Ammon (Mönch)

Ammon, (auch: Amun, Amus; griech. Αμοῦν) (* um 288 in Ägypten; † vor 356 am Nitriaberg), war ein christlicher Mönch aus Ägypten, von dessen Wundertaten u.a. Athanasius, Socrates Scholasticus und Sozomenos berichten. Er wird im Katholizismus als Heiliger am 4. Oktober verehrt.

Ammon entstammt wohl einer begüterten ägyptischen Familie. Als er gegen seinen Willen eine Frau nehmen sollte, heiratete er, ohne mit seiner Gattin dann die Ehe zu vollziehen. Nach 18 Jahren asketischen Lebens miteinander trennten sich beide einvernehmlich und Ammon lebte weitere 22 Jahre auf dem sog. Berg Nitria (»Natronberg«) im Süden des Mareotis-Sees (Soz., hist.eccl. I 14,3). Hier wurde er zum Begründer einer der ersten christlichen Mönchskolonien. Bis zum Ende seines Lebens sollen zusammen mit Ammon bis zu fünfhundert Mönche auf dem Berg autark gelebt haben. Auf einer Wanderschaft mit seinem Schüler Theodor soll er einen Kanal namens Lycus trockenen Fußes überquert haben (a.a.O. 14,5). Ein anderes Mal soll Ammon, dem auch dämonologische Fertigkeiten nachgesagt wurden, ein von einem Hund gebissenes Kind geheilt haben, indem er ein zuvor von den Eltern begangenes Unrecht aufdeckte (a.a.O. 14,6). Als Ammon starb, soll Antonius dessen Himmelfahrt in einer Vision gesehen haben (a.a.O. 14,7; Athanasius, vit. Ant. LX).

Quellen

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Bautz: Ammon. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Hamm 1975, Sp. 148.
  • Stephan Schiwietz, Das morgenländische Mönchtum, 3Tle., Tl. 1: Das Ascetentum der drei ersten christlichen Jahrhunderte und das ägyptische Mönchtum im vierten Jahrhundert, Mölding b. Wien (Missionsdruckerei St.Gabriel) 1904, S.94

Weblinks


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