Amerikalinie

Amerikalinie ist die inoffizielle Bezeichnung einer Eisenbahnstrecke mit heute vorwiegend regionaler Bedeutung im Norden Deutschlands. Sie verläuft in ostwestlicher Richtung und verbindet Stendal in Sachsen-Anhalt mit der Hansestadt Bremen. Dabei verbindet sie die größeren Städte Salzwedel, Uelzen und Soltau miteinander.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Amerikalinie entstand als Kernstück einer Direktverbindung Magdeburgs und vor allem Berlins mit den Nordseehäfen. Ihren umgangssprachlichen Namen erhielt die Verbindung, weil auf ihr viele Auswanderer aus den östlichen Teilen des Deutschen Reiches nach Bremerhaven fuhren, wo an der Columbuskaje Anschluss an Auswandererschiffe nach Amerika bestand. In der Gegenrichtung fuhren viele mit Frischfisch beladene Güterzüge von Bremerhaven in die Reichshauptstadt. Da Kaiser Wilhelm II. gelegentlich auf dieser Strecke von Berlin aus zu den Marinestützpunkten an der Nordsee fuhr, ist manchmal auch von der Kaiserlinie die Rede. Auf der Amerikalinie fuhren einzelne Schnellzüge in den Relationen Berlin–Wilhelmshaven und Berlin–Norddeich. Der Abschnitt zwischen Langwedel und Uelzen wurde als Bremer Staatsbahn gebaut, den Abschnitt zwischen Stendal und Uelzen legte die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft an, die auch bis zu ihrem Aufgehen in der Preußischen Staatsbahn den Betrieb auf dem westlichen Streckenteil durchführte.

Heutige Bedingungen

Die Bedeutung der Strecke 1960 (KBS 116 - Amerikalinie) steigt heute wieder. Das liegt zum einen am neuen JadeWeserPort Tiefwasserhafen und zum anderen an den weiter steigenden Gütermengen der Bremer Häfen für die diese Strecke eine direkte Verbindung Richtung Osten/Südosten darstellt. Aus diesem Grund wird die DB Netz AG in der zweiten Jahreshälfte 2012 den bis jetzt bei der Instandhaltung vernachlässigten Westteil zwischen Langwedel und Uelzen komplett sperren und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchführen, unter anderem werden 36 km Gleise erneuert. Eine Elektrifizierung dieses Abschnittes ist aber noch nicht in Sicht.[1]

Der Ostteil der Amerikalinie nimmt zudem auch noch Anteile des Güterverkehraufkommens des Hamburger Hafens Richtung Osten/Südosten auf und dient als Umleitungsstrecke für die Magistrale HamburgBerlin. Hier erwägt man deshalb den Bau eines zweiten Gleies an der eingleisigen elektrifizierten Strecke. (Bundesverkehrswegeplan)

Die gesamte Strecke wird außerdem von Regionalbahnzügen im Personenverkehr genutzt.

Betrieb

Das niedersächsische Uelzen an der Bahnstrecke Hamburg–Hannover stellt den geografischen Mittelpunkt der „Amerikalinie“ dar, an dem die Strecke entwicklungsgeschichtlich, betrieblich und fahrplantechnisch in die heute elektrifizierte und ausgebaute Bahnstrecke Stendal–Uelzen sowie die größtenteils nicht-elektrifizierte Bahnstrecke Uelzen–Langwedel (kurz „Uelzener Bahn“) unterteilt wird.

Streckenverlauf

Siehe auch

Literatur

  • Ralf Roman Rossberg: Grenze über deutschen Schienen 1945-1990. 2. Auflage, EK-Verlag, Freiburg 1991, ISBN 3-88255-829-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Netzfahrplan-Baukorridore 2012

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