Amt Steinau

Das Amt Steinau war seit 1278 ein Lehen der Fürstabtei Fulda an die Herrschaft, später Grafschaft Hanau-Münzenberg. Es stammt vermutlich aus der Mitgift der Elisabeth von Rieneck, die sie in ihre Ehe mit Ulrich I. von Hanau einbrachte.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Im Rahmen des Hanau-Münzenberger Landesteils der Grafschaft Hanau war das Amt Steinau Zentrum der Verwaltung der so genannten Obergrafschaft. Es wurde gerne als Witwensitz an die Witwen Hanauer Grafen vergeben, die dann auf Schloss Steinau in der gleichnamigen Stadt, Steinau an der Straße, residierten.

Mit dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 fiel das Amt – zusammen mit der ganzen Grafschaft Hanau-Münzenberg – an die Landgrafschaft Hessen-Kassel aus der Anfang des 19. Jahrhunderts das Kurfürstentum Hessen wurde. Dort wurde es mit der Verwaltungsreform von 1821 großteils dem neu gebildeten Landkreis Schlüchtern zugeschlagen. 1866 wurde das Kurfürstentum nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert und ist nach dem Zweiten Weltkrieg Bestandteil Hessens geworden. Mit der hessischen Gebietsreform wurde der ehemalige Kreis Schlüchtern 1974 dem Main-Kinzig-Kreis zugeschlagen.

Bestandteile

Einwohnerentwicklung

  • 1632[1]: 275 Familien
  • 1707: 233 Familien
  • 1754: 1.470 Einwohner

Literatur

  • Regenerus Engelhard: Erdbeschreibung der Hessischen Lande Casselischen Antheiles mit Anmerkungen aus der Geschichte und aus Urkunden erläutert. Teil 2, Cassel 1778, ND 2004, S. 799.
  • Ernst Hartmann: Geschichte der Stadt und des Amtes Steinau a.d.Str. Steinau 1971.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926.

Einzelnachweise

  1. In den Jahren 1632, 1707 und 1754 wurde in der Grafschaft Hanau die Zahl der Einwohner ermittelt. Die Zahlen sind hier wiedergegeben nach Erhard Bus: Die Folgen des großen Krieges – der Westen der Grafschaft Hanau-Münzenberg nach dem Westfälischen Frieden. In: Hanauer Geschichtsverein: Der Dreißigjährige Krieg in Hanau und Umgebung = Hanauer Geschichtsblätter 45 (2011), ISBN 978-3-935395-15-9 (formal falsche ISBN), S. 277-320 (289ff.)

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