Julius Civilis

Julius Civilis (* 25; † nach 70), mit vollständigem Namen Gaius Iulius Civilis (falsch Claudius Civilis), führte im 1. Jahrhundert n. Chr. einen germanischen Aufstand gegen Rom an. Er stammte aus einem vornehmen batavischem Geschlecht und war Präfekt einer Auxiliarkohorte.

Leben

Im Jahre 69 nützte Civilis die Unruhen in Italien nach dem Tod Kaiser Neros für eine Erhebung der Germanenstämme am Rhein unter Führung der Bataver und mit Unterstützung der freien Germanen unter Veleda gegen Rom. Der Bataveraufstand hatte laut Tacitus das Ziel eines von Rom unabhängigen Imperiums im Norden Westeuropas. Die moderne Forschungsliteratur geht jedoch davon aus, dass Civilis zunächst für Vespasian in den Bürgerkrieg eingegriffen hat und erst später – die Gründe hierfür sind umstritten – gegen Rom kämpfen musste. (vgl. Urban, Bataveraufstand) Nach und nach schlossen sich immer mehr Stämme – auch in Gallien – der Revolte an, unter anderem auch der Stamm der Treverer unter Julius Classicus und sogar einige römische Legionen. Zwischenzeitlich nahmen Civilis’ Truppen unter anderem die Lager Vetera, Novaesium und Bonna ein. Nach Ende der Wirren des Vierkaiserjahres brachte der neue Herrscher Vespasian durch seine Truppen unter dem General Quintus Petilius Cerialis die verlorenen Gebiete wieder unter Kontrolle des Reiches. Civilis kapitulierte schließlich im Jahre 70. Über sein weiteres Leben ist nichts bekannt.

Denkmäler

Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.

Literatur

  • Georg Heinrich Kaufmann: Civilis: Julius C.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 268 f.
  • Ralf Urban: Der „Bataveraufstand“ und die Erhebung des Iulius Classicus. Verlag Trierer Historische Forschungen, Trier 1985, ISBN 3-923087-07-1 (Trierer historische Forschungen, Band 8).

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