Ammensprache

Unter Babysprache oder Motherese (Aussprache: [ˈmʌðəɹiːs]; engl.), auch Ammensprache oder teilweise Mutterisch genannt, versteht man eine Varietät einer Sprache, die bevorzugt gegenüber Säuglingen und Kleinkindern gebraucht wird.

Sie ist hauptsächlich durch eine im Vergleich zur Standardsprache überzeichnete Artikulation gekennzeichnet, die die Segmentierung des Sprechstroms in distinktive Einheiten für das Kind transparenter machen kann, indem etwa die Tonhöhe heraufgesetzt wird und die Ausschläge der Tonhöhe im Tonhöhenverlauf überzogen werden. Komplexe syntaktische Strukturen werden vermieden und der Wortschatz ist reduziert. Es ist auch möglich, dass sich die Sprecher in verschiedenen Aspekten der sprachlichen Performanz des Kindes anpassen, z. B. die Silbenreduplikation aufgreifen.

Allerdings ist der Spracherwerb nicht gestört, wenn, wie in einigen Kulturen üblich, mit Kindern nicht gesprochen wird oder die Merkmale der Motherese schwächer ausgeprägt sind. Sie ist für den Spracherwerb nicht notwendig. Auf der anderen Seite wird zum Teil auch vertreten, dass ausgeprägte Motherese Kinder in ihrem natürlichen Drang hemmt, die Welt der Erwachsenen samt ihrer Sprache kennenzulernen. Die Verwendung von Babysprache ist demnach keine uneingeschränkte Universalie.

Dennoch sprechen in den meisten Kulturen die Erwachsenen mit den Kindern in dieser „Ammensprache“. Auch Kinder tun dies ab einem Alter von etwa drei bis vier Jahren. [1]

Inhaltsverzeichnis

Bei Tieren

Forscher haben eine Form der Babysprache auch bei Rhesusaffen beobachtet, sie verwenden gegenüber den Jungtieren bestimmte Laute.[2]

Literatur

  • Anna Winner: Kleinkinder ergreifen das Wort. Cornelsen, Berlin, 2007, ISBN 3-589-24522-0.

Weblinks

Siehe auch

Quellen

  1. M. Dornes (2006): Die Seele des Kindes. Entstehung und Entwicklung.
  2. Wann sich Affen zum Affen machen

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