2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen
Filmdaten
Deutscher Titel: 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen
Originaltitel: 2010: The Year We Make Contact
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1984
Länge: 111 Minuten
Originalsprache: englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Peter Hyams
Drehbuch: Peter Hyams,
Buch: Arthur C. Clarke
Produktion: Peter Hyams
Musik: David Shire, György Ligeti, Richard Strauss
Kamera: Peter Hyams
Schnitt: James Mitchell,
Mia Goldman
Besetzung

2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen ist ein Film aus dem Jahr 1984. Er ist die Fortsetzung von 2001: Odyssee im Weltraum (1968) von Stanley Kubrick. Regie führte Peter Hyams.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Im Jahr 2010 wird eine amerikanisch-russische Mission an Bord des russischen Raumschiffs Leonov zum Jupiter geschickt, um in Erfahrung zu bringen, was mit der Mission im Jahr 2001 geschehen war und um das Raumschiff Discovery zu bergen, das auf den Mond Io zu stürzen droht. Dabei sollen gleichzeitig der Monolith und die Monde Jupiters erforscht werden. Aufgrund ungewöhnlicher Messwerte von der Oberfläche des Mondes Europa wird eine Sonde zur näheren Untersuchung gestartet. Diese entdeckt Leben auf dem Mond, wird aber beim Senden der ersten Daten von einer unbekannten Macht zerstört. An Bord der Discovery angekommen reaktiviert das Team den Bordcomputer HAL 9000, um so mehr über die Ereignisse von damals zu erfahren. Auch erscheint ihnen der vermisste David Bowman. Zum Ende des Films bringen die Monolithen Jupiter zum Implodieren, wodurch er zu einer zweiten Sonne im System wird. Mit Hilfe von HAL und seinem freiwilligen Selbstopfer gelingt es dem Team, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Kurz bevor die Discovery zerstört wird, erhält HAL von David Bowman einen letzten Auftrag: Er soll eine Nachricht an die Erde senden. Als HAL Dave fragt, was passieren wird, antwortet er: „Etwas Wundervolles.“

HALs Nachricht an die Erde:

“All these worlds are yours – except Europa. Attempt no landing there. Use them together. Use them in peace.”

Alle diese Welten gehören euch, bis auf Europa. Versucht nicht, dort zu landen. Nutzt sie zusammen. Nutzt sie in Frieden.

Hintergrund

Nach dem Erfolg von 2001 sowohl als Buch als auch als Film schrieb Arthur C. Clarke 1982 die Fortsetzung 2010: Odyssey Two (deutsch Odyssee 2010: das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen). Diesen Roman verfilmte Peter Hyams 1984, wobei er einiges herausnahm und eine moralische Botschaft in den Vordergrund rückte. Weitere Fortsetzungen Clarkes von 1988 (2061 – Odyssee III) und 1997 (3001 – Die letzte Odyssee) wurden bisher nicht verfilmt.

Kritiken

Sämtlichen Kritiken zufolge reicht der Film nicht annähernd an seinen Vorgänger heran. Dies war allerdings auch nicht ernsthaft zu erwarten. Im Gegensatz zum mystischen 2001 gilt 2010 als solider Science-Fiction-Film, in dem eher zwischenmenschliche und politische Konflikte betrachtet werden – so der Gegensatz zwischen den USA und der Sowjetunion, von deren Fortexistenz der Film noch ausging (übrigens nicht Clarkes Buch, dort fliegt eine gemeinsame russisch-amerikanische Mission ein Wettrennen mit den Chinesen zum Jupitermond Europa). Interessant für Zuschauer des ersten Teils ist das Wiedersehen mit dem Charakter David Bowman und dem Computer HAL. Wer mehr wissen will, ist allerdings auch auf die Bücher Clarkes angewiesen. Gelobt werden die darstellerischen Leistungen von Roy Scheider und Helen Mirren.

Unterschiede zur Romanfassung

  • Im Buch gibt es eine konkurrierende Chinesische Mission zum Jupiter, deren Raumschiff Tsien nach der Landung auf dem Mond Europa von einer Lebensform zerstört wird, welche – vom Licht des Raumschiffes angelockt – durch ein zum Betanken des Schiffs in den Eispanzer des Mondes geschlagenes Loch hervorkommt und am Schiff empor wächst.
  • Es gibt keine bemannte Mission zum Monolithen, so dass Maxim im Roman nicht stirbt.
  • Im Film ist die Beziehung zwischen Russen und Amerikanern deutlich distanzierter als im Roman und entspricht eher dem damaligen Klima des Kalten Krieges.

Trivia

  • Ähnlich wie bei 2001 arbeitete Arthur C. Clarke während der Entstehungsphase des Filmprojekts eng mit Peter Hyams zusammen – wenn auch nicht ganz so eng wie zuvor mit Kubrick. Da sich Clarke die beschwerliche Reise und einen längeren Aufenthalt in den USA gesundheitlich nicht mehr zumuten wollte, nutzten die beiden Autoren einen Vorläufer moderner E-Mail-Systeme, indem sie per Datenfernübertragung via Modem asynchron auf den Computer des jeweils anderen zugriffen und so zwischen Colombo und Los Angeles kommunizierten. Eine bearbeitete Fassung dieses Dialogs wurde unter dem Titel The Odyssey File[1] veröffentlicht.
  • In der Einstellung im Pflegeheim von Bowmans Mutter ist kurz die Titelseite des Time Magazine mit einer Abbildung des amerikanischen und des sowjetischen Staatsoberhaupts zu sehen. Hierfür wurden Porträts von Arthur C. Clarke und Stanley Kubrick verwendet.
  • In der Widescreen-Fassung des Films hat Arthur C. Clarke einen Cameo-Auftritt. In der Einstellung vor dem Weißen Haus ist er am Rand als alter Mann, der Tauben füttert, zu sehen.
  • Das Design der Leonov stammt vom Industriedesigner Syd Mead.

Weblinks

Quellen

  1. Arthur C. Clarke u. Peter Hyams: The Odyssey File. Ballantine Books, New York 1984, ISBN 0-345-32108-1. 

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