Amerikanische Siedlung
HICOG-Siedlung (1952)
Wohnhäuser

Die HICOG-Siedlung Plittersdorf (häufig „Amerikanisches Viertel“) ist ein 1951 errichtetes Wohnviertel im Bonner Stadtteil Plittersdorf.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Stimson Memorial Chapel, Kirche an der Kennedyallee

Die HICOG-Siedlung liegt im Norden des Stadtteils Plittersdorf und grenzt an die Bonner Rheinaue an. Sie erstreckt sich zwischen den Straßen Kennedyallee, Kolumbusring, Steubenring, Europastraße und Martin-Luther-King-Straße.

Geschichte

Nachdem Bonn die Hauptstadtfrage nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 für sich entscheiden konnte, wurde die Dienststelle des amerikanischen „High Commissioner of Germany“ (HICOG) bis 1952 von Frankfurt am Main nach Bonn verlegt. Um die Mitarbeiter der Behörde unterbringen zu können, sollten mehrere Siedlungen errichtet werden, unter anderem in Muffendorf, Tannenbusch und Plittersdorf.

Die Plittersdorfer Siedlung entstand 1951 in einer Bauzeit von nur neun Monaten. Geplant wurde sie von den Architekten Otto Apel, Letocha, Rohrer, Herdt und Ruf. Sie umfasste 500 Wohnungen, die in Form von dreigeschossigen Zeilenwohnbauten im kubischen Stil errichtet wurden und teilweise in sich gestaffelt waren. Die durch die Siedlung führenden Straßen sind wie in Amerika im Vergleich zu Deutschland außergewöhnlich breit und bilden einen Kontrast zu den umliegenden Wohnvierteln.

„Bonn International School“ im Osten der Siedlung

In der Siedlung entstand mit der Zeit eine komplette Versorgungsinfrastruktur, die ein eigenes Heizkraftwerk, eine eigene Kirche und einen eigenen Kindergarten umfasste. Im Osten der HICOG-Siedlung wurde in den 1950er-Jahren eine Schule gebaut („American High School“).

Nachdem die Alliierte Hohe Kommission und die HICOG aufgelöst wurden, waren die Bewohner vor allem Angehörige der US-Botschaft im Süden des Stadtteils Rüngsdorf. Im Zweiten Golfkrieg glich die Siedlung beinahe einer Festung.

Bis Mitte der 1990er-Jahre bestand die Siedlung, aufgelöst wurde sie auch wegen des Umzugs der US-Botschaft nach Berlin, der durch den Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 ausgelöst wurde. Nach einer umfassenden Sanierung wird die Siedlung heute privat genutzt. Die ehemalige „American High School“ wurde abgerissen und von 2004 bis 2006 als „Bonn International School“ wieder aufgebaut; Anfang 2006 wurde die Schule von etwa 400 Schülern aus 60 Nationen besucht, die vor allem aus den in der Region ansässigen internationalen Institutionen stammen.

Literatur

  • Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 112.

Weblinks

50.7052777777787.15611111111117Koordinaten: 50° 42′ 19″ N, 7° 9′ 22″ O


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