Amt Niedersfeld

Beim Amt Niedersfeld handelte es sich um eines der Ämter, die in Preußen im 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit kommunalen Reformen eingerichtet wurden. Das Amt entstand am Anfang der 1840er-Jahre im Kreis Brilon aus Teilen der alten Bürgermeisterei Winterberg und bestand bis zum Jahr 1975. In diesem Jahr wurde es vollständig in die vergrößerte Stadt Winterberg überführt.

Geschichte

Als die Stadt Winterberg 1837 aus dem Bürgermeistereiverbund ausschied, bildeten die übriggebliebenen Gemeinden bald darauf das neue Amt Niedersfeld. Seinen Namen erhielt es von der größten Gemeinde. Seinen Sitz hatte es in Winterberg, denn der Bürgermeister von Winterberg war bis 1960 gleichzeitig Hauptgemeindebeamter des Amtes Niedersfeld. Sein Archiv ging als „Bestand D“ im Winterberger Stadtarchiv auf.

Das Amt umfasste die Gemeinden Altastenberg, Elkeringhausen, Grönebach, Hildfeld, Niedersfeld und Silbach. Es bestand aus vier räumlich durch die Stadt Winterberg voneinander getrennten Gebieten.

Im Jahr 1864 hatte es 2370 Einwohner. Bis 1939 war diese Zahl auf 2715 gestiegen. Durch den Flüchtlingsstrom aus den früheren deutschen Ostgebieten nach 1945 wuchs die Zahl bis 1950 auf 3847. Elf Jahre später (1961) war die Einwohnerzahl wieder bis auf 3369 gesunken. Fünf Jahre später hatte das Amt Niedersfeld im Jahr 1966 bei einer Fläche von 41,4 km² wieder eine Einwohnerzahl von 3810 Menschen. 1961 arbeiteten hier 1727 Erwerbspersonen, von denen 29 Prozent in Land- und Forstwirtschaft, 42,5 Prozent im produzierenden Gewerbe und der Rest in sonstigen Berufen beschäftigt war. 1961 bekannten sich 3103 Personen als Katholiken und 240 als evangelische Christen.

Das Amt bestand bis auf eine kurzzeitige Unterbrechung während der Nazizeit bis zum Jahr 1975. In diesem Jahr wurden das Amt aufgelöst und seine Gemeinden in die vergrößerte Stadt Winterberg überführt.

Literatur

  • Paul Aust: Reizvolles Winterberg mit seinen Dörfern, Winterberg 1996 ISBN 3-9803156-4-9
  • Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Kurkölnisches Sauerland, Arnsberg 1986, S. 69, 203.
  • Statistische Rundschau für den Landkreis Brilon, herausgegeben vom Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1967.
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