Amt Steinheim (Westfalen)

Das Amt Steinheim war ein bis 1807 bestehendes Amt im Fürstbistum bzw. Fürstentum Paderborn und ein von 1936 bis 1969 bestehendes Amt im ostwestfälischen Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Fürstbistum Paderborn

Im Fürstbistum Paderborn bestand schon seit dem ausgehenden Mittelalter ein Amt Steinheim. Es war Teil des Oberwaldischen Distrikts des geistlichen Territoriums. Es umfasste vier Pfarreien: Bredenborn, Steinheim mit Breitenhaupt, Eichholz, Menzerbrock, Ottenhausen, Rolfzen und Thienhausen, Vinsebeck mit Bergheim und schließlich Vörden. Im Amt lebten zum Ausgang des 18. Jahrhunderts etwa 3500 Menschen. An seiner Spitze stand ein Drost, zuletzt Maximilian Graf von Wolff-Metternich zu Vinsebeck.[1]

19. Jahrhundert

1802/03 annektierte Preußen das Amt und führte es zunächst im Fürstentum Paderborn weiter. Nach dem napoléonischen Zwischenspiel des Königreichs Westphalen (1807-1813, Departement der Fulda, Kanton Höxter) wieder die Landesherrschaft übernahm, kam es in der Folgezeit zu umfassenden Verwaltungsreformen. Ab 1841 existierte das Amt Nieheim-Steinheim, das mit Ausnahme von Hagedorn alle Gemeinden der späteren Ämter Nieheim und Steinheim umfasste.

20. Jahrhundert

Das Amt Nieheim-Steinheim wurde 1936 aufgeteilt. Hagedorn wurde vom Amt Vörden in das Amt Steinheim eingegliedert.

Am 1. Januar 1964 wurde die Gemeinde Vordereichholz gegründet, wofür die Gemeinden Bergheim, Ottenhausen, Steinheim und Vinsebeck (Amt Steinheim) sowie Eversen und Nieheim (Amt Nieheim) ein Gebiet von insgesamt 4,62 km² abtraten.

Aufgrund eines Gebietsänderungsvertrages vom 11. September 1968 und § 5 des „Gesetzes zur Neugliederung des Kreises Höxter“ vom 2. Dezember 1969, das in § 8 Abs. 5 auch den Gebietsänderungsvertrag mit Einschränkungen bestätigt, schlossen sich die Gemeinden des Amts, mit Ausnahme von Kempenfeldrom, mit der Gemeinde Grevenhagen, einer Exklave des Kreises Detmold, zum 1. Januar 1970 zur neuen Stadt Steinheim zusammen. Eine Einschränkung für den Gebietsänderungsvertrag bestand darin, dass er nicht für die Gemeinde Kempenfeldrom gilt, die gemäß § 5 des „Gesetzes zur Neugliederung des Kreises Detmold“ vom 2. Dezember 1969 zum 1. Januar 1970 in den Kreis Detmold eingegliedert und mit 13 weiteren Gemeinden des Kreises zur neuen Stadt Horn-Bad Meinberg zusammengeschlossen wurde. Das Amt Steinheim wurde aufgelöst. Rechtsnachfolgerin ist die Stadt Steinheim.

Das Amt Steinheim lag im Nordwesten des Kreises Höxter. An das Amt grenzten im Uhrzeigersinn beginnend im Osten die Ämter Vörden und Nieheim (Kreis Höxter), die Gemeinde Grevenhagen (eine Exklave des Kreises Detmold) sowie die Kreise Paderborn und Detmold.

Amtsgliederung und Bevölkerung im 20. Jahrhundert

Das Amt Steinheim gliederte sich in die neun Gemeinden Bergheim, Hagedorn, Kempenfeldrom, Ottenhausen, Rolfzen, Sandebeck, Steinheim, Vinsebeck und Vordereichholz (erst 1964 gegründet), von denen Steinheim als Einzige das Stadtrecht besaß und auch Verwaltungssitz war.

Die Gemeinden des Amts hatten bei der letzten Volkszählung vor der Amtsauflösung am 6. Mai 1961 eine Wohnbevölkerung von 10.904 Einwohnern. Der Fortschreibung der Volkszählungsergebnisse zufolge stieg diese Zahl bis Ende 1967 auf 11.705 Einwohner. Bei einer Fläche von 76,34 km² ergibt sich eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 153 Einwohnern pro Quadratkilometer, die über dem Kreisdurchschnitt von 140 Einwohnern pro Quadratkilometer lag. Die folgende Übersicht zeigt die acht Gemeinden mit Bevölkerungs- und Gebietsstand vom 31. Dezember 1967:

Name Einwohner Fläche in km²
Bergheim 1.001 6,99
Hagedorn 95 1,46
Kempenfeldrom 415 6,17
Ottenhausen 585 6,13
Rolfzen 533 5,72
Sandebeck 982 12,44
Steinheim, Stadt 6.653 23,49
Vinsebeck 1.162 9,32
Vordereichholz 279 4,62
Amt Steinheim 11.705 76,34

Literatur

  • Friedrich Keinemann: Das Hochstift Paderborn am Ausgang des 18. Jahrhunderts. 1996, ISBN 3-8196-0405-7.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Keinemann 1996 Bd. 2: 122

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