Amira Hass
Amira Hass

Amira Hass (hebräisch ‏עמירה הס‎; * 1956 in Jerusalem) ist eine prominente, in Ramallah lebende jüdisch-israelische Journalistin und Buchautorin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hass, Tochter rumänischer Holocaust-Überlebender, studierte Geschichte in Jerusalem und Tel Aviv und arbeitete danach als Lehrerin. Sie ist seit 1989 Korrespondentin der liberalen israelischen Tageszeitung Haaretz und die einzige israelische Journalistin, die in den besetzten Gebieten lebt.[1] Seit 1997 lebt und arbeitet sie in Ramallah.[2]

Sie beschreibt die Alltagspolitik der Palästinenser kritisch und setzt sich für die Menschenrechte der Palästinenser ein, die ihr zufolge sowohl durch die israelische Armee als auch durch die palästinensischen Politiker verletzt werden. Israels Politik bezeichnet sie als „Apartheidspolitik“, da es hauptsächlich Juden seien, die Privilegien genießen: „Das Volk der Palästinenser ist in Gruppen unterteilt; das ist etwas, was an Südafrika unter dem Apartheidsregime erinnert“.[3] Ihre Haltung im Konflikt beschrieb sie als: „Ich schreibe nicht für die Palästinenser, sondern gegen die Besatzung.“[4]

Nachdem sie mehrere Monate im Gaza-Streifen gelebt und berichtet hatte, wurde sie von der israelischen Polizei bei ihrer Rückkehr nach Israel am 12. Mai 2009 inhaftiert, „wegen Verstoß gegen ein Gesetz, welches das Wohnen in Feindesgebiet verbietet“.[5]

Preise

Für ihre Reportagen wurde Hass mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet:

Publikationen

  • Morgen wird alles schlimmer. Berichte aus Palästina und Israel. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54968-7
  • Bericht aus Ramallah. Eine israelische Journalistin im Palästinensergebiet. Beck, München 2004, ISBN 3-7205-2483-3
  • Gaza. Tage und Nächte in einem besetzten Land (Drinking the Sea at Gaza: Days and Nights in a Land Under Siege) Beck, München 2003, ISBN 3-406-50203-2
  • Israel und Palästina: Die Utopie einer normalen Zukunft. Ein Geschenk und seine Tücken. In: Irit Neidhardt (Hrsg.): Mit dem Konflikt leben!? Berichte und Analysen von Linken aus Israel und Palästina. Unrast, Münster 2003, ISBN 3-89771-010-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. In praise of… Amira Hass, The Guardian. 24. Oktober 2009. Abgerufen am 25. Juli 2010. 
  2. “Israeli Journalist Amira Hass Awarded World Press Freedom Prize 2003”, UNESCO, 2003. Abgerufen am 9. Juli 2009.
  3. Criticism of Israel Is not 'anti-Semitism'
  4. Rezensionen von „Bericht aus Ramallah“ bei perlentaucher.de (Rezension und Klappentext)
  5. Haaretz reporter Amira Hass arrested upon leaving Gaza, Haaretz. Abgerufen am 25. Juli 2010.
  6. Nachricht zur Preisverleihung des International Press Institute im Jahr 2000, auf freemedia.at. Abgerufen am 3. August 2009 (englisch)
  7. Pressemitteilung zur Verleihung des Anna Lindh Fond 2004. Abgerufen am 3. August 2009 (englisch)
  8. Pressemitteilung zur Verleihung des ROG Menschenrechtspreises 2009. Abgerufen am 3. Dezember 2009

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