Amundsen-Scott-Südpolstation
Die neue Station im Jahr 2006

Die Amundsen-Scott-Südpolstation ist eine US-amerikanische Forschungsstation in der Antarktis. Sie wurde nach den beiden Südpolpionieren Roald Amundsen und Robert Falcon Scott benannt und liegt in 2.835 Metern Höhe auf dem Inlandeis, wenige hundert Meter vom geographischen Südpol entfernt. Sie wurde 1956 für das Internationale Geophysikalische Jahr gegründet und im Laufe der Zeit immer wieder erweitert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das erste Camp auf dem Südpol war Amundsens Polheim. Die erste Station wurde erst 45 Jahre später gegründet und bestand von 1957 bis 1975 (Old Pole). Das 1975 errichtete, neuere Hauptgebäude befand sich unter einer Kuppel mit einem Durchmesser von 50 Metern und einer Höhe von 16 Metern. Im antarktischen Sommer 2005/06 wurde nach 15 Jahren Planung, Entwicklung und Aufbau für 150 Millionen US-Dollar eine völlig neue Station fertiggestellt. Besondere Anforderungen an den Neubau ergaben sich durch die extremen Temperaturen, starke Schneeverwehungen und extreme Trockenheit. Nach der Fertigstellung der neuen Station wurde die alte Kuppel im antarktischen Sommer 2009/2010 komplett abgebaut.[1]

Forschungsinhalte

In der Station werden Forschungen auf dem Gebiet der Glaziologie, Geophysik, Meteorologie, Astronomie und Astrophysik betrieben. Unter anderem befindet sich dort das im Aufbau befindliche Neutrino-Observatorium IceCube, das auf das Vorläuferexperiment AMANDA aufbaut. An beiden Experimenten sind auch deutsche Universitäten und Institute beteiligt.

Leben auf der Station

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt minus 49 Grad Celsius, mit Schwankungen zwischen minus 13 und minus 82 Grad Celsius. Etwa 130 Forscher arbeiten während des antarktischen Sommers in der Station, während zuletzt etwa 50 in der Station überwinterten. Die Station wird mit Flugzeugen vom Typ Lockheed C-130 Hercules versorgt, die allerdings nur zwischen Oktober und Februar starten und landen können, sowie durch Treckertransporte über die Südpol-Autobahn. Mit jeweils sechs Überwinterungen sind die beiden deutschen Wissenschaftler Steffen Richter und Robert Schwarz die momentanen Rekordhalter für die meisten Überwinterungen auf der Amundsen-Scott Station. Auf der Station gibt es ein Treibhaus, in welchem die Forscher bis zu 27 kg pflanzliche Nahrung wöchentlich züchten.[2]

Bilder

neue Station und geografischer Südpol

Details zur alten Station

Weblinks

Allgemein

 Commons: Amundsen-Scott-Südpolstation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Experimente

Einzelnachweise

  1. http://antarcticsun.usap.gov/features/contenthandler.cfm?id=2057 abgerufen am 29. Januar 2011
  2. http://www.welt.de/wissenschaft/article3632720/US-Forscher-entwickeln-Treibhaeuser-fuers-Weltall.html
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