Amenhotep sa Hapu
Amenophis, Sohn des Hapu

Amenophis, Sohn des Hapu (ägyptisch: Amenhotep sa Hapu, in Transkription jmn-ḥtp z3 ḥp.w), lebte zur Zeit der 18. Dynastie (14. Jahrhundert v. Chr.) und stammte aus Athribis im Nildelta. Er war Architekt, Priester, Schreiber und Beamter unter Amenophis III. und starb vermutlich im 35. Regierungsjahr dieses Königs.

Inhaltsverzeichnis

Seine Karriere

Aus der Zeit vor seinem Eintreten in das Beamtentum als Rekrutenschreiber im bereits fortgeschrittenen Alter von 50 Jahren ist wenig bekannt. In seiner Funktion als Rekrutenschreiber leitet er die Bauarbeiten am Gebel-el-Ahmar (Steinbruch bei Heliopolis). Als Amenophis III. in seinem 30. Regierungsjahr sein erstes Sed-Fest feiert, wirkt Amenophis an diesem mit. Für sein kultisches Wirken besonders im Bereich der Tempelbauten, erhält er den Titel eines „Sem-Priester im Goldhaus“.

Nach den Sed-Fest wurde Amenophis wahscheinlich aus der Beamtenlaufbahn pensioniert und als Vermögensverwalter der Prinzessin Sitamun eingesetzt. Weiterhin war er zur selben Zeit „Wedelträger zur Rechten des Königs“, sowie „Rindervorsteher des Amun in Ober- und Unterägypten“.

Die Pläne des Luxor-Tempels und des Tempels von Amenophis III. stammen von ihm, und auch die Pläne der später von Ramses II. vollendeten Säulenhalle im Tempel von Karnak werden ihm zugeschrieben. Sein Einfluss muss schon zu seinen Lebzeiten enorm gewesen sein.

Sein Totentempel

Amenophis hatte am Hügel von Qurnet Murai einen eigenen Totentempel, der sich direkt westlich des Millionenjahrhauses des Herrschers erhebt. Diese 1934/35 ausgegrabene Ziegelanlage war 45 x 110 m groß und besaß drei Sanktuarien. In der Mitte des ersten Hofes befand sich ein 25 x 26 m großes und sehr tiefes Wasserbecken das vom Grundwasser des Nils gespeist wurde. Rings um das Becken waren in Gruben zwanzig Bäume gepflanzt. Die Tempelfront an der Rückseite des Hofes war durch einen Pfeilerportikus geschmückt, der Tempel selbst befand sich leicht erhöht auf einer Terrasse.

Spätere Verehrung

Ptolemaios IV. errichtete einen Tempel über dem Grab von Amenophis, das man in Deir el-Medina vermutet. Hier wurde neben Amenophis auch Imhotep noch bis ins 2. Jahrhundert nach Christus wie ein Gott verehrt, beide als Götter der Heilkunst, jedoch wird Amenophis stets menschlich dargestellt. Die Hauptkultzentren lagen in Qasr el Aguz, Deir el-Bahari, Deir el-Medina und in Karnak.

Literatur

  • C. Robichon/A. Varille: Le temple du scribe royal Amenhotep: fils de Hapou, Fouilles de l'Institut français d'Archéologie Orientale du Caire. 11. Cairo 1936 (Ausgrabungsbericht seines Totentempels)
  • Alexandre Varille: Inscriptions concernant l'architects Amenhotep, fils de Hapou, Cairo 1968

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