Amina bint Wahb

Āmina bint Wahb (arabischآمنة بنت وهب‎, DMG Āmina bint Wahb) war die Tochter von Wahb ibn ʿAbd al-Manāf. Sie heiratete Abd Allāh ibn Abd al-Muttalib; aus ihrer Ehe ging Mohammed, der Prophet des Islam hervor.

Inhaltsverzeichnis

Prophetenbiographie

Ibn Ishāq berichtet nach näher nicht genannten Quellen – „wie die Leute darüber erzählen, aber Gott weiß es am besten…“, dass eine Stimme der schwangeren Āmina die Geburt des „Herrn dieser Gemeinschaft“ vorausgesagt habe, dem sie den Namen Muhammad geben soll.[1] Einer weiteren Legende zufolge, die Muhammad ibn Saʿd nach seinem Lehrer al-Wāqidī referiert, soll eine Stimme Āmina befohlen haben, ihren Sohn Ahmad zu nennen.[2] Nach einem weiteren Bericht bei Ibn Saʿd wird man das neugeborene Kind al-Māḥī „der Tilger“, „der Beseitiger“ nennen, da Gott die (zukünftigen) Anhänger Mohammeds von ihren früheren Sünden durch ihn reinigen wird.[3]

Āmina starb gegen 577 als Mohammed sechs Jahre alt war. Yāqūt al-Hamawī gibt in seinem Geographischen Wörterbuch drei Orte an, wo man das Grab von Āmina vermutet.[4]

Islamische Tradition

In den ältesten Hadith-Sammlungen, wie bei ʿAbd ar-Razzāq as-Sanʿānī,[5] wird mehrfach über den Besuch Mohammeds als Prophet am Grab seiner Mutter berichtet. Im Beisein einiger seiner Gefährten soll er, so die Überlieferungen, Gott um Vergebung für Āmina gebeten haben. Seine Fürbitte ist aber nicht erhört worden.[6] Dies soll – gemäß der Koranexegese – der Anlass zur Offenbarung des folgenden Koranverses gewesen sein:

„Der Prophet und diejenigen, die glauben, dürfen (Gott) nicht für die Heiden um Vergebung bitten – auch (nicht) wenn es Verwandte (von ihnen) sein sollten –, nachdem ihnen (endgültig) klar geworden ist, daß sie (wegen ihres hartnäckigen Unglaubens) Insassen des Höllenbrandes sein werden.“

Sure 9, Vers 113: Übersetzung: Rudi Paret

In einigen Überlieferungsvarienten mit der Fortsetzung:

„Und wenn (seinerzeit) Abraham für seinen (heidnischen) Vater um Vergebung gebeten hat, so (hat er das) nur (getan) auf Grund eines Versprechens, das er ihm (vorher) gegeben hatte.“

Sure 9, Vers 114: Übersetzung: Rudi Paret

Somit blieb die Mutter des Propheten in der islamischen Tradition Heidin. Dennoch lässt vor allem die schiitische Literatur Āmina über Wunder in Verbindung mit der Niederkunft Mohammeds berichten.[7]

Moderne Literatur

Die ägyptische Autorin und muslimische Wissenschaftlerin ʿĀʾischa ʿAbd ar-Rahmān (*1913; †1998), bekannt unter ihrem Pseudonym Bint Asch-Schātī (Tochter der Küste) hat das Leben der Prophetenmutter in einem volkstümlichen Roman „Umm an-Nabiyy ʿalaihi as-salām“, Die Mutter des Propheten, Friede sei mit ihm [8] in der Reihe von Schriften über die Frauen des Propheten Mohammed, beschrieben.

Einzelnachweise

  1. Alfred Guillaume: The Life of Muhammad. A translation of Ibn Ishaq's Sirat Rasul Allah. Oxford 1955. S. 69.
  2. Ibn Saad: Biographien...(Hrsg. Eugen Mittwoch). Brill. Leiden 1905 Bd. I. Theil 1. S. 60-61; S. X (Inhaltsangabe in deutscher Sprache).
  3. A. J. Wensinck: Muhammad und die Propheten. In: Acta Orientalia (AO) 2 (1924), S. 21. Siehe die engl. Übersetzung: Muḥammad and the Prophets. In: Uri Rubin (Hrsg.): The Life of Muḥammad. Ashgate Variorum 1998. S. 339
  4. Ferdinand Wüstenfeld (Hrsg.): K. Muʿǧam al-buldān (Geographisches Wörterbuch). Leipzig 1866-1870. s. n. ar-Rāʾiʿa (ein Viertel in Mekka). Gemäß Muhammad ibn Saʿd war ihr Grab in al-Abwāʾ auf der Strecke zwischen Mekka und Medina: Ibn Saad: Biographien... (Hrsg. Eugen Mittwoch). Bd. I. Theil 1. S. 74; S. XI (Inhaltsangabe). Zusammenfassung in deutscher Sprache.
  5. al-Musannaf (Beirut 1971), Bd. 3, S. 572-573
  6. Siehe auch: Ibn Saad: Biographien... (Hrsg. Eugen Mittwoch). Bd. I. Theil 1. S. 74; S. XI (Inhaltsangabe). Zusammenfassung in deutscher Sprache.
  7. Adrien Leites: Sīra and the question of tradition. In: Harald Motzki (Hrsg.): The Biography of Muḥammad. The Issue of the Sources. Brill, Leiden 2000. S. 58-59 nach dem Kāmil von Ibn Bābawaih. Maher Jarrar: Sīrat ahl al-kisāʾ. Early Shīʿī Sources on the Biography of the Prophet. In: Harald Motzki (2000), S. 121. - In der en:WP [1] wird Āmina irrtümlich in der Liste der Gefährten Mohammeds angeführt
  8. Erschienen in Kairo 1967, dort mehrfach nachgedruckt

Literatur


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