Anabantoidei
Labyrinthfische
Mosaikfadenfisch(Trichogaster leeri)

Mosaikfadenfisch
(Trichogaster leeri)

Systematik
Reihe: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Labyrinthfische
Wissenschaftlicher Name
Anabantoidei

Labyrinthfische (Anabantoidei), auch Kletterfische genannt, sind eine Unterordnung der Barschartigen, die zusätzlich zu den Kiemen noch das Labyrinthorgan besitzen, womit sie atmosphärischen Sauerstoff atmen können. Sie stammen aus Asien und Afrika. Wegen ihrer Farbenprächtigkeit sind einige Arten bei Aquarianern sehr beliebt.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften und Verhalten

Aufgrund ihrer Fähigkeit atmosphärischen Sauerstoff aufnehmen zu können, überleben Labyrinthfische auch in sauerstoffarmem Wasser, wie warme oder langsamfließende bis stehende Gewässer. Inwieweit solche Extrembedingungen auch in den natürlichen Lebensräumen vorkommen, ist von Art zu Art unterschiedlich. Manche Arten überdauern z. B. die Trockenzeit in entsprechenden Tümpeln, andere hingegen leben das ganze Jahr über in Flüssen.

Fast alle Arten der Labyrinthfische betreiben Brutpflege und nur die wenigsten sind Freilaicher. Die meisten und bekanntesten bauen zur Brutpflege Schaumnester, andere sind Maulbrüter. Damit einhergehend zeigen sie ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Territorialverhalten. Zur Fortpflanzung selbst ist es für Labyrinthfische typisch, dass das Männchen das Weibchen mehr oder weniger fest umschlingt.

Die meisten Labyrinthfische sind carnivore Friedfische, d.h. sie ernähren sich von Zooplankton wie Insekten, Insektenlarven oder Kleinkrebsen. Daneben gibt es Allesfresser (Riesenguramis und Küssender Gurami) und Raubfische (Hechtköpfe und manche Buschfische).

Faunengeschichte

Von Labyrinthfischen sind nur wenige Fossilfunde bekannt. Sie belegen aber das Vorkommen von Vertretern dieser Familie bereits im Pleistozän (Fundort Java) sowie im Frühtertiär (Kalimantan).

Labyrinthfische haben mit einem Verbreitungsgebiet in Afrika und einem zweiten in Südostasien ein sehr disjunktes Verbreitungsgebiet. Dies lässt darauf schließen, dass diese Art mindestens seit dem frühen Erdmittelalter und damit bereits vor dem Zerfall der Landverbindung existierte. Die in Südostasien vorkommenden Labyrinthfische zeichnen sich durch eine reichere Formenvielfalt als die afrikanischen aus. Daraus lässt sich jedoch nicht unbedingt schließen, dass das heutige asiatische Verbreitungsgebiet von Afrika aus besiedelt wurde.

Wirtschaftliche Bedeutung

Einige Arten der Fadenfische sowie der Siamesische Kampffisch gehören als Süßwasserzierfische zum Standardangebot von Zoohandlungen. Diese Arten werden im großen Maßstab − auch in Südostasien − gezüchtet. Von ihnen existieren inzwischen auch zahlreiche Zuchtformen.

Als Speisefische hingegen werden in Südostasien vor allem die großen Arten wie die Riesenguramis und der Küssende Gurami, aber auch mittelgroße Arten wie Vertreter der Gattungen Trichogaster und Anabas geschätzt und gehalten.

Systematik

Leopard-Buschfisch (Ctenopoma acutirostre)

Die Labyrinthfische teilen sich in drei Familien auf, wobei nur die Familie Osphronemidae in Unterfamilien, derer vier, aufgeteilt werden. Die Gattungen mit den meisten Arten sind die Kampffische (Betta) und Prachtguramis (Parosphromenus). Von beiden Gattungen existieren zahlreiche Arten, die nur endemisch auf z.B. einer oder wenigen Insel des Indonesischen Archipels vorkommen. Die zuletzt bekannt gewordenen Arten wurden erst in den letzten Jahren entdeckt und sind zum Teil noch unbeschrieben.

Als nächste Verwandte innerhalb der Barschartigen werden die Schlangenkopffische, Nander- und Blaubarsche angesehen.

Familien

Literatur

  • Michael Kokoschka: Labyrinthfische. Ulmer Verlag., Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-7431-6.
  • Horst Linke: Labyrinthfische - Farbe im Aquarium. Tetra Verlag., Münster 1998, ISBN 3-89745-120-4.
  • Helmut Pinter: Labyrinthfische, Hechtköpfe und Schlangenkopffische. Ulmer Verlag., Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-7093-0.
  • Jörg Vierke: Labyrinthfische und verwandte Arten. Pfriem Verlag., Wuppertal-Elberfeld 1978, ISBN 3-921677-08-4.
  • Jörg Vierke: Labyrinthfische. Kosmos Verlag., Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08248-2.

Weblinks


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