Amt Harsewinkel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Amtes Harsewinkel
Amt Harsewinkel
Deutschlandkarte, Position des Amtes Harsewinkel hervorgehoben
51.9666666666678.2330555555556
Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1804–1972
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Einwohner:

4.485 (1841)

Amtsgliederung: 4 Gemeinden

Das Amt Harsewinkel ist ein ehemaliges Amt im Osten des Kreises Warendorf in Nordrhein-Westfalen, Deutschland mit Sitz in der amtsangehörigen Stadt Harsewinkel. Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt zum 31. Dezember 1972 aufgelöst, Rechtsnachfolgerin ist die Stadt Harsewinkel, die gleichzeitig zum Kreis Gütersloh im Regierungsbezirk Detmold kam.

Inhaltsverzeichnis

Amtsgliederung

Bei der Gründung des Amtes am 1. Januar 1804 wurden das Wigbold Harsewinkel, das Kirchspiel Harsewinkel (bestehend aus den Bauerschaften Beller, Rheda, Überems, Oester, Remse und der Hovesaat des aufgehobenen Klosters Marienfeld. Das Wigbold Harsewinkel durfte sich von nun an Stadt Harsewinkel nennen.

Durch königliche Kabinettsorder am 6. Juli 1804 werden die Bauerschaften Oester und Remse sowie die Hovesaat des Klosters zur politischen Gemeinde Marienfeld zusammengefasst. Damit war der Zustand vor der Gründung des Klosters im Jahr 1185 wieder hergestellt.

1820 wurde die Gemeinde Greffen aus dem Amt Sassenberg herausgelöst und dem Amt Harsewinkel zugeschlagen. Damit deckte sich das Amt mit der Grundherrschaft des ehemaligen Klosters.

1937 wurden die Stadt Harsewinkel und die Gemeinde Kirchspiel Harsewinkel zusammengelegt.

Geschichte

Zum 1. Januar 1804 wurde das Amt Harsewinkel nach der Säkularisation 1803 eingerichtet. Das Amt gehörte zum Kreis Warendorf, der ebenfalls neu gegründet wurde. Der frühere Amtsdrost Freiherr von Ketteler aus Sassenberg wurde zum Königlich Preußischen Landrat in Warendorf ernannt.

Das erste Amtshaus stand in Marienfeld, weil von dort auch der erste Bürgermeister, Wilhelm Anton Linzen stammt. Die Harsewinkler ärgerten sich darüber, weil sie den Bürgermeister lieber in Harsewinkel gehabt hätten.

Bürgermeister, Amtmänner und Amtsdirektoren

Von der Gründung des Amtes Harsewinkel bis 1919 waren die Amtmänner auch gleichzeitig Bürgermeister von Harsewinkel:

  • 1804−1818: Wilhelm Anton Linzen
  • 1818−1846: Eduard Wendland
  • 1836−1838: Carl Anton Diericks (kommissarisch als Vertretung für Wendland)
  • 1846−1852: Johannes Wildermann
  • 1853−1891: Georg Diepenbrock (* 3. Mai 1819; † 12. April 1892)
  • 1891−1919: August Diepenbrock (* 4. März 1858; † 11. August 1919)

Nach 1919 waren die Bürgermeister von Harsewinkel und die Amtmänner getrennte Ämter. Ab 1927 wurde der Amtmann Amtsbürgermeister genannt. Nach 1945 wurde die britische Gemeindeordnung eingeführt und der Amtsbürgermeister wurde Amtsdirektor.

  • 1919−1923: Karl Agethen
  • 1923−1929: Paul Kirchner
  • 1930−1945: Hermann Storp
  • 1945−1948: Heinz Kollas
  • 1949−1971: August Haverkamp
  • 1971−1972: Bernhard Kemmner

1946 wurde das Amt des Amtsbürgermeisters eingeführt. Dies war ein Ehrenamt; der Amtsbürgermeister stand dem Amtsrat vor.

  • 1945−1948: Bernhard Overesch
  • 1948: Gerhard Deppenwiese sen.
  • 1948−1952: Heinrich Grawe gt. Vogelsang
  • 1952−1956: August Meyer zu Rheda
  • 1956−1961: Heinrich Grawe gt. Vogelsang
  • 1961−1972: August Meyer zu Rheda

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1818 5.027
1841 4.485
1885 3.986
1925 5.000
1934 13.100

Literatur

  • Walter Werland; Stadt Harsewinkel (Hrsg.): 1000 Jahre Harsewinkel – Zur Heimatgeschichte der Stadt an der Ems. Aschendorff´sche Verlagsbuchhandlung, Münster 1965.
  • Stadt Harsewinkel (Hrsg.): ... dann machen wir es allein. Beiträge zur Geschichte der Stadt Harsewinkel.. Harsewinkel 1996.

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