Amt Salzkotten-Boke
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Amtes Salzkotten-Boke
Amt Salzkotten-Boke
Deutschlandkarte, Position des Amtes Salzkotten-Boke hervorgehoben
51.6691678.602833
Basisdaten (Stand 1974)
Bestandszeitraum: 1859–1974
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Büren
Fläche: 168 km²
Einwohner:

22.771 (31. Dez. 1973)

Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Amtsgliederung: 16 Gemeinden
Adresse der
Amtsverwaltung:
Amtsverwaltung
4796 Salzkotten

Das Amt Salzkotten-Boke ist ein ehemaliges Amt des Kreises Büren in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, mit Sitz in der amtsangehörigen Stadt Salzkotten.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Das Amtsgebiet bildet den sogenannten Entenkopf im Nordwesten des Kreises Büren und liegt im Südosten der Westfälischen Bucht. Die nordwestlichen Gemeinden gehören zur Lippeniederung, während die meisten anderen Gemeinden im östlichen Hellwegraum liegen. Lediglich im äußersten Südosten (östlich der Alme) hat das Amt Anteil an der Paderborner Hochfläche, die den größten Teil des übrigen Kreisgebietes bedeckt.

Nachbargemeinden und -ämter

Beginnend an der Nordwestspitze im Uhrzeigersinn grenzen an das Amt Salzkotten-Boke: das Amt Rietberg (Kreis Wiedenbrück), die Ämter Delbrück, Neuhaus und Kirchborchen (Kreis Paderborn), die Ämter Atteln und Büren-Land, (Kreis Büren), alle Regierungsbezirk Detmold, sowie die Stadt Geseke, das Amt Störmede und die Stadt Lippstadt (Kreis Lippstadt), Regierungsbezirk Arnsberg.

Politik

Amtmänner und Amtsbürgermeister

  1. 1859-1885: Klemens Reichsgraf von Meerveldt († 9. April 1885)

Wappen

Am 12. Oktober 1949 erhält das Amt Salzkotten-Boke durch Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen die Erlaubnis, ein Wappen und ein Siegel zu führen.

Wappenbeschreibung
„Gespalten, vorn in Rot ein aufgerichtetes gelbes (goldenes) Kleeblatt, hinten in gelbem (goldenen) Feld ein aufgerichtetes grünes Buchenblatt.“
Bedeutung

Das Dreiblatt ist das Wappenbild der Stadt Salzkotten, das Buchenblatt ist Bestandteil des Gemeindewappens von Boke. Die Farben Rot und Gold sind die des Hochstifts Paderborn.


Geschichte

Bis 1802 gehört das Gebiet des Amtes zum Hochstift Paderborn und wird dann von Preußen annektiert. Zwischen 1807 und 1813 ist das ehemalige Hochstift Teil des Königreichs Westfalen, dessen Verwaltungsgliederung in Départements und Kantone nach französischem Vorbild gestaltet ist.

Nach der französischen Niederlage fällt das Hochstift an Preußen zurück, das es seiner Provinz Westfalen eingliedert. Am 18. Oktober 1816 wird der Kreis Büren durch Verordnung der Königlichen Regierung in Minden gebildet. Dabei richtet sich die Grenzziehung nach den Grenzen der Kantone aus der Zeit der französischen Besetzung.

1832 kommen die beiden Gemeinden Oberntudorf und Niederntudorf vom Kreis Paderborn, bislang Kanton Kirchborchen, zum Kanton Salzkotten. Von 1836 bis 1938 wird die Stadt Salzkotten nach der Städteordnung verwaltet und ist während dieser Zeit amtsfrei, bleibt aber Sitz der Amtsverwaltung. 1841 wird die bislang schon praktizierte Untergliederung des Kreises Büren in Ämter (bislang Kantone) abgesegnet. Dabei umfasst das Amt Boke die Gemeinden Anreppen, Bentfeld, Boke, Garfeln, Hörste, Rebbeke, Schwelle und Verlar, das Amt Salzkotten die Gemeinden Oberntudorf, Niederntudorf, Scharmede, Thüle, Upsprunge und Verne.

1859 wird für die Ämter Salzkotten und Boke Personalunion verfügt, so dass beide Ämter von einem Amtmann verwaltet werden. Klemens Graf Meerveldt, seit 1857 Amtmann des Amtes Boke, übernimmt dieses Doppelamt bis zu seinem Tode 1885. 1861 wird Mantinghausen von Rebbeke getrennt. 1936 wird die Selbständigkeit des Amtes Boke gegen den Widerstand der Boker Amtsvertretung auch de jure aufgehoben. Die Amtsvertretung erreicht lediglich, dass der Name Boke im Namen des Amtes Salzkotten-Boke weiter bestehen bleibt.

Am 1. Januar 1975 tritt das Sauerland/Paderborn-Gesetz in Kraft, wodurch fast das gesamte Gebiet des Kreises Büren mit dem bisherigen Kreis Paderborn zusammengelegt wird. Die drei nördlichen Lippegemeinden Anreppen, Bentfeld und Boke kommen zu Delbrück, während die drei westlichen Lippegemeinden, Garfeln, Hörste und Rebbeke, nach § 45 des Münster/Hamm-Gesetzes in die Stadt Lippstadt eingegliedert werden und dadurch zum Kreis Soest kommen. Die übrigen Gemeinden des Amtes werden zur neuen Stadt Salzkotten zusammengeschlossen und in den neuen Kreis Paderborn eingegliedert. Rechtsnachfolgerin des Amtes Salzkotten-Boke ist die neue Stadt Salzkotten.

Städte und Gemeinden des Amtes Salzkotten-Boke

(Fläche und Wohnbevölkerung Stand 31. Dezember 1973, Verwaltungssitz*)

  1. Anreppen: 899 E, 10 km², 90 m ü. NN
  2. Bentfeld: 871 E, 8 km², 94 m ü. NN
  3. Boke: 1817 E, 16 km², 90 m ü. NN
  4. Garfeln: 403 E, 4 km², 82 m ü. NN
  5. Hörste bei Lippstadt: 1215 E, 7 km², 82 m ü. NN
  6. Mantinghausen: 627 E, 6 km², 83 m ü. NN
  7. Niederntudorf: 1733 E, 15 km², 162 m ü. NN
  8. Oberntudorf: 880 E, 6 km², 180 m ü. NN
  9. Rebbeke: 608 E, 12 km², 82 m ü. NN
  10. Salzkotten*, Stadt: 5949 E, 24 km², 97 m ü. NN
  11. Scharmede: 1850 E, 9 km², 106 m ü. NN
  12. Schwelle: 563 E, 8 km², 85 m ü. NN
  13. Thüle: 1390 E, 15 km², 97 m ü. NN
  14. Upsprunge: 974 E, 8 km², 105 m ü. NN
  15. Verlar: 742 E, 4 km², 84 m ü. NN
  16. Verne: 2250 E, 16 km², 98 m ü. NN

Literatur

  • Dr. Heinrich Pohlmeier: 150 Jahre Landkreis Büren, Hg.: Landkreis Büren, Büren 1966
  • Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren, Hg.: Kreisverwaltung Büren, Paderborn 1974, ISBN 3-506-73840-2

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