Amtseinsetzung

Als Inauguration (lat. augurium „Vorzeichen“) wird die feierliche Einführung in eine Würde oder ein Amt bezeichnet.

Augurien, also die Deutung von Vorzeichen, wurden oft im alten Rom eingeholt, bevor Priester in ihr Amt eingeführt wurden. Auguren – die Vogelbeobachter – sagten aus dem Vogelflug die Zukunft voraus. Bis heute wünscht man sich in Italien zum Geburtstag und anderen festlichen Anlässen gegenseitig „tanti auguri“ im Sinne von „herzlichen Glückwunsch“.

Inaugurationssitten sind aber bereits prähistorische bzw. frühgeschichtliche Ritualformen zur Amtseinführung von Herrschern, die auf den Britischen Inseln vollzogen wurden. Eine scheint das Besteigen eines Steins gewesen zu sein, in dem sich fußabdruckartige Eintiefungen befinden, in die der neue Herrscher treten muss (gefunden in Dunadd auf South Ronaldsay und auf den Shetlands), um symbolisch „in die Fußstapfen (seiner Vorgänger) zu treten“.

Die Amtseinsetzungszeremonie des US-amerikanischen Präsidenten wird auch als Inauguration bezeichnet. Auch im Russischen ist die Bezeichnung Inauguration (Инаугурация) üblich.

In Österreich ist der Begriff für die Amtseinführung von Universitätsrektoren gebräuchlich. Auch die feierliche erste Messe eines neuen Papstes bezeichnet man als Inaugurationsmesse. In Deutschland werden Universitätsprofessoren durch die Inauguralvorlesung in das Amt eingeführt.

Die schriftliche Arbeit zur Erlangung eines Doktorgrades wird auch „Inauguraldissertation“ genannt, weil diese den Wissenschaftler in die Doktorwürde einführt.

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