Amt Porz

Das Amt Porz war eine Verwaltungseinheit und Teil des historischen Territoriums Herzogtum Berg in der Gegend um Köln und Düsseldorf.

Um das Jahr 1150 wurde der so genannte Deutzgau in das Herrschaftsgebiet eingegliedert. Es wurde neben Bensberg zur Amtsverwaltung des Amtes Porz-Bensberg und zum Sitz des Hauptgerichts für die Gebiete südlich der Wupper.

Damit erstreckte sich dieses alte Bergische Amt Porz weit über die alten Stadtgrenzen der Stadt Porz hinaus. Ursprünglicher Hauptort des Amtes war Bensberg. Aber die Bedeutung, die Porz schon seit dem 11. Jahrhundert als Hauptgericht aller Bergischen Lande südlich der Wupper zukam, scheint auch die Verlegung von Bensberg nach Porz bewirkt haben.

Amt Porz und Amt Steinbach 1789

Die erste urkundliche Erwähnung des Hauptgerichtes in Porz erfolgte im Jahr 1286. Eine Verwaltungsreform im Jahr 1255 vergrößerte das Gebiet des Amtes Porz, es umfasste unter anderem die Orte: Altenberg, Odenthal, Hebborn (heute ein Stadtteil von Bergisch Gladbach), Dün(n)wald, Paffrath (heute ein Stadtteil von Bergisch Gladbach), Bergisch Gladbach, Bensberg, Stammheim, Mülheim, Brück, Deutz, Heumar, Poll, Zündorf, Wahn und Langel.

Von dem Ambt Portz
Dieses Ambt ist ein schönes, großes Ambt, hat ohne die Herrschaft Otenthal und die Scheiderhöhe, welches letztere ein besonderes Kirchspiel ist, 20 Kirchspiel als 1. Flittert, 2. Dünnewaldt, 3. Pafrath, 4. Gladbach, 5. Duhrscheid, 6. Herckelrath, 7. ImmeKeppel, 8. Bensberg, 9. Raefrath, OberSündorp, 17. niederSündorp, 18. Ensen, 19. Sandt, 20. Stammen.
Unter diesen allen ist Mülheim allein evangelisch, die anderen alle sambt der Herrlichkeit Otenthal und obebbenannter Scheiderhöh sind katholisch, welche letztere in dieser Beschreibung deswegen gleichsam davon absondere, weilen sie nicht unter dem Ambtsrichter stehen, sondern ihre beonderen Richters haben…“

Ploennies' Topographie von 1715 Topographia Ducatus Montani Erich Philipp Ploennies

Schon 1286 verfügte Porz über ein überregoniales Gericht. Porz entwickelte sich in den folgenden Jahren zum Verwaltungssitz des Amtes Porz im Herzogtum Berg, zu dem die rechtsrheinischen Orte Brück, Buchheim, Dünnwald, Eil, Ensen, Flittard, Grengel, Heumar, Langel, Libur, Lind, Merheim, Mülheim am Rhein, Rath, Stammheim, Urbach, Wahn, Westhoven und Zündorf, sowie Bergisch Gladbach, Bensberg, Dürscheid und Immekeppel gehörten. Damit erstreckte sich dieses alte Bergische Amt Porz weit über die alten Stadtgrenzen der Stadt Porz hinaus. Ursprünglicher Hauptort des Amtes war Bensberg mit der Kellnerei. Aber die Bedeutung, die Porz schon seit dem 11. Jahrhundert als Hauptgericht aller Bergischen Lande südlich der Wupper zukam, scheint auch die Verlegung von Bensberg nach Porz bewirkt haben. An der Spitze des Amtes stand der Amtmann. Er führte die Verwaltungsgeschäfte und war in Porz zugleich Richter des Hauptgerichts. Es konsultierten in Porz die Landgerichte Odenthal, Bensberg, Kürten, Wipperfürth (Wipperfürt-Land, zum Amt Steinbach gehörend), Lindlar mit Eckenhagen, Overath, Wolfsdorf bei Siegburg, Troisdorf, Bergheim an der Sieg und Lülsdorf. Zum Amt Port rechnete man auch das „Bergische Scheiderhöh“ mit Altenrath und Schönrath.

Noch größere Bedeutung erhielt das Amt des Richters von Porz durch die Funktionen, die ihm durch das Hauptland- und Rittergericht - Hochgericht zu Opladen aufgetragen waren.

Amt Porz:
…Das Terrain ist nach der Rheinseite gut, das meiste aber ist Mittelland. Es gibt wenig Wiesen, dagegen nach der Bergseite viel Holz und wüste Heiden. die Untertanen haben außer Mülheim, wo allwo viel Florettband gemacht wird, keine Fabriques, sie können aber alles commode (bequem) nach Cöln zum Markt bringen und halten derohalben eine große Menge Vieh“

Victor Loewe: Beschreibung des Herzogtum Berg (1740)

Wandlungen zum heutigen Köln-Porz

Das Ende des alten Amts Porz kam im Jahr 1795 in der Besatzungszeit der Franzosen. Das Amt Porz wurde zum Arrondissement (Kreis) Mülheim und das Botenamt Porz wurde in die Bürgermeistereien Heumar und Wahn aufgeteilt. Später entstand die selbstständige Gemeinde Porz am Rhein, welche 1951 die Stadtrechte erhielt. Seit 1975 ist Porz am Rhein einer von neun Stadtbezirken von Köln. Weiteres zur Geschichte von Porz am Rhein und Köln-Porz siehe Köln-Porz (Stadtbezirk).

Siehe auch


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