Ammon-Ra
Amun in Hieroglyphen
Ideogramm
C12
Mittleres Reich
M17 Y5
N35
M17 M17

Neues Reich
Y5
S3
A40

Griech.-röm. Zeit
M17 Y5
N35

Amun, Amen, Imen
Jmn
der Verborgene
griechisch Ammon oder Hammon
Bohairisches Koptisch ⲁⲙⲟⲩⲛ
(Amun)
In keilschriftlicher Überlieferung amâna / amûnu
Amun

Amun (auch Amon, Amoun, Ammon, Amen oder seltener Imenand) ist der Wind- und Fruchtbarkeitsgott der altägyptischen Religion. Amun ist nicht zu verwechseln mit Ameni, einem Beinamen des Re.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Amun ist erst seit dem Mittleren Reich belegt und war seit der 11. Dynastie Lokalgottheit Thebens. Nachdem die Familie der Hermonthen den Bürgerkrieg der Ersten Zwischenzeit für sich entschieden hatte, versuchte sie Theben eine hinreichende Legitimation zu verschaffen.

Zu Beginn der 12. Dynastie wurde die neue Hauptstadt Theben in den Norden verlegt. Sesostris I. erweiterte nach der Verlegung von Theben den dort errichteten Tempel des Amun.

Darstellung

Amun wurde in der Vor-Amarna-Zeit als normale Menschengestalt mit Krone und Stab dargestellt. In der Nach-Amarna-Zeit, mit blauer Farbe und mit doppelter Federkrone aus zwei aufrechtstehenden Pfauenfedern.

Die blaue Haut soll die Luft und die Schöpfung symbolisieren. Das Volk verehrte ihn eher in seiner Urversion als Widder, Gott der Herden und Weiden und deren Fruchtbarkeit.

Liegende Widdersphingen auf Podesten säumten zum Beispiel in Karnak die Wege zum Tempel. Manchmal wurde er auch in Menschengestalt mit Widderkopf dargestellt.

Bezüge

In Theben wurde auch als Gattin des Amun die Lokalgöttin Mut und der Sohn des Paars, der vogelköpfige Mondgott Chons verehrt.

Bedeutung bei anderen Völkern

Die Griechen identifizierten Amun mit Zeus, die Römer später mit Jupiter. So blieb der Amun-Kult auch nach dem Niedergang des ägyptischen Weltreichs noch einige Zeit erhalten.

In der griechischen Mythologie

Stele des Amun in drei Erscheinungsformen (Mensch, Gans, Widder) (Spätzeit, 25. Dynastie, um 700 v. Chr.; Fundort: Abydos, heute Ägyptisches Museum Berlin)

Ammon war ein sagenhafter König von Libyen. Er hatte Rhea, die Tochter des Uranus und Schwester des Saturnus, zur Gattin.

Später wurde er seiner Frau mit Amaltheia untreu. Daraus entstand deren Sohn Bacchus, den sie der Eifersucht der Hera entziehen mussten und ihn deshalb nach Nysa (ein mythischer Berg) brachten. Hier erhielt das Kind den Namen Dio-Nysus (Dionysos) und wurden von Nymphen aufgezogen. Nach seinem Tod wurde Ammon dann unter die Götter aufgenommen.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Bonnet: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Nikol, Hamburg 2005. ISBN 3-937872-08-6 (früherer Titel: Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte)
  • Wolfgang Helck u.a.: Lexikon der Ägyptologie. Harrassowitz, Wiesbaden 1999. ISBN 3-447-04027-0 (früherer Titel: Kleines Wörterbuch der Ägyptologie)
  • Emil Nack: Ägypten. Das Reich der Pharaonen. Tosa-Verlag, Wien 2004. ISBN 3-85492-931-5 (früherer Titel: Ägypten und der Vordere Orient im Altertum)

Weblinks


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