Anakreonteia

Die Anakreonteia (᾿Ανακρεόντεια, lateinisch Anakreontea) ist eine anonyme Sammlung griechischer Gedichte über Liebe, Wein, schöne Jünglinge, Aphrodite, Eroten, Grazien, Dionysos und Frühling aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 5./6. Jahrhundert nach Christus, die unter dem Namen des griechischen Lyrikers Anakreon zusammengestellt wurde.

Die Sammlung enthält etwa 60 Gedichte, auch einiger byzantinischer Dichter. Sie stammen aus verschiedenen Epochen, richten sich aber nach Stil und Thema nach Anakreon.

Die einzige Handschrift, die Anthologia Palatina (Palatinus gr. 23 aus dem 10. Jahrhundert), wurde Mitte des 16. Jahrhunderts entdeckt und von H. Stephanus abgeschrieben. Diese Abschrift liegt heute in Leiden. Sie hat Stephanus seiner editio princeps von 1554 zu Grunde gelegt. Sie war lange Zeit die maßgebliche Ausgabe und enthielt ausgewählte Oden in lateinischer Übersetzung. Die nächste Ausgabe wurde von H. Preisendanz 1912 besorgt. Es gibt heute Übersetzungen und Nachdichtungen in viele Sprachen, die die Literaturgattung der Anakreontik bilden. Eine deutsche Übersetzung verfasste Eduard Mörike (Stuttgart 1864), die 1960 neu aufgelegt wurde.

Literatur

  • Manfred Landfester (Hrg.): Geschichte der antiken Texte. Werklexikon. Reihe Der Neue Pauly, Supplemente 2. Stuttgart 2007.

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