Zeit im Kloster mitleben und am Lebens- und Gebetsrhythmus der Gemeinschaft teilnehmen.

Literatur

Weblinks

 Commons: Amel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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