Johann Hinrich Garrels

Johann Hinrich Garrels (* 31. August 1855 in Leer (Ostfriesland); † 4. November 1920 in Hamburg) war ein Hamburger Ostasien-Kaufmann und von 1917 bis zu seinem Tod Hamburger Senator.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Garrels machte ab 1873 eine Lehre in der väterlichen Holzhandlung in Leer, die noch heute existiert.[1] Er wurde anschließend in Hamburg Angestellter beim Handelshaus Siemssen & Co. Für diese Firma wurde er ab 1877 in Hong Kong und Shanghai tätig. In China wechselte er 1881 zur Firma Meyer & Co, dort wurde er Prokurist, ab 1884 Teilhaber.[2] Ab 1897 war Garrels wieder in Hamburg ansässig. Die Firma Meyer & Co wurde 1908 nach ihren Hauptteilhabern in „Garrels & Börner“ umbenannt, in Hong Kong firmierte sie unter Garrels, Börner & Co. und wurde dort 1914 liquidiert. Garrels & Börner wurde 1931 in Hamburg geschlossen.

Politik

Garrels wurde 1904 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt[3] und gehörte dort zunächst der Fraktion der Rechten (FdR) an. Ihm und anderen Parlamentariern der Fraktion wurde 1906 untersagt, gegen das neue Wahlrecht zu agieren. Daraufhin trat er zusammen mit Johannes Wenzel, Carl Wilhelm Petersen und Carl Braband aus der FdR aus. Zusammen mit anderen Gegnern des neuen Wahlrechts gründeten sie die Fraktion der Vereinigten Liberalen.[4] Von 1914 - 1917 gehörte Garrels der Finanzdeputation an.[5] Am 12. Januar 1917 wurde Garrels als erster parteilicher Senator in den Hamburger Senat gewählt, er schied damit aus der Bürgerschaft und aus der Fraktion der Vereinigten Liberalen aus.[6] Bei der im März 1919 erfolgten Neubildung des Senates wurde Garrels mit 105 Stimmen wiedergewählt,[7] er wirkte in der Steuerdeputation und in der Behörde für Wohnungspflege.[8] Er gehörte dem Senat bis zu seinem Tode an (→Hamburger Senat 1919–1933). Peter Stubmann wurde sein Nachfolger im Senat.

Quellenangaben

  1. siehe Webseite der Fa. J.H. Garrels Lud. Sohn GmbH
  2. siehe Carl T. Smith: The German Speaking Community in Hong Kong 1846-1918. S. 40 (pdf)
  3. Adolf Buehl: Aus der alten Ratsstube: Erinnerungen 1905 - 1918. Hamburg 1973, S. 59
  4. Frank-Michael Wiegand: Die Notabeln. Untersuchungen zur Geschichte und der gewählten Bürgerschaft in Hamburg 1859-1919. Hamburg 1985, S.209/210.
  5. Leo Lippmann: Mein Leben... S. 129
  6. Christof Brauers: Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953. Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, S. 60, Fußnote 57
  7. Carl August Schröder: Aus Hamburgs Blütezeit. Hamburg 1921, S. 360
  8. Amtsblatt der Freien und Hansestadt Hamburg No. 80, 1919, S. 541

Literatur

  • Deutsches Geschlechterbuch. Band 103, 1937, S. 84

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