Amin el-Husseini
Mohammed Amin al-Husseini

Mohammed Amin al-Husseini (arabischمحمد أمين الحسيني‎, DMG Muḥammad Amīn al-Ḥusainī; * vermutlich 1893 [1] in Jerusalem; † 4. Juli 1974 in Beirut), auch Haj/Hajj Amin al-Husseini, war ein islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist aus einer der einflussreichsten Familien Jerusalems. Er wurde bekannt als Großmufti von Jerusalem, obwohl er diesen Titel nicht offiziell besaß. Sein wichtigstes Amt neben dem des „Muftis von Jerusalem“ war die „Präsidentschaft des obersten islamischen Rats“.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Amin al-Husseini spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des modernen Antisemitismus im arabischen Raum und der Zusammenarbeit von islamistischen Antisemiten mit den Nationalsozialisten. Er war überzeugter Anhänger der von den Deutschen durchgeführten Vernichtung der europäischen Juden. Er knüpfte Kontakte zu den Nationalsozialisten, gewann die Unterstützung durch deutsche Führungskreise und lebte ab 1941 in Berlin. Al-Husseini war Mitglied der SS und betrieb aktiv Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. In der Spätphase des Zweiten Weltkrieges half al-Husseini auf dem Balkan bei der Mobilisierung von Moslems für die Waffen-SS.

Nach dem Krieg wurde al-Husseini in mehreren europäischen Staaten als Kriegsverbrecher gesucht, fand aber in Ägypten Asyl, wo er seine Ideen weiterverfolgte. Der französische Innenminister erklärte, al-Husseini sei die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern“ (frz.: cerveau de l’espionnage allemand dans tous les pays musulmans).[2]

Frühes Leben

1913 pilgerte al-Husseini nach Mekka und erhielt den Ehrentitel Haddschi. Bis zum Ersten Weltkrieg studierte al-Husseini islamisches Recht an der al-Azhar-Universität in Kairo. Dort war er an der Gründung einer antizionistischen palästinensischen Studentenvereinigung beteiligt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 trat al-Husseini in die osmanische Armee ein und wurde als Artillerie-Offizier der 47. Brigade zugeteilt, die in und um die damals noch vornehmlich griechisch-christlich besiedelte Stadt İzmir (griechisch: Smyrna) stationiert war. Im November 1916 verließ al-Husseini die Armee und kehrte nach Jerusalem zurück, wo er bis zum Ende des Krieges blieb.

1919 nahm al-Husseini am Pan-Syrischen Kongress in Damaskus teil, wo er Emir Faisal aus dem Irak als zukünftigen König von Syrien unterstützte. In diesem Jahr trat al-Husseini dem arabischen Nationalistenverein al-Nadi al-Arabi (deutsch: „Der arabische Verein“) in Jerusalem bei, vielleicht war er sogar dessen Gründer. Er schrieb Artikel für die erste in Palästina gegründete Zeitung, Suria al-Dschanubia (deutsch: „Süd-Syrien“). Suria al-Dschanubia stand in der Jerusalemer Anfangszeit ab September 1919 unter der Leitung des Rechtsanwalts Mohammed Hassan al-Budairi, und wurde herausgegeben von Arif al-Arif, beides prominente Mitglieder von al-Nadi al-Arabi.

Bis 1921 konzentrierte al-Husseini sich auf den Panarabismus und im Besonderen auf Großsyrien mit Palästina als Südprovinz eines arabischen Staates und Damaskus als Hauptstadt. Großsyrien sollte ein Territorium umfassen, das die heutigen Staaten Syrien, Libanon, Jordanien und Israel, sowie die besetzten Gebiete beinhalten sollte. Der Kampf für Großsyrien brach zusammen, nachdem Großbritannien die Herrschaft über das heutige Gebiet Syriens und des Libanons im Juli 1920 gemäß dem Sykes-Picot-Abkommen an Frankreich übergab. Die französische Armee besetzte Damaskus, besiegte König Faisal und zerschlug Großsyrien. Danach wandte sich al-Husseini von einem an Damaskus orientierten Panarabismus einer speziell palästinensischen Ideologie mit Jerusalem als Mittelpunkt zu.

Palästinensischer Nationalismus

Nach judenfeindlichen Ausschreitungen am 4. April 1920, bei denen fünf Juden im jüdischen Viertel Jerusalems getötet und 234 verletzt wurden, verurteilte die britische Militärgerichtsbarkeit eine beträchtliche Anzahl Araber und Juden zu langen Gefängnisstrafen. al-Husseini wurde, da er nach Syrien geflohen war, in Abwesenheit zu zehn Jahren verurteilt – unter dem Vorwurf, die Aufstände angeheizt zu haben. Er musste jedoch keinen einzigen Tag dieser Strafe absitzen.

1921 wurde die britische Militärverwaltung Palästinas durch eine Zivilverwaltung abgelöst. Der erste Hochkommissar Herbert Louis Samuel hob das Urteil gegen al-Husseini auf und ernannte ihn zum Mufti von Jerusalem, eine Stellung, die die al-Husseini-Familie seit mehr als einem Jahrhundert innehatte. Im folgenden Jahr ernannte Samuel ihn zum Präsidenten des neugebildeten obersten islamischen Rates, der die islamischen Gerichte und Schulen kontrollierte und einen großen Anteil der Gelder aus religiösen Stiftungen verwaltete.

Dieses Ernennungsverfahren war im Einklang mit der osmanischen Tradition. Damals ernannten die islamischen Geistlichen drei Kandidaten und der weltliche Herrscher, der Kalif, ernannte einen der drei zum Mufti. Nachdem die Briten Palästina übernahmen, war der weltliche Herrscher der Hochkommissar. Das führte zu der außergewöhnlichen Situation, dass ein Jude, Herbert Samuel, den Mufti bestimmte. Der Unterschied bestand nur darin, dass fünf statt drei Kandidaten nominiert wurden. Es wird angenommen, dass die Briten bei dem nun folgenden Streit zwischen dem Naschaschibi- und Husseini-Clan ihr feinjustiertes System des Divide et impera praktizierten.

Im Jahr 1929 entflammten erneut judenfeindliche Gewalttätigkeiten, die nur durch das Einschreiten der britischen Polizei gestoppt werden konnten. Vor der Untersuchungskommission von Sir Walter Shaw bezog sich al-Husseini auf die Protokolle der Weisen von Zion, um eine jüdische Verschwörung in Palästina zu beweisen und bezeichnete das House of Commons als „nichts anderes als ein Rat der Weisen von Zion“.[3]

al-Husseini wurde nach einem schweren Zusammenstoß mit den Naschaschibis zum Führer der palästinensisch-arabischen Bewegung. Die Naschaschibis, die andere vornehme Familie Jerusalems, waren moderater und anpassungsbereiter als die streng antibritischen Husseinis. Während des größten Teils der britischen Mandatszeit schwächte der Streit zwischen diesen beiden Familien die arabische Sache ernsthaft. 1936 gelangten sie zu einer gewissen Eintracht, als alle palästinensischen Gruppen sich zusammenschlossen, um ein ständiges Exekutiv-Organ, das arabische Hochkomitee, unter al-Husseinis Vorsitz zu bilden. Das Komitee rief zum Generalstreik, Steuerstreik und zur Schließung der Kommunalverwaltungen auf und verlangte das Ende der jüdischen Einwanderung, ein Verbot des Landverkaufs an Juden und nationale Unabhängigkeit. Der Generalstreik mündete in den arabischen Aufstand gegen die britische Autorität, der von 1936 bis 1939 dauerte. al-Husseini war der oberste Organisator des Aufstands.[4] Daraufhin setzten die Briten al-Husseini als Präsident des obersten islamischen Rates ab und verboten das arabische Hochkomitee in Palästina. Im Oktober 1937 floh al-Husseini in den Libanon, wo er das Komitee unter seiner Führung wieder aufbaute. al-Husseini behielt die Unterstützung der meisten palästinensischen Araber und nutzte diese Macht, die Naschaschabis zu bestrafen.

al-Husseini initiierte in der arabischen Welt eine Kampagne zur Restaurierung und Verschönerung des Felsendoms. Die heutige Ansicht des Tempelbergs wurde entscheidend geprägt durch al-Husseinis Spendensammlungen. Die Gelder dienten im wesentlichen der Vergoldung der Kuppel des Felsendoms.

Der Aufstand nötigte Großbritannien 1939 zu substantiellen Zugeständnissen an die Araber. Die Briten gaben die Idee auf, Palästina als jüdischen Staat zu etablieren und begrenzten die jüdische Einwanderung für die nächsten fünf Jahre auf insgesamt 75.000. Danach sollte die Einwanderung vom arabischen Einverständnis abhängig gemacht werden. al-Husseini fand jedoch die Konzessionen nicht weitgehend genug und lehnte die neue Politik ab.

Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges

Amin al-Husseini und Adolf Hitler (9. Dezember 1941)

1933, wenige Wochen nach Hitlers „Machtergreifung“, bot al-Husseini dem deutschen Generalkonsul im britischen Mandatsgebiet Palästina seine Dienste an. al-Husseinis Angebot wurde zunächst abgelehnt, um die deutsch-britischen Beziehungen nicht durch ein Bündnis mit einem antibritischen Führer zu gefährden. 1938, als die deutsch-britischen Beziehungen nicht mehr von Belang waren, wurde al-Husseinis Angebot angenommen.

Der Mufti suchte am 21. Juli 1937 die Zusammenarbeit mit Repräsentanten des Nazi-Regimes, als er den deutschen Konsul in Jerusalem besuchte. Später sandte er einen persönlichen Beauftragten nach Berlin zu Verhandlungen mit den Naziführern. SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der Chef des Reichssicherheitshauptamts, schickte im September 1937 zwei SS-Männer, SS-Hauptscharführer (Hauptfeldwebel) Adolf Eichmann und SS-Oberscharführer (Oberfeldwebel) Herbert Hagen nach Palästina. Sie kamen in Haifa an, konnten aber nur ein Transitvisum bekommen und fuhren deswegen nach Kairo. Dort trafen sie sich mit einem Mitglied der Haganah, aber der Zweck der Reise ist umstritten. Während dieser Zeit erhielt al-Husseini finanzielle und militärische Unterstützung von Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien. 1939 floh al-Husseini aus dem Libanon in den Irak.

Im Mai 1940 lehnte das britische Foreign Office ein Angebot des Vorsitzenden des Va'ad Le'umi (jüdischer Nationalrat in Palästina) ab, al-Husseini zu ermorden, aber im November dieses Jahres stimmte Winston Churchill diesem Plan zu. Im Mai 1941 wurden mehrere Mitglieder der Irgun freigelassen, einschließlich ihres Führers David Raziel und zu diesem Zweck in den Irak geflogen. Die Mission wurde aufgegeben, als Raziel durch ein deutsches Flugzeug getötet wurde.

al-Husseini floh 1941 infolge des gescheiterten deutschfreundlichen Putsches im Irak unter Führung von Ministerpräsident Raschid Ali al-Gailani als Frau verkleidet nach Deutschland, wo er in Oybin als persönlicher Gast Adolf Hitlers residierte. In Europa knüpfte er enge Kontakte zu bosnischen und albanischen Moslemführern. Er traf Joachim von Ribbentrop und wurde offiziell von Hitler am 28. November 1941 in Berlin empfangen. Nazi-Deutschland richtete dem „Großmufti von Jerusalem“ ein Büro in Berlin ein, in dem ihm großzügige Geldmittel sowie ein umfangreicher Mitarbeiterstab zur Verfügung standen. Hier organisierte er Radiopropaganda für Deutschland, Spionage und Zersetzung in den islamischen Regionen Europas und des Nahen Ostens. Unter anderem trat er in der Berliner Moschee auf, z.B. anlässlich des Festes des Fastenbrechens im Jahr 1942.[5] Nach dem Sieg der Alliierten bei el-Alamein rief er zum Dschihad gegen die Juden: „Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“

Al-Husseini am 19. Dezember 1942 im Gespräch mit islamischen Freiwilligen im Haus der Flieger
Al-Husseini (Mitte) mit Karl-Gustav Sauberzweig (links), Divisionskommandeur der 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1), beim Abschreiten bosnischer Freiwilliger der Waffen-SS, Aufnahme einer SS-Propagandakompanie vom November 1943

Dieter Wisliceny, der Stellvertreter Adolf Eichmanns, äußerte bereits 1944 die Überzeugung, dass der Mufti eine bedeutende Rolle bei der Ermordung der europäischen Juden spielte. Husseini habe mehreren Nazigrößen, unter ihnen Hitler, Ribbentrop und Himmler, ihre Ausrottung empfohlen. Als einer der besten Freunde Eichmanns soll der Mufti, nach Wisliceny, der dieses auch in den Nürnberger Prozessen wiederholte, sogar das KZ Auschwitz-Birkenau besucht und die dortigen Gaskammern besichtigt haben. Für Husseini habe die „Endlösung“ die Lösung der Probleme in Palästina dargestellt.

Husseini war offenbar genau über die Geschehnisse in Polen informiert. In einer Radiosendung aus Berlin am 21. September 1944 sagte er: „Ist es nicht in eurer Macht, oh Araber, die Juden abzuwehren, die nicht mehr als elf Millionen zählen?“ Es war zu dieser Zeit allgemein bekannt, dass es vor 1939 etwa 17 Millionen Juden in der Welt gab.

1943 verhinderte al-Husseini die Freilassung von 5.000 jüdischen Kindern, die auf Initiative des Roten Kreuzes gegen 20.000 gefangene Deutsche ausgetauscht werden sollten. Durch seine persönliche Intervention bei Himmler erreichte er, dass die Kinder stattdessen in deutsche Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Der Mufti drängte immer wieder auf den strikten Vollzug des Völkermordes an den Juden, unter anderem, indem er Ribbentrop gegenüber die Wichtigkeit der „Lösung des Weltjudenproblems“ beschwor.[6]

Ab 1943 war al-Husseini mit der Organisation und Ausbildung von bosnisch-islamischen Wehrmachtseinheiten und Waffen-SS-Divisionen befasst. Die größte war die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1) (auch „Handzar“; 21.065 Mann), die ab Februar 1944 Operationen gegen kommunistische Partisanen auf dem Balkan durchführte. Sie war für eine Reihe von Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung verantwortlich. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (3.793 Mann) erreichte nicht die operative Stärke einer Division und wurde nach fünf Monaten aufgelöst; ihre Angehörigen wurden auf andere Einheiten verteilt. Weitere Einheiten waren ein Moslem-SS-Selbstverteidigungsregiment im Sandschak, das sogenannte Arabische Freiheitskorps, die Arabische Brigade sowie ein ostmuselmanisches SS-Regiment.

Am 28. Juni 1944 versuchte das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, das unter der Führung des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg stand, weitere Staaten für sich und einen internationalen Kampf gegen Juden zu gewinnen, indem es für einen geplanten „antijüdischen Kongress“ in Krakau auch eine Einladung an Mohammed Amin al-Husseini verschickte. Das Projekt wurde einen Monat später endgültig aufgegeben.[7]

Nachkriegsaktivitäten

Bei Kriegsende floh er, wie viele andere, zehntausende NS-Kriegsverbrecher, illegal in die Schweiz. Das Berner „Territorialkommando 3“ berichtet am 7. Mai 1945 von fünf Gelandeten in Belpmoos: zwei Nazi-Piloten und drei Araber, darunter al-Husseini. Die Deutschen wurden in Zivil gesteckt und geheim zurückgeschoben, man wollte sich in Bern offenbar aus allem heraushalten und noch nicht einmal deutsche Nazis den Siegermächten als Gefangene überlassen; die Araber wurden am 8. Mai am Übergang St. Margrethen französischen Behörden übergeben.

In Frankreich wurde der Fall Mohammed Amin al-Husseini von Henri Ponsot betreut. 1946 konnte al-Husseini – angeblich unter stillschweigender Duldung offizieller französischer Kreise – aus französischer Haft fliehen und erhielt Asyl in Ägypten, wo auch viele andere Nationalsozialisten Unterschlupf und neue Tätigkeitsfelder fanden. Zionistische Verbände baten die Briten, al-Husseini als Kriegsverbrecher anzuklagen. Die Briten lehnten ab, teils weil sie die Beweise für unbedeutend hielten, aber auch, weil ein solcher Schritt ihre Probleme in Ägypten und Palästina vermehren würde, wo al-Husseini noch populär war. Auch Jugoslawien verlangte vergeblich seine Auslieferung. Noch im selben Jahr begann al-Husseini in Palästina seinen Kampf gegen die Juden zu organisieren und warb um Aktivisten.

Am 22. September 1948 rief al-Husseini im Gazastreifen eine „arabische Regierung für ganz Palästina“ aus, am 1. Oktober einen unabhängigen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt. Dieser Staat wurde anerkannt von Ägypten, Syrien, dem Libanon, dem Irak, Saudi-Arabien und dem Jemen, aber nicht von Jordanien und von keinem nichtarabischen Land. Seine Regierung hing völlig von Ägypten ab. Als der jordanische König Abdallah ibn Hussain I. 1951 den Posten des Großmufti von Jerusalem an einen anderen vergab, organisierte al-Husseini dessen Ermordung.

1959 löste Ägypten die „Arabische Regierung für ganz Palästina“ auf. Das Scheitern dieser Aktivität und al-Husseinis mangelnde Glaubwürdigkeit wegen seiner Kollaboration mit den Achsenmächten im Zweiten Weltkrieg trug viel zur Schwächung des palästinensisch-arabischen Nationalismus in den 1950ern bei. al-Husseini starb 1974 in Beirut. Er wollte in Jerusalem begraben werden, aber die israelische Regierung verweigerte diese Bitte. al-Husseini war der politische Mentor der von Jassir Arafat befehligten palästinensischen Organisationen. Noch im Jahre 2002 sprach Arafat Angaben von Palestinian Media Watch zufolge in einem Interview von „unserem Helden al-Husseini“.[8] Arafat war jedoch – wie vielfach angenommen – kein Neffe al-Husseinis, sondern lediglich ein entfernter Verwandter.[9]

Literatur

  • Simon Wiesenthal: Großmufti Großagent der Achse, 1947.
  • Kurt Fischer-Weth: Amin Al-Husseini, Grossmufti von Palästina. Titz, Berlin 1943 (NS-Publikation)
  • Klaus Gensicke: Der Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini, und die Nationalsozialisten. Lang, Frankfurt 1988, ISBN 3820415254 (Diss. Freie Univ. Berlin); vollständig überarbeitet und aktualisiert unter dem Titel Der Mufti von Jerusalem und die Nationalsozialisten. Eine politische Biographie Amin el-Husseinis. WBG, Darmstadt 2007, ISBN 3534208080
  • Gerhard Höpp (Hrsg.): Mufti-Papiere. Briefe, Memoranden, Reden und Aufrufe Amin al-Husainis aus dem Exil 1940-1945. Schwarz, Berlin 2001, ISBN 3-87997-180-3
  • Jobst Knigge: Deutsches Kriegsziel Irak. Der deutsche Griff auf den Nahen Osten im Zweiten Weltkrieg. Über Kaukasus und Kairo zum Öl des Orients. Pläne und Wirklichkeit Kovac, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-3030-0
  • Matthias Küntzel: Djihad und Judenhass. Über den neuen antijüdischen Krieg. Ça Ira, Freiburg 2002, ISBN 3-924627-06-1
  • Klaus-Michael Mallmann & Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-534-19729-3
  • Moshe Perlman: Mufti of Jerusalem: The Story of Haj Amin el Husseini, V Gollancz, Londres, 1947
  • Joseph Schechtman: The Mufti and the Fuehrer : the rise and fall of Haj Amin el-Husseini, New York & London 1965
  • Rainer Zimmer-Winkel (Hrsg.): Eine umstrittene Figur. Hadj Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem. Kulturverein AphorismA, Trier 1999, ISBN 978-3-86575-109-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. passia.org nennt 1895, die Columbia Encyclopedia 1896 als Geburtsjahr
  2. David Pryce-Jones, Juifs, Arabes, et diplomatie française
  3. Mallmann/Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, S. 19f.
  4. Personalities: AL-HUSSEINI, AMIN (HAJ) (1895-1974) (full name: MOHAMMED AMIN AL-HUSSEINI)
  5. Mohammed Aman Hobohm: Islam in Deutschland: Neuanfaenge muslimischen Gemeindelebens in Berlin nach dem Krieg, Aus der Vortragsreihe der Islamischen Hochschulvereinigung an der Universität Köln im WS99/00
  6. Zitiert nach: Mallmann/Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, S. 118.
  7. Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939-1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 488; IMT 1984, Bd. XXXII: S. 159ff., PS-3319; Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 596.
  8. Nazi ally, Hajj Amin Al Husseini, is Arafat’s “hero”, von Itamar Marcus am 5. August 2002
  9. Yasser Arafat und der Mufti von Jerusalem

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