Amt Rügenwalde

Das Amt Rügenwalde, auch Rügenwalder Amt, war ein geographisch zusammenhängender historischer Verwaltungsbezirk außerhalb des Stadtgebiets von Rügenwalde in Hinterpommern. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand das Rügenwalder Amt aus insgesamt 52 Dörfern und 14 Ackerwerken (Gutsbetrieben). Obwohl sich der Verwaltungssitz zuletzt im Herzogsschloss von Rügenwalde befand, zählten die Stadt Rügenwalde selbst und die im Stadtgebiet liegenden Eigentumsdörfer Grupenhagen (heute polnisch Krupy), Rußhagen (Rusko), Sellen (Zielnowo), Schöningswalde (Sińczyca), Suckow und Zizow (Cisowo) nicht zum Rügenwalder Amt.

Das Rügenwalder Amt umgab das Stadtgebiet von Rügenwalde hufeisenförmig. Die westliche Grenze des Verwaltungsbezirks war die spätere Kreisgrenze Köslin/Schlawe mit dem ‚Gollen‘, einem markanten Hügel von 130 m Höhe (von den Einheimischen als ‚Berg‘ bezeichnet). Im Osten grenzte der Bezirk an den Kreis Stolp. Die südliche Grenze bildete die alte Handels- und Heerstraße Köslin-Schlawe-Stolp, die nördliche das Südufer der Ostsee.

Vor der Reformation hatte das Rügenwalder Amt aus 20 Dörfern bestanden. Im Zuge der Reformation kamen 26 Abteidörfer hinzu, die zuvor zum Kloster Buckow gehört hatten. Das Amt Rügenwalde wurde so zum größten Verwaltungsbezirk seiner Art in Hinterpommern.

Literatur, Quellen

  • Friedrich Gottlob Leonhardi, Hrsg.: Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. 3. Band, 2. Abteilung, Halle 1794, S. 878-880.
  • Christian Friedrich Wutstrack, Hrsg: Nachtrag zur Kurzen historisch-geographisch-statistischen Beschreibung von dem königlich-preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Stettin 1795, (S. 241 ff.) (Nachdruck: Nabu Press 2010, ISBN 1-145-006647)
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann, Hrsg.: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und , HrsgHinterpommern. Band 2, Stettin 1784, S. 851-865.
  • Hilmar Bürger: Das Rügenwalder Amt – Geschichte und Bewohner. Pommerscher Greif, Lübeck-Travemünde 2002, ISBN 3-00-010510-7.
  • Gerd Fuhrmann: Die Bewohner des Rügenwalder Amtes im Jahr 1662. In: Familiengeschichtliche Mitteilungen. 7. Jahrgang, 1939, S. 81–85. (PDF)
  • Adelheid v. Livonius: Schulzen und Lehnsschulzengeschlechter in den Ämtern Stolp und Rügenwalde. In: Unser Pommerland. 20. Jahrgang, 1935, Heft 7/8. (PDF)
  • Ulrich Neitzel, Mathias Sielaff: Die Einwohnerlisten des Rügenwalder Amtes 1731–1803. Genealogische Schriften für Ostpommern, Band 1. Löhne/Westfalen 2001, S. 5–44.
  • Karl Rosenow: Die Verwaltung des Rügenwalder Amtes vom 16.–18. Jahrhundert. In: Manfred Vollack (Hrsg): Der Kreis Schlawe - Ein Pommersches Heimatbuch. Band I: Der Kreis als Ganzes. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1986, ISBN 3-88042-239-7, S. 573–580.

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