Amtsbezirk Bewersdorf

Bobrowice (deutsch Alt Bewersdorf, auch: Bewersdorf) ist ein Dorf in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Es gehört zur Landgemeinde Sławno (Schlawe) im Powiat Sławieński.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Bobrowice liegt vier Kilometer südwestlich der Kreisstadt Sławno an der polnischen Landesstraße 6 DanzigStettin (frühere deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28) an der Einmündung der Hauptstraße von Polanów (Pollnow) über Lejkowo (Leikow) und Żegocino (Segenthin). Die PKP-Linie Nr. 202 Danzig - Stargard (Pommern) führt durch die nördliche Feldmark, und die nächste Bahnstation ist Karwice (Karwitz). Die höchste Erhebung südlich des Dorfes zählt 68 Meter über NN. Das Gelände fällt nach Norden zum Urstromtal der Moszczenica (Motze) bis auf 29 Meter ab.

Nachbarorte von Bobrowice sind: Rzyszczewo (Ristow) im Westen, Boleszewo (Rötzenhagen) im Norden, Sławno, Bobrowiczki (Neu Bewersdorf) und Kwasowo (Quatzow) im Osten sowie Smardzewo (Schmarsow) im Süden.

Ortsname

Frühere Namensformen sind: Beuerdorpe, Beuertorp, plattdeutsch: Bewerdorp. Der Ortsname kam vor 1945 auch noch im Landkreis Stolp vor (heute polnisch: Bobrownik). Wahrscheinlich ist die Bezeichnung von „Biber“ abgeleitet, meint also „Biberdorf“. Eine Paralle hierzu ist die heutige polnische Namensgebung, da „bóbr“ im Polnischen Biber bedeutet. Die Bezeichnung Alt Bewersdorf wurde erst zur Unterscheidung von dem im beginnenden 19. Jahrhundert entstandenen Neu Bewersdorf eingeführt.

Geschichte

Bewersdorf bei Schlawe wurde erstmals 1357 erwähnt, als die herzoglichen Brüder Bogislaw V., Barnim VI. und Wartislaw V. den Rat und die Bürgerschaft von Schlawe mit dem Dorf belehnten. Damit wurde Bewersdorf eines der Schlawer Stadtdörfer, wie auch Warschow (heute polnisch: Warszkowo) und Schwenzenhagen (später: Coccejendorf, polnisch: Radoslaw)). 1510 trat ein Tetzlaff Ristow die Mühle zu Bewersdorf an die Stadt Schlawe ab, die sie dann an den Bauern Laurentius Peter verpachtete.

Am 25. Februar 1569 verlieh die Regierung in Kolberg der Stadt Schlawe eine Salvaguardia zum Schutz ihrer Eigentumsdörfer Warschow und Bewersdorf. Um 1780 hatte Bewersdorf 1 Ackerwerk mit Schäferei, 1 Wassermühle, 1 Krug, 17 Bauern, 3 Halbbauern, 2 Kossäten, 7 Büdner, 1 Schmiede und 1 Schulmeister bei insgesamt 28 Feuerstellen.

Im Jahre 1818 zählte Bewersdorf 270 Einwohner. Ihre Zahl stieg 1885 auf 457 und betrug 1939 noch 369.

Bis 1945 gehörte Bewersdorf zum Standesamt Schlawe und zum dortigen Amtsgerichtsbereich.

Am 7. März 1945 wurde das Dorf von sowjetischen Truppen besetzt. Ab Herbst 1945 erfolgte die Vertreibung der deutschen Bewohner, die bis Weihnachten abgeschlossen war. Der Ort wurde mit polnischen Bürgern neu besiedelt. Aus Alt Bewersdorf wurde Bobrowice, das heute ein Ortsteil der Gmina Sławno im Powiat Sławieński der Woiwodschaft Westpommern ist. Bis 1998 gehörte der Ort zu der damaligen Woiwodschaft Stolp.

Amtsbezirk Bewersdorf

Die beiden Dörfer Alt Bewersdorf und Neu Bewersdorf bildeten vor 1945 den Amtsbezirk Bewersdorf (Amtssitz: Alt Bewersdorf). Es lag im Landkreis Schlawe i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern. Letzter Gemeindebürgermeister von Alt Bewersdorf war von 1929 bis 1945 Paul Burow.

Kirche

Evangelische Kirche

Vor 1945 waren die Einwohner von Alt Bewersdorf ausschließlich evangelischer Konfession. Das Dorf gehörte mit Neu Bewersdorf , Alt Warschow, Neu Warschow und Coccejendorf zum Kirchspiel Schlawe, in dem zwei Geistliche amtierten. Es lag im Kirchenkreis Schlawe in der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. 1940 zählte das Kirchspiel insgesamt 11000 Gemeindeglieder. Letzte deutsche Geistliche vor 1945 waren Superintendent Eduard Block und Pfarrer Friedrich Gehrmann.

Heute gehört der Ort zum Kirchspiel Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholische Kirche

Seit dem Bevölkerungsaustausch 1945 sind die nunmehr polnischen Einwohner von Bobrowice überwiegend römisch-katholischer Konfession. Das Dorf ist weiterhin kirchlich nach Sławno hin orientiert, nun freilich in die katholische Parochie, die dem Dekanat Sławno im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen zugehört.

Schule

Schulgeschichte

Bereits zum Ende des 18. Jahrhunderts war in Bewersdorf ein Schulmeister tätig. 1928 und 1929 wurde eine neue, zweiklassige Schule erbaut. Das alte Schulgebäude wurde für Mietwohnungen umfunktioniert. Letzter deutscher Schulleiter war von 1921 bis 1945 Lehrer Willi Kosin.

Literatur

  • Manfred Vollack (Hrsg.): Der Kreis Schlawe. Ein pommersches Heimatbuch. 2 Bände. Husum, 1988/1989.

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