Amt Norf

Das Amt Norf gehörte bis 1974 dem Kreis Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahre 1816 wurde die preußische ländliche Samtgemeinde Norf mit den Bürgermeistereien Norf und Grimlinghausen gebildet. Die Bürgeremeisterei Norf bestand aus dem den zwei Spezialhaushaltgemeinden Norf und Rosellen. Die Bürgermeisterei Grimlinghausen bestand aus den beiden Gemeinden Grimlinghausen und Uedesheim. Die Ortschaft Elvekum war zunächst zwischen den Gemeinden Norf und Rosellen geteilt und kam ca. 1870 ganz zur Gemeinde Rosellen. Nach dem 1. Weltkrieg werden Teile der Bürgermeisterei von französischen Truppen besetzt. 1927 erfolgt die Umbenennung der Bürgermeisterei in Amt Norf. Dem Bürgermeister zur Seite steht ein "Bürgermeisterrath". 1929 werden die Gemeinden Grimlinghausen und Uedesheim in die Stadt Neuss eingemeindet. Die Ortschaft Stüttgen kommt an die Gemeinde Norf. Damit erhält diese einen direkten Zugang zum Rhein. Einen zwangsweisen Zusammenschluss mit dem Amt Nievenheim konnte das Amt Norf 1930 abwehren. 1974 scheitert der Plan, aus den Gemeinden Norf, Rosellen, Gohr, Nievenheim und dem Ortsteil Neuss-Erfttal eine Gemeinde zu bilden. 1975 wurde das Amt Norf aufgelöst und in die Stadt Neuss eingegliedert.

Einwohner

  • 30. Juni 1974: 13.987 Einwohner

Politik

Amtsbürgermeister

  • ca. 1834 Peter Steins - auch für Grimlinghausen
  • 1945 - 1948 Adolf Göggel (CDU)
  • - 1974 Heinrich Schumacher (CDU), Hermann Grunewald (SPD) sein Stellvertreter.

Amtsdirektor

  • 1946 - 1947 Albert Leusch
  • 1948 - 1957 Wilhelm Effertz
  • 1958 - 1970 Bernd Reinders
  • 1970 - 1974 Willi Kühn. Sein allgemeiner Vertreter war Horst Melchert.

Wirtschaft

Im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts war das spätere Amt Norf überwiegend landwirtschaftlich orientiert. In Grimlinghausen richtete sich ein kleiner Zweig dem Fischfang zu. Mit dem Bau einer Eisenbahnlinie von Köln über Neuss nach Krefeld erhielt Norf im Jahre 1856 eine Bahnstation. Diese beschleunigte die Ansiedlung des ersten gewerblich-industriellen Betriebes, einer Sauerkrautfabrik, in Norf. Nach 1945 entstehen auf dem Gebiet des Amtes Norf auch Großbetriebe. So siedeln sich die Firmen Vereinigte Aluminiumwerke Rheinwerk - die 1962 mit der Verhüttung von Aluminium beginnen - und Alu Norf. Dadurch steigt die Zahl der Industriebeschäftigen in den folgenden Jahren kräftig. Waren noch 1961 unter 74 Personen in der Industrie beschäftigt, so waren es 1974 mehr als 3.000 Menschen.

Landwirtschaft

1816 hatten die Gemeinden Norf und Rosellen folgenden Tierbestand:

  • Fohlen: 7
  • Pferde: 102
  • Stiere: 4
  • Ochsen: 33
  • Kühe: 300
  • Jungvieh (Rinder): 90
  • Schafe: 400
  • Ziegen: 25
  • Schweine: 130

Ab 1840 wurde durch die Meliorationen des Norfbaches neue Ackerbauflächen geschaffen. Im 20. Jahrhundert erhielt der Norfer Weißkohl einen breiten Absatzmarkt. 1945 gab es noch 45 landwirtschaftliche Betriebe im Amt Norf. 1960 sank die Zahl auf 25 und 1974 waren es noch 16 Betriebe, davon drei landwirtschaftliche Betriebe in Norf.

Literatur

  • Bert Pütz: Nor ap, Norpe, Norf. Norf 1974.
  • Heinz Ohletz: 1929-1974 Jahre Menschen Initiativen im Großkreis Grevenbroich.o.O., (1975)

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