Amithlon

Amiga-Emulatoren sind Programme, die es ermöglichen, Amiga-Software auf modernen Systemen zu benutzen. Sie emulieren meist den kompletten Amiga mit Prozessor, Grafik-, Sound- und Controllerunterstützung.

Inhaltsverzeichnis

Lesen von Disketten

PC-Laufwerke mit einem Standard-Diskettencontroller können normalerweise keine DD-Amiga Disketten lesen. Daher werden meist sogenannte Amiga-Disk-Files (ADF) benutzt. Dabei handelt es sich um Containerdateien mit dem Amiga-Disketten-Abbild. Diese können z.B. über Nullmodemkabel, übers Netzwerk oder via CD-ROM vom Amiga zum PC übertragen werden.

Rechtliches

Für den Betrieb einer Amiga-Emulation (UAE, Fellow usw.) ist in den meisten Fällen ein Kickstart ROM (1.2/1.3/2.0/3.0 oder 3.1) als Containerdatei nötig. Dieses ist jedoch bisweilen urheberrechtlich geschützt. Für den Gebrauch eines Amiga Emulators mit einer legal erworbenen Kickstart ROM Version gibt es somit folgende Möglichkeiten:

  • Man besitzt einen Amiga und nimmt seine eigene Kickstart-ROM-Version. Mit einem speziellen Programm (z. B. Grab Kick) kann die Kickstart ROM Version am Amiga ausgelesen und dann mit einem anderen Programm (z. B. CrossDos, Messy Dos) auf den PC transferiert werden.
  • Man besitzt keinen Amiga und kauft sich eine Kickstart-ROM-Version.
  • Man verwendet eine Emulator-Distribution, die bereits eine Kickstart-ROM-Version enthält.

Zum Betrieb der Amiga-Emulation ist außerdem eine Version der Amiga-Workbench, also des Betriebssystems, nötig. Auch diese muss rechtmäßig erworben sein. Je nach Workbench-Version kann sie als ADF-Datei oder auf CD-ROM vorliegen.

Vor dem Download von ADF-Dateien aus dem Internet sollte man sich unbedingt über die Lizenzbedingungen informieren. Einige Hersteller haben ihre alten Spiele freigegeben, andere nicht. Im Zweifelsfall ist der Download illegal, wenn man nicht im Besitz des Originals ist.

Bei handelsüblichen kommerziellen Spielesammlungen sind jedoch verschiedene Kickstart- und Workbenchdateien vorhanden, so dass die Spiele sofort auf dem PC oder Mac funktionsfähig sind.

Bitte beachte den Hinweis zu Rechtsthemen!

UAE

UAE ist die Abkürzung für Unix Amiga Emulator (früher selbstironisch Unusable Amiga Emulator). Er ist ein kompletter Software-Emulator der gesamten Amiga-Serie A500/A1200/A4000. Der UAE verfügt über Festplattenemulation und unterstützt OCS, ECS und AGA.

Er ist heute der am weitesten verbreitete Amiga-Emulator. Neben vielen Unix-Derivaten und Unix-ähnlichen Betriebssystemen wie Linux und FreeBSD unterstützt er unter anderem Mac OS, MS-DOS, ZETA und RISC OS. Als WinUAE läuft er auch auf verschiedenen Windows-Versionen.

Zudem existiert ein Derivat für den Amiga selbst. Eine Anwendungsmöglichkeit ist es zum Beispiel einen Amiga 500/2000 auf dem AmigaOne oder dem Pegasos zu emulieren.

Fellow

Abbildung 1, Funktionsweise von Fellow oder UAE

Fellow ist ein Software-Emulator des A500, mit einigen Eigenschaften anderer Modelle (z. B. ECS blits, 68010, 020 und 030 CPUs). Der Emulator ist in Watcom C++ (DOS) geschrieben und auf Windows (WinFellow), Linux (XFellow) und Mac portiert. Die meisten Funktionen der originalen Amiga-Maschine werden emuliert. Fellow ist im Vergleich zu UAE recht schnell und kann so auf Systemen mit geringer Prozessorleistung, wie dem 486er eingesetzt werden. Er verfügt über Harddiskemulation. Ins Leben gerufen wurde der Emulator durch den norwegischen Programmierer Petter Schau. Die letzte offizielle Version für DOS (The Fellow Project 0.3.6R1) wurde von Torsten Giebl und Dominik Schmidt veröffentlicht und enthält einige Speedhacks sowie ein integriertes Cheatermodul.

Hardwarevoraussetzungen für Fellow (DOS):

Für die Portierung zu Windows (WinFellow) wurden einige Teile der schnellen Assemblerroutinen in C übersetzt.

Amithlon

Abbildung 2, Funktionsweise von Amithlon

Amithlon ist ein kommerzieller Low-Level-Amiga-Emulator. Er kommt mit einem integrierten JIT-Compiler, basiert auf einem Linux-Kernel und greift auf spezielle x86-Treiber zu, welche die 68k-Emulation umgehen. So können Grafikkarten, SCSI- und ATAPI-Festplatten direkt unter AmigaOS 3.x angesprochen werden, was eine erhebliche Geschwindigkeitssteigerung mit sich bringt.

Das Paket bootet wie ein eigenständiges Betriebssystem und erlaubt es, aus einem Intel/AMD bestückten Standard-PC einen fast vollwertigen Amiga zu machen.

Seinen Namen verdankt der Emulator einer Verschmelzung der Worte Amiga und Athlon.

Die Weiterentwicklung wurde nach einem Streit um die Rechte zwischen Entwickler Bernd Meyer und Vertrieb Haage&Partner seitens Bernd Meyer eingestellt. Auch das Nachfolgeprojekt "Umilator" wurde nicht mehr verwirklicht.

Literatur

  • Hansjürg Wüthrich: Emulatoren – Wie Computersysteme und Spielkonsolen unsterblich werden (Skriptorium-Verlag, 2007, ISBN 978-3-938199-08-4)

Weblinks

Amiga Emulator

UAE

Fellow

Amithlon


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