Ami Ayalon
Ami Ajalon

Ami Ajalon (hebräisch ‏עמי איילון‎; * 27. Juni 1945 in Tiberias, Palästina) ist ein israelischer Politiker, Friedensaktivist und Mitglied der Knesset für die Arbeitspartei Awoda. Am 12. Juni 2007 unterlag er in einer Stichwahl Ehud Barak um den Vorsitz der israelischen Arbeitspartei. Daneben war Ajalon Admiral und Oberbefehlshaber der israelischen Marine sowie von Februar 1996 bis Mai 2000 Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet (שב).

Leben und Werk

Ajalon, Nachkomme einer ungarischen zionistischen Pioniersfamilie, wurde 1945 in der Nähe von Tiberias geboren.[1] 1963 trat Ajalon als Freiwilliger in die Israelische Marine ein, wo er eine fast 32-jährige Karriere als Mitglied der Eliteeinheit Schajetet 13 startete.[2] Im Jahr 1969 wurde seine Einheit gemeinsam mit Sajeret Matkal im Rahmen der Operation Butmus, dem Angriff auf die befestigte sogenannte „Grüne Insel“ in Ägypten, mit der höchsten militärischen Auszeichnung dekoriert. Er selbst wurde später mehrfach befördert und 1979 schließlich zum Kommandeur von Schajetet 13 ernannt. In dieser Funktion leitete er diverse militärische Operationen, für deren Verdienste er mit weiteren Orden ausgezeichnet wurde.

Ajalon absolvierte 1980 ein Studium der Sozialwissenschaften an der Bar-Ilan-Universität mit einem Bachelor of Arts, sowie 1992 ein Managementstudium an der Harvard University mit einem Master of Public Administration. 1992 wurde er in den Rang eines Admirals und zum Oberbefehlshaber der israelischen Marine erhoben, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 bekleidete.[3] Nach dem Mord an dem israelischen Premierminister Jitzchak Rabin übernahm Ajalon von 1996 bis 2002 den Chefposten des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet.

Am 25. Juni 2003 startete Ajalon zusammen mit dem palästinensischen Professor der Al-Quds-Universität von Ost-Jerusalem, Sari Nusseibeh, die Friedensinitiative „Des Volkes Stimme“. Ziel dieser Bewegung ist es, die Öffentlichkeit für die sogenannte Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern zu mobilisieren, ohne das Recht auf die Rückkehr für palästinensische Flüchtlinge, jedoch mit einem eigenen Staat im Gazastreifen und im Westjordanland mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.[4]

2006 wurde Ajalon als Mitglied der Awoda in die Knesset, das israelische Parlament, gewählt. Nach 14 Monaten Abgeordnetenerfahrung kandidierte er im Juni 2007 um den Vorsitz der israelischen Arbeitspartei, verlor jedoch am 12. Juni 2007 in einer Stichwahl gegen Ehud Barak.[2] Im September des gleichen Jahres wurde er zum Minister ohne Geschäftsbereich berufen.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. http://www.medbridge.org/showpage.php/de/3/1/page.html – abgegriffen am 19. Juni 2007
  2. a b vgl. Thorsten Schmitz in Süddeutsche Zeitung Nr. 130 vom Samstag/Sonntag, 9./10. Juni 2007; Seite 4
  3. vgl. http://www.knesset.gov.il/mk/eng/mk_eng.asp?mk_individual_id_t=792 – abgegriffen am 19. Juni 2007 (in engl.)
  4. vgl. http://friedensbewegung.zionismus.info/gush-shalom/barak.htm
  5. vgl. Mazal Mualem, Haaretz.com: Labor MK Ayalon to join cabinet as a minister without portfolio - abgerufen am 7. Februar 2008

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Ami Ayalon — (en hébreu עמי איילון) est un contre amiral et homme politique israélien né le 27 juin 1945. Ayalon est ancien commandant de la flotte militaire et directeur du Shin Beth, les services de renseignement israéliens. Dans la vie civile, il promeut… …   Wikipédia en Français

  • Ami Ayalon — MKs Date of birth = Birth date and age|1945|6|27|df=y Year of Aliyah = Date of death = Knesset(s) = 17th (current) Party = Labor Former parties = Gov t roles = Minister without Portfolio Amihai Ami Ayalon ( he. עמיחי איילון; born 27 June 1945) is …   Wikipedia

  • Ayalon — ( he. איילון, place of deer) is the name of a location in Israel and a Hebrew family name. It is the modern transliteration of Ajalon. It may refer to the following:Places*Ajalon, a valley and Biblical town in Israel *Ayalon Cave, a cave near… …   Wikipedia

  • Ami Ajalon — (hebräisch ‏עמי איילון‎; * 27. Juni 1945 in Tiberias, Palästina) ist ein israelischer Politiker, Friedensaktivist und Mitglied der Knesset für die Arbeitspartei Awoda …   Deutsch Wikipedia

  • AYALON, AMI — (1945– ), Israeli soldier and security services chief. Ayalon was born in kibbutz Ma agan. He received a B.A. degree in social sciences from Bar Ilan University and an M.A. in public administration from Harvard University. In 1963 he joined the… …   Encyclopedia of Judaism

  • Shabak — (en hebreo: שב כ‎, el acrónimo de Sherut Bitachon Klali, שירות ביטחון כללי, Servicio de Seguridad General), conocida en ingles como Shin Bet o el GSS (servicio de seguridad general) por sus siglas en inglés, es el servicio de inteligencia y… …   Wikipedia Español

  • Shin Bet — The Audio|He Shabak.ogg|Shabak ( he. שב כ, an acronym for Sherut Bitahon Klali ( he. שירות ביטחון כללי), lit. General Security Service ), officially known in English as Israel Security Agency (ISA), and commonly known as the Shin Bet, [ Shabak is …   Wikipedia

  • Peace Now — (hebräisch: שלום עכשיו „Schalom Achschav“) ist eine außerparlamentarische politische Bewegung in Israel. Sie hat sich ihrer Selbstdarstellung zufolge das Ziel gesetzt, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und die israelischen Regierungen von… …   Deutsch Wikipedia

  • Schalom Achschav — Peace Now (hebräisch: שלום עכשיו „Schalom Achschav“) ist eine außerparlamentarische politische Bewegung in Israel. Sie hat sich ihrer Selbstdarstellung zufolge das Ziel gesetzt, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und die israelischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Israeli peace camp — The Israeli peace camp is a self described collection of movements which claim to strive for peace with the Arab neighbours of Israel (including the Palestinians, Syria and Lebanon) and encourage co existence with the Arab citizens of Israel. The …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”