Amseldell

Die Amseldell ist eine ehemalige parkartige Anlage etwa zwei Kilometer westlich von Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz).

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage und Umgebung

Die Amseldell liegt in der gleichnamigen Gewann mitten im Wald links oberhalb des naturnah gestalteten Karlstals der Moosalb. Die Aufgänge vom Tal hinauf sind kaum noch erkennbar. Einer davon beginnt schräg gegenüber dem unteren Eingang der Karlstalschlucht.

Auf diesem schmalen Weg wird linker Hand eine Felsenhöhle passiert. Der Fels, der als Höhlendecke dient, wurde durch eine grob gemauerte Außenwand mit Tür- und Fensteröffnungen zur Vorderseite hin abgeschlossen. Dort lebte noch bis zum Jahr 1843 eine Frau, die im Volksmund „Felsenweib“ genannt wurde.[1] [2] Die Höhle ist eine von zahlreichen Höhlenwohnungen, die es in der Pfalz, im Elsass und im Harz (zum Beispiel in Langenstein) etwa bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab.

Einer der forst- und kulturgeschichtlichen Wanderwege, die im Jahr 1997 unter dem Motto „Spurensuche“ vom Weiler Johanniskreuz ausgehend ausgeschildert wurden, führt mit einem Abstecher auch an die Amseldell. Ein Faltblatt zu diesem insgesamt 21 km langen und orange-gelb markierten Weg enthält weitere Informationen über die Amseldell; es ist in Trippstadt und Johanniskreuz erhältlich.

Geschichte

Der Name bedeutet Amselmulde und besagt, dass dort Amseln in einer Senke zu beobachten waren. Er muss bereits zu einer Zeit vergeben worden sein, als die Amsel noch ein scheuer Waldvogel war, also vor dem 19. Jahrhundert.

Die Anlage in der Amseldell wurde im 19. Jahrhundert unter Freiherr Carl von Gienanth (1818–1890), dessen Familie in Trippstadt ein Eisenwerk und seit 1833 auch das Schloss besaß, zur Bereicherung des Spazierweges im Karlstal gestaltet; dieses war schon in den 1780er Jahren durch den Gartenarchitekten Friedrich Ludwig Sckell künstlerisch bearbeitet worden.[3] 1890, nach dem Tode Carl von Gienanths, überließen seine Erben Karlstal und Amseldell schenkungsweise dem Trippstadter Verschönerungsverein, der beide Anlagen bis in die 1930er Jahre pflegte.[2] Im Mai 1914 war das Amseldell-Gelände Austragungsort eines regionalen Turnfestes, an dem etwa 250 Turner teilnahmen.

Anlage

Die Anlage war als Stätte verschiedener Freizeitvergnügungen konzipiert. Sie ist heute stark restaurierungsbedürftig. Erkennbare Reste sind noch von einem aus Hecken angelegten Irrgarten, von einem aus Holz und Steinen errichteten Schießstand sowie von einer Hütte erhalten.

Literatur

  • Wolfgang Dammbrück: Die letzte Bewohnerin der Felsenhöhle am Aufgang zur „Amseldell“, das „Felsenweib“ vom Trippstadter Karlstal. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt, 6 (1996), S. 40–42

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Dammbrück (s. Literatur)
  2. a b Hermann-Josef Ehrenberg: Tag des offenen Denkmals. Der andere Garten von Trippstadt. 380 KB, 2007, abgerufen am 18. März 2010.
  3. Tourismus-Marketing Kaiserslautern: Karlstal
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