Analogiemagie

Die Analogie in magischen Praktiken und Vorstellungen ist ein übergeordnetes Prinzip, das vielen (wenn nicht fast allen) magischen Praktiken zu Grunde liegt. Die Vorstellung der magischen Analogie stützt sich auf den hermetischen Grundsatz, dass das Obere (oder Äußere, Große) gleich oder analog dem Unteren (oder Inneren, Kleinen) ist.

Die Idee hinter der analog-magischen Vorstellung ist, dass man mit etwas Ähnlichem, einem Abbild oder einem Symbol auf das einwirken kann, was mit diesem Abbild oder Symbol dargestellt wird. Ein populäres Beispiel ist. z. B. die Voodoo-Puppe, die ein Abbild eines Menschen darstellen soll. Nach der Vorstellung des Analogiezaubers sollen Schmerzen und Verletzungen, die der Puppe zugefügt werden, die Person treffen, deren Abbild die Puppe ist. Ebenfalls benützt die Homöopathie analog-magische Vorstellungen, in dem sie mit Pflanzen und Substanzen, die in ihrem Aussehen, ihrem Geschmack oder ihrer Korrespondenz zu astrologischen oder elementaren Eigenschaften einer Krankheit oder einem Organ entsprechen sollen, ebendiese Krankheiten und Organe heilen will (similia similibus curentur - „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“)

Das magische Analogieprinzip findet ebenfalls in der Kabbala Verwendung, in der ein Wort oder ein Buchstabe Einfluss auf dasjenige haben soll, welches mit dem Wort oder dem Buchstaben bezeichnet ist (siehe Der Golem).

Analogiezauber finden sich in Reinform in Ritualen mit symbolischen Elementen (etwa ausgeschüttetes Wasser soll den Fluss beeinflussen); aber auch der Bildzauber ist als eine spezialisierte Form des Analogiezaubers zu bezeichnen. Strittig ist die Zuordnung von Wort- und Gedankenzauber: Da vielen archaischen Kulturen Worte und Gedanken zumindest partiell als wesensidentisch mit den entsprechenden Gegenständen gelten, besteht zumindest eine gewisse Schnittmenge zwischen Analogie- und Wortzauber.

Siehe auch

Literatur

  • Papus: Die Grundlagen der Okkulten Wissenschaft. Stein Verlag Leipzig, 1926
  • Eliphas Levi: Der Schlüssel zu den großen Mysterien nach Henoch, Hermes Trismegistos und Salomon. Otto Wilhelm Barth 1928

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