Amt Angermund
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Amtes Angermund
Amt Angermund
Deutschlandkarte, Position des Amtes Angermund hervorgehoben
51.3299694444446.7801083333333
Basisdaten (Stand 1929)
Bestandszeitraum: 1500–1929
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Einwohner: .
Amtsgliederung: 14 Gemeinden
Adresse der
Amtsverwaltung:
Angermund

Das Amt Angermund war eine Verwaltungseinheit und Teil des historischen Territoriums Berg. Das Amt Angermund bildet zwar eine geographische und kulturelle Einheit, heute jedoch keine politische und administrative Einheit mehr.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das bergische Amt Angermund entsprach weitestgehend dem Gebiet um den Angerbach, einem 35,8 km langen rechtsrheinischen Zufluss zum Niederrhein. Im Norden wurde das Amt Angermund begrenzt durch die Stadt Duisburg, im Nordwesten durch die Stadt Uerdingen, im Osten durch die Reichsabtei Werden mit Kettwig an der Ruhr und im Süden durch die Stadt Düsseldorf.

Geschichte

Am südlichen Ende des alten Ortskerns von Düsseldorf-Angermund befindet sich die Burg Angermund aus dem 14. Jahrhundert. Sie war neben Haus Angerort eine der nördlichsten Bastionen der Grafen von Berg und Sitz des Amtmanns zu Angermund. Die älteste urkundliche Überlieferung aus dem Jahr 1188 nennt sie Castrum Angermunt et curiam. Spätestens im Jahr 1423 hatte sich der Ort nahe der Burg zur Freiheit Angermund entwickelt.

St.-Dionysius-Kapelle zwischen Mündelheim und Wittlaer von 1723

Um 1500 wurden durch den Amtmann in Angermund die Dörfer Angermund, Wittlaer, Kalkum, Bockum (bei Wittlaer), Kaiserswerth, Rath, die heutigen Duisburger Stadt- und Ortsteile Mündelheim, Hüttenheim, Ungelsheim, Serm, Ehingen, Huckingen, Buchholz, Großenbaum und Rahm, die Ortschaften Velbert, Heiligenhaus, Lintorf, Ratingen, sowie kleinere südliche Teile der heutigen Stadt Mülheim an der Ruhr verwaltet.

Das zuständige Gericht für das Amt Angermund saß in dem nahe Kaiserswerth gelegenen (um 1700 im spanischen Erbfolgekrieg völlig untergegangen) Ort Kreuzberg. Es war eines der bedeutendsten Gerichte der Grafschaft Berg, das schon im 12. Jahrhundert als ein Grafengericht unter dem Vorsitz eines fürstlichen Amtmanns erwähnt ist.

Als Beamter des Landesherrn war der Amtmann von Angermund auch Vorsitzender des Schöffengerichts in Düsseldorf und Amtmann von Düsseldorf, bis seit etwa 1335 in seiner Vertretung ein Schultheiß Gerichtsvorsitzender in Düsseldorf wurde. 1371 löste Graf Wilhelm von Berg Düsseldorf ganz aus dem Verband des Landgerichts Kreuzberg und gab Düsseldorf damit die volle Gerichtshoheit.

Als das Herzogtum Berg 1806 in das napoleonische Großherzogtum Berg umgewandelt wurde, verlor der alte bergische Amtssitz immer weiter an Bedeutung. 1815 wurde das Großherzogtum Berg zunächst Teil der preußischen Provinz Jülich-Kleve-Berg, 1822 dann der Rheinprovinz.

Am 1. August 1929 wurde das Amt Angermund aufgespalten. Ein Teil wurde nach Duisburg ausgegliedert (Huckingen, Mündelheim, Serm, Ehingen, Rahm, Großenbaum, Wedau, Bissingheim und Buchholz). Der andere Teil (Lintorf, Angermund, Kalkum, Wittlaer, Bockum) ging im neuen Amt Ratingen Land (preußische Rheinprovinz, Regierungsbezirk Düsseldorf), später in Amt Angerland umbenannt, auf.

Das Gebiet des historischen Amtes Angermund gehört damit heute zu den Städten Düsseldorf, Duisburg, Mülheim, Essen sowie zum Kreis Mettmann.

Liste der Amtmänner

Unter anderen standen folgende Amtmänner der Verwaltung vor:[1][2]

  • 1280: Jakob von Gustinchen
  • 1303: Albert gen. Sobbe von Heltorf
  • 1312: Hermann von Kalkum (Calcheym)
  • 1327: Gobelinus gen. Schoke
  • 1335: Heinrich von Grafschaft
  • 1343–1347: Reyner von Landsberg
  • 1348: Bernhard von Landsberg
  • 1349: Heinrich III. EH von Grafschaft
  • 1353 und 1355: Reyner von Landsberg
  • 1362–1363: Dietrich von Leuchtmar
  • 1365–1371: Dietrich V. von Broich
  • 1368–1391: Hermann von der Seeldonck
  • 1392: Arnold von Kalkum
  • 1393–1395: Reynekin von Ulenbroich
  • 1394–1395: Hermann von Winkelhausen
  • 1398: Heinrich Rombliaen von Leuchtmar
  • 1399: Arndt von Kalkum (Calchem)
  • 1400: Heinrich Rombliaen von Leuchtmar
  • 1402: Rutger von der Horst
  • 1404: Gernot von Kalkum (Calcheim)
  • 1405: Wenzel von Loe
  • 1407: Reinhard von Landsberg
  • 1407–1408: Wilhelm von Kalkum
  • 1414: Hermann Ovelacker
  • 1428–1430: Everhard Bolze
  • 1432–1436: Bernhard von der Vorst
  • 1438–1460: Ailf von Quade
  • 1460–1475: Stael von Holstein
  • 1468–1481: Hermann von Hammerstein
  • 1475: Ruprecht von Stein
  • 1489–1509: Wilhelm von Hammerstein
  • 1509–1515: Gerhard Steinhaus
  • 1515: Gerhard von Troistorp zu Heltorf
  • 1522–1527: Gerhard von Troistorp zu Angerort
  • 1527–1543: Johann von Gogreve
  • 1543–1567: Sybert von Troistorp
  • 1568: Diederich von Horst
  • 1570: Adolf Scheidtmann
  • 1571–1591: Dietrich von der Horst
  • 1596: Rütger von der Horst

Weblinks

Siehe auch

Literatur

  • Die Kellner zu Angermund. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, Bd. 4, S. 252, C. Kraus, Düsseldorf 1889. (Liste der Kellner des Amtes vom 14. Jh. bis 1801)
  • J. H. Kessel: Geschichte der Stadt Ratingen mit besonderer Berücksichtigung des ehemaligen Amtes Angermund, Köln u.a., Schwann, 1877. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • A. Brendler: Die Entwicklung des Bergischen Amtes Angermund. In: Rheinische Vierteljahrsblätter, Jg. 63, 1999, S. 124 ff.

Einzelnachweise

  1. Axel Kolodziej: Herzog Wilhelm I. von Berg (1380–1408). Neustadt an der Aisch 2005, S. 207.
  2. Heinz Schmitz: Angermunder Land und Leute. Band 1, Düsseldorf 1979, S. 28 ff.

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