Amplitudenmodulation mit unterdrücktem Träger
Amplitudenmodulation ohne Träger
Innenschaltung eines Doppelgegentaktmodulators

Die (Zweiseitenband-) Amplitudenmodulation mit unterdrücktem Träger (DSBSC, double side band suppressed carrier) ist eine Sonderform der Amplitudenmodulation. Der Modulationsgrad m ist in diesem Falle nicht definierbar.

Bei der Amplitudenmodulation entstehen neben dem ursprünglichen Trägersignal zwei zusätzliche Frequenzbänder (siehe Fourier-Transformation): Die Seitenbänder, in denen jeweils das Spektrum des Nutzsignals enthalten ist. Das obere Seitenband wird mit USB (upper side band) bezeichnet und das untere analog mit LSB (lower side band). Bei DSBSC wird nun das Trägersignal unterdrückt, da es keine Nutzinformation enthält.

Der Nutzen der Trägerunterdrückung liegt darin, dass ein größerer Anteil (bis zu zwei Drittel) der Sendeleistung eingespart werden kann. Eine weitere Effizienzsteigerung wird mit der Einseitenbandmodulation (SSB) erreicht, indem man nicht zwei, sondern nur ein Seitenband zur Aussendung bringt.

Die AM mit unterdrücktem Träger kann mit Hilfe eines Filters erzeugt werden, wobei es schwierig ist, einen entsprechend steilen Filter zu bauen, um die Seitenbänder nicht mit zu bedämpfen. Im Allgemeinen wird deswegen ein symmetrischer, multiplizierender Mischer (Ringmodulator, Doppelgegentaktmodulator) eingesetzt, der am Ausgang nur das modulierte Signal (die Seitenbänder) enthält, nicht aber den Träger.

Zur Demodulation wird der Träger aber benötigt, er muss – im Gegensatz zur Einseitenbandmodulation – im Empfänger wieder frequenz- und phasengenau zur Verfügung stehen. Dies kann zum Beispiel durch Übertragung auf einem separaten Kanal geschehen oder mit Hilfe eines Pilottones. Dieser Aufwand ist ein Nachteil dieses Modulationsverfahrens.

Im Bild ist eine DSBSC dargestellt. Der Träger hat das Zehnfache der Signalfrequenz (gestrichelte Linie), im modulierten Signal (durchgezogene Linie) sind nur noch die obere und die untere „Seitenschwingung“ vorhanden.

Man erkennt am Bild, dass eine Hüllkurvendemodulation nicht mehr möglich ist, weil die Einhüllende vom ursprünglichen Signal deutlich abweicht. Die Demodulation der DSBSC erfolgt mit dem Mischer, wobei der Träger zugeführt werden muss.

Die Amplitudenmodulation mit unterdrücktem Träger wird eingesetzt bei der Aufbereitung des UKW-Stereo-Tons. Dabei wird neben dem eigentlichen Summensignal aus linkem und rechten Kanal im Tiefpassbereich ein weiteres Differenzsignal aus linkem und rechten Kanal auf einen Hilfsträger zweiseitenbandmoduliert, bei dem der Hilfsträger verschwindet. Erst mit diesem Signal, bestehend aus Summensignal und den beiden Seitenbändern des Differenzsignals, wird dann der eigentliche Träger FM-moduliert und ausgestrahlt.


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