Amenophis III
Namen von Amenophis III.

Porträtkopf des Pharaos Amenophis III. mit Nemes-Kopftuch und Doppelkrone; Ägyptisches Museum, Berlin
Eigenname
Image:Hiero_Ca1.svg
M17 Y5
N35
R4
X1 Q3
Bild:Hiero_Ca2.svg
Amenhotep (Amenophis)
Jmn ḥtp
Amun ist zufrieden
Image:Hiero_Ca1.svg
M17 Y5
N35
R4
S38 R19
Bild:Hiero_Ca2.svg
Amenhotepheqawaset
(Amen hotep heqa waset)
Jmn ḥtp, ḥq3 w3ts
Amun ist zufrieden, Herrscher von Theben
Image:Hiero_Ca1.svg
M17 Y5
N35
R4
X1 Q3
R8 S38 N29 S40
Bild:Hiero_Ca2.svg
Amenhotepneterheqawaset
(Amen hotep neter heqa waset)
Jmn ḥtp nṯr ḥq3 w3ts
Amun ist zufrieden, Gott, Herrscher von Theben
Image:Hiero_Ca1.svg
M17 Y5
N35
R4
S38 R19 N5 F44
Bild:Hiero_Ca2.svg
Amenhotepheqawasetiautre
(Amen hotep heqa waset iaut Re)
Jmn ḥtp ḥq3 w3ts j3wt R՚
Amun ist zufrieden, Herrscher von Theben, Erbe des Re
Thronname
M23
X1
L2
X1
Image:Hiero_Ca1.svg
N5 C10 V30
Bild:Hiero_Ca2.svg
Neb-maat-Re
Nb-m3ˁt-Rˁ
Herr der Maat ist Re
M23
X1
L2
X1
Image:Hiero_Ca1.svg
N5
V30
C10 N5
Z1
F44
Bild:Hiero_Ca2.svg
Neb-maat-Re-iaut-Re
Nb-m3ˁt-Rˁ-j3wt-Rˁ
Herr der Maat ist Re, Erbe des Re
Horusname
G5
E1
D44
N28 G17 C10
Bild:srxtail2.GIF
Ka-nechet-cha-em-maat
K3-nḫt-ḫˁ-m-m3ˁ
Starker Stier, der in/als Maat erscheint
G5
E1
D44
S38 S38 S38 S38
Bild:srxtail2.GIF
Ka-nechet-heka-hekau
K3-nḫt-ḥq3-ḥq3w
Starker Stier, Herrscher der Herrscher
Nebtiname
G16
S29 Y5
N35
Y1
O4
Q3
G43 Y1
Z2
S29 W11
D21
V28 D36
N19
Se-men-chepu-segerech-taui
S-mn-hpw-sgrh-t3.w(j)
Der den Gesetzen Bestand gibt, der die Beiden Länder beruhigt
G16
S29 Y5
N35
Y1
O4
Q3
G43 S24
O34
V1 D44
Z4
Se-men-chepu-tsches-herep-taui
S-mn-hpw-ṯs-ḫrp-t3.w(j)
Der den Gesetzen Bestand gibt, der die Beiden Länder verbindet und leitet
Goldname
G8
O29
D36
F23
V28 A24 S22
X1 X1
G21 Z3
Aa-chepesch-huj-settiu
ˁ3-ḫpš-hwj-st.tjw
Mit großer Schlagkraft, der die Asiaten schlägt
G8
O34
O29
D36
O7 X1
I9
N35
X1
I10 X1
N17
Se-aa-hutef-net-dschet
S-ˁ3-ḥwt=f-nt-ḏt
Der sein Haus der Ewigkeit vergrößert
griechisch Amenophis

Amenophis III. (griechisch) bzw. ägyptisch Amenhotep (babylonisch Nimmurja)[1] war ein altägyptischer König (Pharao) der 18. Dynastie (Neues Reich), welcher von um 1388 bis um 1351 v. Chr. regierte (nach Helck 1379–1340, nach Krauss 1390–1353 v. Chr.).

Inhaltsverzeichnis

Familie

Für seine Hauptfrau Teje wurde lange angenommen, dass sie „bürgerlicher“ Herkunft war. Dies geht auf die Cambridge Ancient History zurück, stützt sich vor allem auf die Nachrichtenskarabäen, die nach der Hochzeit in Umlauf gebracht wurden ([…] der Name ihres Vaters ist Juja, der Name ihrer Mutter ist Tuja. Sie ist die Gemahlin eines starken Königs […]). Ihre Eltern waren in Wirklichkeit nicht einfach Juja und Tuja, sondern Juja, Minpriester und Vorsteher der Pferde, Vater des Gottes (nach heutigem Verständnis mit Schwiegervater zu übersetzen), und Tuja (18. Dynastie), oberste Haremsfrau des Amun, aus dem oberägyptischen Achmim. Hierbei handelte es sich um einen Nebenzweig der königlichen Familie, den man möglicherweise bis auf Hatschepsut zurückführen kann. Sie besaßen ein Korridorgrab im Tal der Könige (KV46); dieses wurde 1905 (inklusive Grabschatz) von Theodore M. Davis entdeckt.

Biografie

Jugend

Um 1403 v. Chr. wurde Amenophis III. als Sohn von Thutmosis IV. und einer Nebenfrau Mutemwia geboren. Amenophis III. war dem Sonnenkult um den Gott Aton zugetan, den er auch an seinen Sohn und Nachfolger Amenophis IV. (später Echnaton) weiter gab.

Sein Vater Thutmosis IV. regierte sein Reich von der Stadt Memphis aus. Amenophis III. wuchs im so genannten Haremspalast in Gurob, in der Nähe der Oase Fajum, auf. Hier lernte er die hieratische und die Keilschrift, Lesen und Mathematik. Daneben erhielt er auch eine militärische Ausbildung.

Da sein älterer Bruder früh verstorben war, wurde Amenophis III. im Alter von acht Jahren zum Thronerben ernannt, und er begleitete seinen Vater in den nächsten Jahren auf dessen Kriegszügen. Auch hatte Thutmosis IV. bereits begonnen, durch eine Ehe mit der Tochter des Königs Artama I. ein Friedens-Bündnis mit Mitanni zu schließen, und Amenophis III. sollte diese diplomatische Taktik später erfolgreich fortführen.

Im 10. Amtsjahr starb Thutmosis IV. und hinterließ seinem erst 12-jährigem Sohn ein sehr mächtiges und wohlhabendes Reich. Ägypten erstreckte sich damals „von Karai bis Nahrina“. Karai hieß die sudanesische Region zwischen dem vierten und fünften Katarakt, die bis zu den Goldminen im Osten reichte, und Naharina war der Name des Staates Mitanni am Oberlauf des Euphrat. Das Land war bereits unter Amenophis III. Urgroßvater Thutmosis III. gefestigt und die Grenzen gesichert worden. Daher waren keine militärischen Aktionen zu erwarten. Ägypten konnte ohne Zweifel als Weltmacht bezeichnet werden.

Pharao

So wurde Amenophis III. bereits im Alter von 12 Jahren am 27. Schemu II (15. Mai 1388 v. Chr.) zum Pharao gekrönt.[2] Sein Thronname lautete "Neb-maat-Re" und bedeutet "Der Herr der Wahrheit ist Re". Nach Manetho regierte er 38 Jahre und 7 Monate. Im Jahr seiner Krönung heiratete er die ebenfalls noch sehr junge Teje, die Tochter eines Provinzbeamten aus Achmim. Tejes Vater Juja trug die Titel "Priester und Rindervorsteher des Min" und "Herr von Achmin". Ihre Mutter Tuja war "Sängerin des Amun", "Sängerin der Hathor", "Oberste Haremsdame des Amun" und "Oberste Haremsdame des Min". Amenophis III. erhob seine Schwiegereltern zu neuen Ehren: Juja wurde zum "Vorsteher der Pferde" und "Stellvertreter Seiner Majestät bei der Streitwagentruppe" ernannt, Tuja wurde als "Königliche Mutter der Großen königlichen Gemahlin" gehuldigt. Tejes Bruder Anen erhielt ein hohes Priesteramt und wurde einer der Vertrauten des jungen Pharao.

Aufgrund seiner Jugend wurde seine Mutter Mutemwia zunächst zur Regentin ernannt, später übernahm er dann selbst die Regierungsgewalt.

Als Baumeister

Wie seine Vorgänger betätigte sich der neue Pharao auch als Bauherr. Er begann bereits in seinem zweiten Amtsjahr mit dem Bau seines Grabes im Tal der Könige, ließ die Bauten seines Vaters fertigstellen und erweiterte den Tempel von Karnak. Er errichtete auch den zehnten Pylon des Tempels und, an dessen Südfassade, die größte Statue, die es je in Ägypten gab. Von der ehemals 21 Meter hohen Statue sind heute nur noch die Füße erhalten.

Am gleichen Ort ließ er einen Tempel mit 700 Statuen der Göttin Sachmet zur Abwehr von etwas äußerst Gefährlichem erbauen. Forscher sind der Ansicht, dass damit die Pest gemeint war. Als Beweise für diese Annahme dienen ihnen damals im Lande hastig verscharrte Tote und Pestgebete der Nachbarvölker, in denen kranke Ägypter beschrieben werden.

Auch wurde in Kom el-Hetan ein Totentempel für Amenophis III. erbaut - der größte jemals in Ägypten errichtete Tempelkomplex. Ägyptologen haben erst kürzlich berechnet, dass Amenhoteps Totentempel sogar noch größer gewesen sein muss als der Tempel von Karnak. Kolossalfiguren schmückten den Tempel, und auch heute noch stehen die berühmten Memnonskolosse am alten Ort, wo sie den östlichen Eingangspylon des Tempels markieren.

Ringen um die religiöse Macht

Altägyptische Dekane auf einer Wasseruhr seiner Zeit
1: Tepi-a-Kenmut
2: Cheri-cheped-Kenmut
3: Pehui-djat und Hat-djat
4: Temat-heret-cheret
5: Weschati-Bekati
6: Chentet-heret
7: Chentet-cheret
8: Tjemes-ni-chentet
9: Septi-chenwi
10: Heri-ab wia

Wie bereits sein Vater und sein Großvater förderte er den Sonnenkult der 5. Dynastie und ließ beispielsweise das Sed-Fest ausdrücklich entsprechend alter Schriften feiern. In Heliopolis ließ er einen Kalksteintempel für den Sonnengott errichten. Langsam und geschickt, leitete Amenophis III. einen Kurswechsel in der Religion ein. Dies war insofern wichtig, da die Amun-Priester damals beinahe soviel Reichtum und Macht besaßen wie der König selbst. Außerdem hatten die Priester in den Jahren zuvor so viel Macht bekommen, dass sie sogar Einfluss auf die Thronfolge nehmen konnten. Erst Thutmosis IV. bestimmte sich vor der Sphinx zum Pharao und fragte nicht die Priester Amuns.

Amenophis III. wollte nunmehr den Sonnenkult um Aton der Macht der Amunpriester entgegensetzen. Auch indem er hohe religiöse Ämter von seinen Vertrauten besetzen ließ, versuchte er, die Priesterschaft des Amun unter Kontrolle zu halten. Dabei wurde auch sein engster Vertrauter und Namensvetter Amenophis (Sohn des Hapu), mit höchsten politischen Ämtern geehrt. Später verlegte der Pharao seinen Palast nach Theben, und die Forscher sind heute mehrheitlich der Ansicht, dass der Herrscher damit die nach wie vor starke Macht der Priester des Amuntempels entschiedener beschneiden wollte. In zahllosen Tempeln ließ er von sich eine Statue neben denen der anderen Götter aufstellen. Auf den Inschriften stand jeweils "Amenophis, geliebt von…". Es folgte der jeweilige Göttername. Sein Machtanspruch ließ er auch dadurch ausdrücken, indem Götterstatuen sein Gesicht erhielten.

Weiterhin fällt auf, dass der Pharao zahlreiche weibliche Götterstatuen aufrichten ließ. Ursache dafür war seine Verehrung der Göttin Maat, der Tochter des Sonnengottes, die für Ordnung und Harmonie verantwortlich war und die Symbolfigur für die Macht eines Pharao war.

Der Pharao erschien in den Reliefs häufig in Begleitung von Göttinnen. Auch die weiblichen Mitglieder der Familie wurden mit ihm auffallend oft dargestellt.

Familienpolitik

Im 10. Regierungsjahr vermählte sich Amenophis III. mit der mitannischen Prinzessin Kiluchepa. Diese traf, als erste von mehreren ausländischen Bräuten, mit einem Gefolge von 317 Frauen in Ägypten ein. Diese Heirat festigte erneut das Bündnis zwischen Mitanni und Ägypten.

Im Jahr nach dieser Eheschließung ließ Amenophis III. einen See für Königin Teje anlegen. Dies scheint wohl ein Gunstbeweis des Pharaos an seine Hauptgemahlin gewesen sein, um ihr zu zeigen, dass ihre Position als Königin unanfechtbar sei. Teje besaß zu diesem Zeitpunkt bereits große Macht und Einfluss.

Das 13. Amtsjahr kann man als Höhepunkt seiner Herrschaft bezeichnen. Die Bevölkerungszahl betrug damals schätzungsweise drei bis vier Millionen. Die Verwaltungshauptstadt war zwar Memphis, doch die größte Stadt des Landes war Theben. Amenophis III. hatte sich wohl schon immer zu dieser Stadt hingezogen gefühlt. Während seiner Regierung ließ er mehrere Teile von Theben neu gestalten und ordnen. Nach fast dreißig Regierungsjahren zog Amenophis III. mit seinem Hofstaat endgültig nach Theben und ließ dort am Westufer den "Palast der leuchtenden Sonne" erbauen. Später wurde der Palast mit dem arabischen Namen Malkata benannt "der Ort, an dem man Dinge aufsammelt". Damit war der antike Schutt gemeint, der überall auf dem 30 Hektar großen Gebiet zu sehen ist. Das gigantische Bauprojekt war zur Zeit von Amenophis III. Tod offenbar noch nicht abgeschlossen.

In seinem 30. Regierungsjahr ließ Amenophis III. das erste seiner drei großen Feste, das sog. Sed-Fest zum Regierungsjubiläum feiern. Zu diesem Anlass erklärte er sich auch zum lebenden Gott Ägyptens, zum Ebenbild und Stellvertreter des Sonnengottes Aton auf Erden. Gleichzeitig nahm er seine Tochter Sitamun zur Frau und verlieh ihr den Rang einer Großen Königlichen Gemahlin. Diesen Titel trugen ebenfalls seine Frau Teje und seine Mutter Mutemwia. Dass drei königliche Frauen diesen Titel trugen hatte folgenden Grund: Als Sonnengott musste Amenophis III. mit der vereinten Macht dreier Generationen von königlichen Gemahlinnen umgeben sein. Diese Gruppe symbolisiert die Rollen der Göttin Hathor – als Mutter, Ehefrau und Tochter. Daher wird auch vermutet, dass die Ehe zwischen Amenhotep und seiner Tochter nicht vollzogen wurde.

Um das Jahr 1360 v. Chr., also im 32. Amtsjahr starben Mutemwia, die Mutter des Pharaos, und Tejes Bruder Anen. Der Bestattungsort von Mutemwia, die jahrelang als Regentin für Amenophis III. mitregiert hatte, ist unbekannt. Anen wurde wohl in seinem thebanischen Grab (TT 120) bestattet.

Zur Sicherung der Position seines Landes verfolgte Amenophis III. weiter seine Heiratspolitik und ging Ehen mit ausländischen Prinzessinnen ein, um die Verbundenheit der Staaten zu zeigen. Darunter war Taduchepa, die Tochter des Mitannikönigs Tušratta, die somit eine Nichte Kiluchepas war. Auch nahm Amenophis III. nach dem Tod seiner Mutter, seine Tochter Isis zur Frau und nun gab es wieder drei Große Königliche Gemahlinnen.

Da König Kadaschman-Enlil I. von Babylon Amenophis III. bereits eine seiner Töchter zur Frau gegeben hatte, hielt er nun im Gegenzug um eine ägyptische Prinzessin als Braut an. Doch es wurde ihm gesagt, dass “seit Urzeiten noch nie die Tochter eines Königs von Ägypten irgendjemand zur Frau gegeben worden ist”.

Kunst

Relief des Amenophis III. (aus einem Grab in Theben-West)

Kunst und Kultur erfuhren unter Amenophis III. eine neue Blütezeit. Vor allem die Kunst des Rundbilds wurde gepflegt, sodass aus der Zeit dieses Herrschers besonders viele Statuen sowohl königlicher als auch privater Skulptur erhalten sind. Dabei zeigt sich im königlichen Bereich ein in der ägyptischen Kunst zuvor ungekanntes Breitenspektrum: Die Rundbilder des Königs rangieren hinsichtlich der Größe von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Metern, der König zeigt sich in verschiedensten Ornaten, wobei in der späten Periode auch Einflüsse aus Mesopotamien erkennbar sind. Gegen Ende seiner Regierungszeit ließ sich Amenophis III. auch in recht naturalistischer Art und Weise als bejahrten und korpulenten Mann darstellen - diese ungeschönte Ausdrucksform wurde später durch seinen Sohn Echnaton schließlich auf die Spitze getrieben. Die nicht minder reiche Privatplastik jener Zeit lehnt sich vor allem in der Gestaltung des Gesichtes an die königlichen Rundbilder an.

Militär

Die Macht Ägyptens war so gefestigt, dass Amenophis III. keine Kriege zu führen brauchte. Allein 1387 v. Chr. zog er gegen das aufständische Nubien und besiegte die Rebellen. Es sollte der einzige bedeutende Kriegszug seiner Amtszeit bleiben, von dem überdies nicht einmal geklärt ist, ob der König selbst daran teilnahm. Wahrscheinlicher ist, dass er die Niederwerfung des Aufstandes seinen Heerführern und dem von Ägypten eingesetzten Vizekönig von Kusch überließ.

Der Pharao verwendete zwar die Mittel, die früher in militärische Unternehmungen geflossen waren, für seine gigantischen Bauprojekte, doch obwohl Amenophis III. keine nennenswerten Feldzüge führen musste, vernachlässigte er seine Streitkräfte keineswegs. Das Land lebte zwar in Frieden, doch mussten die Grenzen und Handelsstraßen geschützt werden. Er scheint der erste ägyptische König gewesen zu sein, der die Streitwagen zu einem eigenständigen Truppenteil werden ließ. Auch wurde zur selben Zeit wahrscheinlich erstmals berittene Truppen eingesetzt. Das Heer wurde unterteilt in Züge, Kompanien und Divisionen. Eine Kompanie bestand aus etwa 250 Soldaten, eine Division konnte bis zu 5000 Mann umfassen. An Waffen besaßen sie sichelförmige Schwerter, Dolche und Bogen. Erste Rüstungen tauchten in dieser Epoche auf.

Wohlstand

Der Frieden unter seiner Herrschaft sorgte für den Wohlstand des Landes und das Volk hielt dies für einen direkten Beweis der göttlichen Fähigkeiten ihres Pharaos. Es war ein goldenes Zeitalter und das Land stand in seiner Blüte. Man bezeichnete seine Regierungszeit als ein goldenes Zeitalter und Amenophis III. war für seine Untertanen der goldene König.

Verwaltung

Der Wohlstand des Landes wurde durch eine effektive Verwaltung garantiert. Zahlreiche Verwaltungsbeamte sind bis in unsere Gegenwart bekannt, weil Amenophis diese auf zahllosen Bildern darstellen ließ und viele Beamte prachtvolle Gräber erhielten. Amenophis III. ernannte wie schon manch seiner Vorgänger ihm ergebene und besonders ausgezeichnete Soldaten zu Beamten des Landes und schuf sich damit eine treue Landesverwaltung. Einen derartigen Karrierebeginn hatte auch Eje II. diesem Pharao zu verdanken, dem er nach Ansicht der Forscher schon in seinen späten Regierungsjahren zum Ratgeber wurde.

Die Ämter der Beamten waren erblich, aber man konnte auch wegen guter Leistungen in hohe, ja höchste Positionen gelangen. So war schon der angesehenste Beamte des Pharao aus einfachen Verhältnissen aufgestiegen und wurde später sogar als Gott verehrt. Ein wichtiger Beamter war Amenophis (Sohn des Hapu), Rekrutenschreiber, Vorsteher der Arbeiten des Königs und schließlich Verwalter der königlichen Tochter und Gemahlin Sitamun. Er hatte das einmalige Privileg, einen eigenen Totentempel errichten zu dürfen (Medinet Habu). Alle diese Beispiele dürften auch Eje II. in seinem grenzenlosen Ehrgeiz bestätigt haben.

Zu erwähnen ist, dass der Schwager Amenophis III., Anen, 2. Prophet des Amun war.

Handelsbeziehungen zur Ägäis

In der Ortsnamenliste werden mehrere Orte der Ägäis genannt, mit denen offenbar Handelsbeziehungen bestanden:

Ende der Regierungszeit

Luxor, Westbank (Westufer), vor dem Tal der Könige: Die Memnonkolosse - Wächterfiguren vor dem nicht mehr vorhandenen Totentempel Amenophis III.

Teje und Amenophis III. hatten mehrere Kinder. Der älteste Sohn und Thronerbe war Thutmosis und sollte der 5. Pharao dieses Namens werden. Doch im 27. Regierungsjahr starb der junge Prinz,. Eine nähere Todesursache ist nicht bekannt, da seine Mumie bisher noch nicht identifiziert werden konnte.

Für Amenophis III. war der Tod des ältesten Sohnes und Thronerben wahrscheinlich ein schwerer Schlag, da er all seine Hoffnungen in ihn gesetzt haben musste. Thronerbe wurde nun sein gleichnamiger und zweiter Sohn Amenophis IV., der sich später in Echnaton umbenannte.

Wie viele seiner Vorgänger ließ der Pharao sich bereits zu Lebzeiten einen Totentempel errichten. In Kom el-Hetan wurde er gebaut. Historiker vermuten, dass der Tempel, von dem nur Reste erhalten geblieben sind, größer war als der Tempel in Karnak. Die berühmten Memnonkolosse am östlichen Pylon legen noch heute Zeugnis vom Tempel ab. Im Süden befand sich eine Doppelstatue, die den Herrscher mit seiner Frau Teje zeigen. Zu ihren Füßen saßen drei Töchter. Im Sonnenhof standen mehrere Statuen des Pharaos, die ihn als Osiris zeigten. Der Totentempel wurde regelmäßig von den Nilwassern überflutet, und dieser Effekt war auch erwünscht. Wenn die Fluten zurückgingen, verstand man das als Zeichen einer symbolischen Neuerstehung des Tempels in Form einer Wiedergeburt.

In seinem 38. Regierungsjahr etwa um 1354 v. Chr. starb Amenophis III. schließlich im Alter von fast 50 Jahren.

Grabstätte

Seine Grabstätte lässt sich Amenophis III. in einem westlichen Seitental des Tals der Könige anlegen. Daher ist die heutige Bezeichnung "WV 22" (West-Valley) statt "KV".
In der 21. Dynastie wurde die Mumie neu in Binden eingewickelt, nachdem sie von Grabräubern beschädigt worden war, und im Grab seines Großvaters Amenhotep II. wieder bestattet.

Die stark beschädigte Mumie von Amenophis III. wurde deshalb im Grab des Amenophis II. gefunden. Die Zuordnung ist jedoch sehr zweifelhaft, da sie im Sarg eines Ramses lag, bedeckt mit dem Sargdeckel des Sethos II..

Literatur

  • Joann Fletcher: Sonnenkönig vom Nil: Amenophis III. Die persönliche Chronik eines Pharao. München 2000
  • Arielle P. Kozloff, Betsy M. Bryan, Lawrence M. Berman: Egypt's dazzling sun: Amenhotep III and his world, Cleveland: Cleveland Museum of Art in cooperation with Indiana University Press; Bloomington, IN: Distributed by Indiana University Press 1992, ISBN 0-940717-17-4
  • Werner Peek: Zu den Gedichten auf dem Memnonskoloss von Theben (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 5), 1934, S. 95-110
  • Alexandre Piankoff / Erik Hornung: Das Grab Amenophis' III im Westtal der Könige Mitteilungen des deutschen archäologischen Instituts Abteilung Kairo (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 17), 1961, S. 111-127
  • Ali Radwan: Amenophis III., dargestellt und angerufen als Osiris (wenen-neferu) (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 29), Zabern Verlag Main 1973, S. 71-76
  • Dietrich Klemm / Rosemarie Klemm / L. Steclaci: Die pharaonischen Steinbrüche des Silifizierten Sandsteins in Ägypten und die Herkunft der Memnon-Kolosse (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 40), Zabern Verlag Mainz 1984, S. 207-220
  • Rainer Stadelmann: Die Herkunft der Memnon-Kolosse: Heliopolis oder Aswan? (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 40), Zabern Verlag Mainz 1984, S. 291-296
  • Rainer Stadelmann / Hourig Sourouzian: Der Totentempel Amenophis' III. in Theben: Grabungen und Restaurierung am Kom el-Hettan (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 57), Zabern Verlag Mainz 2001, S. 271-280
  • Hourig Sourouzian / Rainer Stadelmann: The Temple of Amenhotep III at Thebes: Excavation and Conservation at Kom el-Hettân; (Second report on the third and fourth seasons in 2000/2001 and 2002) (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 59), Zabern Verlag Mainz 2003, S. 425-446. ISBN 3-8053-3104-5
  • Hourig Sourouzian / Rainer Stadelmann u.a.: The Temple of Amenhotep III at Thebes: Excavation and Conservation at Kom el-Hettân; Third Report on the Fifth Season in 2002/2003 (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 60), Zabern Verlag Mainz 2004, S. 171-263. ISBN 3-8053-3353-6
  • Raphael Giveon: Amenophis III. in Athribis (Göttinger Miszellen 9), Göttingen 1974, S. 25-26
  • Jürgen Osing: Zur Koregenz Amenophis III - Amenophis IV. (Göttinger Miszellen 26), Göttingen 1977, S. 53-54
  • Marianne Eaton-Krauss / Biri Fay: Beobachtungen an den Memnonskolossen (Göttinger Miszellen 52), Göttingen 1981, S. 25-30
  • Manfred Görg: Ein Siegelamulett Amenophis III. aus Palästina (Göttinger Miszellen 60), Göttingen 1982, S. 41-42
  • Wolfgang Helck: Zur Verfolgung einer Prinzessin unter Amenophis III. (Göttinger Miszellen 62), Göttingen 1983, S. 23-24
  • Manfred Görg: Weitere Bemerkungen zur Geschenkliste Amenophis' III. (EA 14) (Göttinger Miszellen 79), Göttingen 1984, S. 15-16
  • Jürgen von Beckerath: Einige Bemerkungen zu der vermuteten Koregenz Amenophis' III. und IV. (Göttinger Miszellen 83), Göttingen 1984, S. 11-12
  • Manfred Görg: Zu einigen mesopotamischen Toponymen in der Liste Amenophis' III. im Tempel von Soleb' (Göttinger Miszellen 94), Göttingen 1986, S. 39-40
  • Manfred Görg: "Byblos" im Totentempel Amenophis' III. (Göttinger Miszellen 98), Göttingen 1987, S. 45-46
  • Nicholas B. Millet: Some Canopic Inscriptions of the Reign of Amenhotep III. (Göttinger Miszellen 104), Göttingen 1988, S. 91-94
  • Wolfgang Helck: Der Amtsbereich des Vezirs Ramose unter Amenophis III. (Göttinger Miszellen 129), Göttingen 1992, S. 53-54
  • Thomas Schuller-Götzburg: Zur Vergöttlichung Amenophis III. in Ägypten (Göttinger Miszellen 135), Göttingen 1993, S. 89-96
  • Roland Tefnin: Amenophis III sur son traineau: Mise en abyme et/ou cryptogramme? (Göttinger Miszellen 138), Göttingen 1994, S. 71-80
  • James P. Allen: Further Evidence for the Coregency of Amenhotep III and IV? (Göttinger Miszellen 140), Göttingen 1994, S. 7-8

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Es liegen verschiedene Schreibweisen vor: Ni-im-mu-u-re-ja, Ni-im-mu-re-ja, Ni-mu-wa-re-ja, Nim-mur-ja, Ni-im-mu-u-ri-i-a(š). Vgl. hierzu Erich Ebeling Reallexikon Assyriologie S. 320.
  2. Siegfried Schott: Altägyptische Festdaten. Verlag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz/Wiesbaden 1950, S. 94.



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