Jean-Michel Basquiat

Jean-Michel Basquiat (* 22. Dezember 1960 in New York City; † 12. August 1988 ebenda) war ein amerikanischer Graffitikünstler, Neoexpressionist, Maler und Zeichner. Er war der erste Afroamerikaner, dessen Arbeiten Spitzenpreise am internationalen Kunstmarkt erzielten.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Basquiat, Sohn eines Haitianers und einer Puertoricanerin, ging 1978 aus seinem Elternhaus fort, nachdem er zuvor die Schule ohne Abschluss verlassen hatte und lebte in New Yorks Untergrund. Den ersten Schritt zum Künstler machte Basquiat gemeinsam mit seinem Freund Al Diaz. Unter dem Synonym SAMO pflasterten die beiden Freunde den Süden von Manhattan mit Graffiti-Phrasen und erlangten schnell lokale Berühmtheit. Zum Lebensunterhalt verkaufte er mit seiner damaligen Freundin Jennifer Stein selbstgemalte Postkarten und T-Shirts vor den New Yorker Museen. Mit ein paar Freunden gründete Basquiat die Noise-Rock Band Gray und trat gelegentlich in Clubs auf. Doch schnell avancierte er vom schrägen Pub-Club-Musiker und Graffiti-Maler in Soho und der Bowery zum sich eifrig in Kursen autodidaktisch schulenden Maler, der mit Warhol, Haring und Clemente befreundet war und mehrfach mit ihnen zusammenarbeitete, den die documenta 7 in Kassel und noble Galerien in USA und Europa ausstellten und die New York Times eines Sonderbeitrags würdigte. 1980 war er bei der Times Square Show vertreten. Mit 27 Jahren starb er an einer Speedball-Überdosis, einer intravenös injizierten Mischung aus Kokain und Heroin. Er hinterließ mehr als 1000 Gemälde und Objekte sowie 2000 Zeichnungen.

Die Fondation Beyeler in schweizerischen Riehen bei Basel widmete dem Künstler 2010 eine große Retrospektive.

Werk

Sein Gesamtwerk ist gekennzeichnet durch die Kombination der Magie afrikanisch-diasporaner Traditionen, auf die er sich ausdrücklich berief, mit dem modernen Motivrepertoire der fiebrigen Metropole. Da gehen Graffiti-Gestikulationen, Kinderzeichnungen, Comic-Figuren, obszöne Wandkritzeleien, Piktogramme, Werbeslogans, Stadtplandetails mit afrikanischen Masken, Totem-Figuren, Geistersehern, Krokodilen, Elefanten ein Amalgam aus Bild- und Schriftzeichen in satten Farben oft auf schwarzem Grund ein. Von bemalten und besprühten Assemblagen aus Abfall über Wandbilder und Paneele bis zu Ölgemälden und Grafik reicht die Skala seiner Techniken. Zu seinen Vorbildern gehörten Cy Twombly und Robert Rauschenberg. Hauptkennzeichen von Basquiats Werken sind der Graffiti-Stil als auch der Neoexpressionismus (New Image Painting), einer gesteigerten Form des Expressionismus.

Kunstmarkt

Die Werke Basquiats zählen heute zu den gefragtesten Kunstobjekten des 20. Jahrhunderts. 2008 wurde sein 1982 entstandenes Werk Untitled (Boxer) bei einer Auktion in New York vom Auktionshaus Christie's für rund 13,5 Millionen US-Dollar an einen Unbekannten verkauft. Der frühere Besitzer war der Metallica-Drummer Lars Ulrich. Der derzeitige Auktionsrekord für eine Basquiat-Arbeit liegt bei 14,6 Millionen US-Dollar für sein Untitled (Pecho/Oreja), das 2007 von der Rockband U2 zur Versteigerung freigegeben wurde.

Verschiedenes

  • 1982 hatte er eine Affäre mit der Pop-Sängerin Madonna, die drei Monate andauerte.
  • In dem Film New York Beat (veröffentlicht unter dem Titel Downtown 81) spielte Basquiat die Hauptrolle.
  • Der Jazz-Bassist Lisle Ellis schrieb 2007 das Sucker Punch Requiem – An Homage to Jean-Michel Basquiat.

Einzelnachweise

  1. Martin Büsser, konkret 7/2010

Literatur

Weblinks


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