Amgen
Amgen Inc.
Logo der Amgen Inc.
Rechtsform Incorporated
ISIN US0311621009
Gründung 1980
Sitz Thousand Oaks, USA
Leitung Kevin W. Sharer, Chairman, President & CEO
Mitarbeiter 17.000 (2011)

[1]

Umsatz ca. 15 Mrd. USD (2010)

[2]

Branche Biotechnologie
Produkte Enbrel®
Epogen®/Aranesp®
Neupogen®/Neulasta®
Prolia®/XGEVA®
Website www.amgen.com
www.amgen.de

Das Biotechnologieunternehmen Amgen wurde 1980 als AMGen (Applied Molecular Genetics) gegründet. Amgen ist mit ca. 17.000 Mitarbeitern das weltweit größte Biotechnologieunternehmen mit einem Jahresumsatz von ca. 15 Milliarden US-Dollar. Seit 1983 ist Amgen unter dem Symbol AMGN an der US-amerikanischen Technologiebörse NASDAQ gelistet. Neben dem Hauptsitz in Thousand Oaks (Kalifornien) und diversen Niederlassungen in den USA (u. a. in Seattle (Washington), San Francisco (Kalifornien) und Cambridge (Massachusetts)) hat das Unternehmen Niederlassungen in Kanada, Europa (u. a. Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und England) sowie in Australien, Neuseeland und Japan. Die Europazentrale befindet sich im schweizerischen Zug. Die für die osteuropäischen Länder verantwortliche Zentrale ist in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Biotechnologie

Der Erfolg von Amgen gründet sich auf der Anwendung der rekombinanten DNA-Technologie oder auch Biotechnologie genannt. Diese ermöglicht es, humane Proteine mithilfe von Mikroorganismen zu produzieren. Dieser Technologie bedienen sich auch andere große Biotechnologieunternehmen, wie z.B. Biogen Idec, Genentech und Genzyme.

Medikamente

Amgen führte zwei der ersten in Mikroorganismen produzierten humanen Therapeutika zur Marktreife: 1989 wurde Epogen® (Epoetin alfa) und 1991 Neupogen® (Filgrastim) von der amerikanischen Zulassungsbehörde (englisch Food and Drug Administration, FDA) zugelassen. Diese beiden Medikamente entwickelten sich zu den ersten Blockbustern der Biotechnologieindustrie.

Epogen® beinhaltet als Wirkstoff das Hormon Erythropoetin alpha, welches normalerweise in interstitiellen Zellen der Tubuli bei Abfall des Sauerstoffpartialdrucks in der Nierenrinde gebildet wird und die Produktion neuer Erythrozyten im Knochenmark fördert. Epogen® wird deshalb zur Behandlung von Blutarmut (Anämie) in Zusammenhang mit chronischen Fehlfunktionen der Nieren bei Dialysepatienten verschrieben. Weiterhin wird es - missbräuchlich - als Dopingmittel im Sport eingesetzt.

Neupogen® (G-CSF oder auch Filgrastim) und das im Jahre 2002 zugelassene Neulasta® (Pegfilgrastim, also pegyliertes Filgrastim) werden u. a. angewendet, um Infektionen im Zuge einer Chemotherapie-induzierten Neutropenie entgegenzuwirken.

Bei dem 1998 zugelassenen Enbrel® (Etanercept) handelt es sich um einen TNF (Tumor Necrosis Factor)-Antagonisten, der zur Behandlung von entzündlichen Prozessen eingesetzt wird, die z. B. im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis oder der Schuppenflechte (Psoriasis) auftreten. In Deutschland wird Enbrel® von Wyeth vertrieben, einem Unternehmen, das 2009 von Pfizer gekauft wurde.[3]

Im Jahre 2001 wurde Aranesp® (Darbepoetin alpha) zur Behandlung von Blutarmut bei chronischem Nierenversagen und nach Chemotherapie zugelassen. Im gleichen Jahr kam mit Kineret® (Anakinra) das erste Medikament aus Reihe der antirheumatischen Medikamente von Amgen auf den Markt. (Enbrel® kam durch den Zukauf der Immunex Corporation ins Amgen Portfolio.)

Ein weiteres von Amgen entwickeltes Medikament ist der humane Keratinozyten-Wachstumsfaktor (KGF) Kepivance® (palifermin), der zur Behandlung von Patienten mit oraler Mukositis, also einer Entzündung der Mundschleimhaut, die als Nebenwirkung von Chemotherapien auftreten können, zur Anwendung kommt.

2004 wurde das Präparat Sensipar® (Cinacalcet HCl) von der FDA zugelassen. Sensipar® (in der EU unter dem Namen Mimpara® zugelassen) verringert die Freisetzung von Parathormon aus den Nebenschilddrüsen und wird zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei Patienten mit chronischen Nierenkrankheiten und erhöhten Kalziumwerten im Blut (Hyperkalzämie) bei Patienten mit Tumoren der Nebenschilddrüse (Parathyroidea) eingesetzt.

2009 wurden Nplate® (Romiplostim) zur Behandlung der ITP (idiopathische thrombozytopenische Purpura), auch Morbus Werlhof genannt, und Vectibix® (Panitumumab) zur Behandlung von Darmkrebs zugelassen.

Prolia® (ein Monoklonaler Antikörper namens "Denosumab") wurde im Mai 2010 in der EU zur Behandlung der Osteoporose zugelassen.[4] Kurz darauf hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) Denosumab für die USA zugelassen.[5]

Die FDA hat im November 2010 Denosumab (Handelsname: XGEVA®) für die USA zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Patienten mit Knochenmetastasen durch solide Tumore zugelassen.[6] Im Juli 2011 hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) für die EU XGEVA® die Zulassung zur Prävention von skelettbezogenen Komplikationen bei Knochenmetastasen durch solide Tumoren erteilt.[7]

Galenus von Pergamon-Preis (Prix Galien)

In 2011 erhielt Amgen für zwei Medikamente den Galenus von Pergamon-Preis (Prix Galien): Der monoklonale Antikörper Denosumab (Prolia®) ist Preisträger in der Kategorie Primary Care; Preisträger in der Kategorie Specialist Care ist das Protein Romiplostim (Nplate®).[8]

Quellen

  1. Amgen (2011): Amgen Fact Sheet. Abgerufen am 6. März 2011.
  2. Amgen (2011): Amgen Press Release. Abgerufen am 29. Januar 2011.
  3. Pfizer, Inc. (2009): Pfizer to Acquire Wyeth, Creating the World's Premier Biopharmaceutical Company. Abgerufen am 21. März 2010.
  4. Prolia(R) (Denosumab) Granted Marketing Authorization in the European Union, Pressemitteilung vom 28. Mai 2010
  5. FDA Approves Amgen's Prolia(TM) (Denosumab) for Treatment of Postmenopausal Women With Osteoporosis at High Risk for Fracture, Pressemitteilung vom 1. Juni 2010
  6. FDA Approves Amgen's XGEVA® (Denosumab) for the Prevention of Skeletal-Related Events in Patients with Bone Metastases from Solid Tumors, Pressemitteilung vom 18. November 2010
  7. XGEVA® (Denosumab) Granted Marketing Authorization in the European Union, Pressemitteilung vom 15. Juli 2011
  8. Galenus-von-Pergamon-Preis 2011 für drei Spitzenleistungen in der Pharmakologie vergeben, Pressemeldung von Springer Medizin

Weblinks


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