K. und k. Armee

K. und k. Armee
Infanteriefahne der k.u.k Armee entworfen 1915


Die k.u.k. Armee (kaiserliche und königliche Armee) – bis 1867 kaiserlich-königliche Armee, kurz: k.k. Armee – war das gemeinsame Heer Österreich-Ungarns und ab 1867 nur noch eine von insgesamt vier Teilstreitkräften der neuen Doppelmonarchie.

Inhaltsverzeichnis

Besonderheit der Namensgebung

Der Oberbefehlshaber 1848–1916: Kaiser Franz Joseph I.

Die moderne Armee der Doppelmonarchie hat ihren Ursprung im Jahre 1806, als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst und Österreich unter Kaiser Franz I. ein eigenständiges Kaiserreich wurde.

Die Armee der Habsburger-Monarchie führte bis dahin das Prädikat kaiserlich nur im Rahmen ihrer Zugehörigkeit zur Reichsarmee. Bis dahin stellte ein Habsburger den „Römischen Kaiser“, der gleichzeitig König von Ungarn, König von Böhmen und Erzherzog von Österreich war. Die neue Armee des Kaisertums Österreich wurde nun mit der Bezeichnung k.k. (kaiserlich-königlich) bedacht.

Im Zuge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs vom 15. März 1867 wurde die Österreichisch-Ungarische Armee völlig umgewandelt. Nachdem sich Ungarn durch eine Realunion mit Österreich praktisch die Autonomie erkämpft hatte, erfolgte auch die juristische Trennung der beiden Reichshälften. Kaiser Franz Joseph I. – bis dahin „Kaiser von Österreich, König von Ungarn“ – hatte fortan die Bezeichnung „Kaiser von Österreich und König von Ungarn“ zu führen. Die Bezeichnung der gemeinsamen Armee war weiterhin k.k. Armee. Erst 1889 wurde auf Wunsch Ungarns das gemeinsame Heer, die Marine und das gemeinsame Kriegsministerium mit k.u.k. statt k.k. tituliert.

Neben dieser gemeinsamen Armee bestanden noch die:

Im Jahre 1915 entfielen alle Zusatzbezeichnungen und Ehrennamen der Regimenter, die von da an nur noch mit ihrer Nummer bezeichnet wurden.

Organisation

Im Gegensatz zur k.k. und k.u. Landwehr rekrutierte die k.u.k Armee ihre Truppen aus der gesamten Doppelmonarchie, also sowohl aus der cisleithanischen als auch aus der transleithanischen Reichshälfte. Hierbei ist zu beachten, dass es deutsche und ungarische Regimenter gab. Alle Truppenteile, die nicht nach Ungarn beziehungsweise in die von Ungarn beanspruchten Gebiete von Rumänien (Siebenbürgen und Banat), Serbien, Kroatien und der Slowakei (Oberungarn) gehörten, wurden als „deutsche Regimenter“ bezeichnet, unabhängig davon ob es sich um Polen oder Kroaten oder italienisch sprechende Tiroler handelte. Bereits in der Uniformierung unterschieden sich die „deutschen Regimenter“ und die „ungarischen Regimenter“.

  • 57 Infanterie-Regimenter wurden als „deutsche Regimenter“
  • 45 Infanterie-Regimenter wurden als „ungarische Regimenter“ bezeichnet.

Die „Bewaffnete Macht“ stand unter dem Oberbefehl des Kaisers und Königs in seiner Funktion als „allerhöchster Kriegsherr“ (diese Bezeichnung war nach der glücklosen Truppenführung von Kaiser Franz Joseph in Italien mehr von theoretischem Wert, da der tatsächliche Oberbefehl in Friedenszeiten beim Kriegsministerium in Wien und im Kriegsfalle beim Generalstab und dessen Chef lag. Erst 1916 übernahm Kaiser Karl I. auch wieder de facto den Oberbefehl.)

k.u.k. Kavallerie um 1900

Eine Besonderheit der österreichisch-ungarischen Armee waren die in früheren Jahren häufigen Wechsel der Standorte. Die Bataillone der einzelnen Regimenter wurden in sehr kurzen Intervallen zu anderen Standorten verlegt. (1914 waren nur drei Infanterieregimenter der k.u.k Armee komplett in einer Garnison stationiert – das Infanterieregiment 14 in Linz, das Infanterieregiment 30 in Lemberg und das Infanterieregiment 41 in Czernowitz. So konnte sich kein traditionelles Verhältnis der Regimenter zu bestimmten Orten und deren Bevölkerung bilden (wie es z.B. in der Preußischen Armee durchaus gefördert wurde). Die verlegten Soldaten dienten oft auch am anderen Ende des Reiches, womit man erreichen wollte, dass die Armee ohne Fraternisierung der Soldaten mit Teilen der Bevölkerung im Falle innerer Unruhen ein zuverlässigeres Instrument der Monarchie wäre. (Die flächendeckende Dislozierung war allerdings auch das Ergebnis fehlender Kasernen.) Nachdem in Jahren vor dem Ersten Weltkrieg größere Anstrengungen beim Bau neuer Kasernen unternommen worden waren, konnte diese Praxis stark eingeschränkt werden.

Militärseelsorge

Da die Armee eine Stütze der Doppelmonarchie bilden sollte, wurde auf nationale und religiöse Besonderheiten bei der Einberufung selbst keine Rücksicht genommen. Demgegenüber wurden jedoch beim Dienst die religiösen Vorschriften der verschiedenen Glaubensgemeinschaften peinlichst genau beachtet. Auch waren religiöse Zwistigkeiten zwischen z. B. serbischen (orthodoxen) und bosnisch-hercegowinischen (muslimischen) Soldaten im Gegensatz zu heute unbekannt. Für die Soldaten jüdischen Glaubens gab es eigene Feldrabbiner, für die islamischen Glaubens Feldimame.

siehe Hauptartikel: k.u.k. Militärseelsorge

Wehrpflicht

Seit 1866 bestand die allgemeine Wehrpflicht. Sie umfasste den Dienst im Heere, der Kriegsmarine, der Landwehr und dem Landsturm.

Die Dauer der Dienstpflicht im stehenden Heere betrug 12 Jahre:

3 Jahre in der Linie (aktiv)
7 Jahre in der Reserve
2 Jahre in der Landwehr
k.u.k. Infanterie um 1900

Einjährig-freiwilliger Dienst war sowohl im Heer (resp. der Kriegsmarine) als auch in der Landwehr gestattet. Die allgemeine Dienstpflicht begann mit dem 21. Lebensjahr. Landsturmpflichtig waren alle Personen vom 19. bis zum 42. Lebensjahr, sofern sie nicht dem Heer, der Landwehr und der Ersatzreserve angehörten.

Friedenspräsenz im Juli 1914

Korpsbereiche Österreich-Ungarns 1906

Infanterie:

  • 102 Infanterie-Regimenter zu je vier Bataillonen
  • 4 Bosnisch-Hercegowinische Infanterie-Regimenter zu je vier Bataillonen
  • 4 Tiroler Jäger-Regimenter (Kaiserjäger) zu je vier Bataillonen
  • 32 Feldjäger-Bataillone und 1 Bosnisch-Hercegowinisches Feldjäger-Bataillon

Kavallerie:

Es gab keinen Unterschied zwischen schwerer (Ulanen) und leichter (Husaren, Dragoner) Kavallerie. Die Namen basierten auf rein traditionellen Gründen.

Artillerie:

Train Truppe:

Technische Truppe:

Personalverluste bei Kriegshandlungen wurden durch die Marschbataillone ersetzt. Das System der Reserve Regimenter wie bei der deutschen Armee gab es nicht.

Die Sprachen

Im Vielvölkerstaat der k.u.k. Monarchie wurde Deutsch als gemeinsame Kommandosprache festgesetzt. Nur ein kleiner Teil der Armeeverbände sprach ausschließlich Deutsch. Allerdings gab es daneben noch die „Dienstsprache“, die zum Verkehr der Dienststellen untereinander benutzt wurde. Sie war beim k.u.k. Heer deutsch, der einfache nicht-deutsch sprechende Soldat bekam jedoch nur die notwendigsten deutschen Kommandowörter – etwa 100 – beigebracht, um den Dienstbetrieb aufrechterhalten zu können. Zusätzlich existierte noch die „Regimentssprache“. Das war die Sprache, die von der Mannschaft mehrheitlich gesprochen wurde. Sollte, wie beim Infanterie-Regiment Nr. 100 in Krakau, die Mannschaft sich aus 27 % Deutschen, 33 % Tschechen und 37 % Polen zusammensetzen, so gab es eben drei Regimentssprachen. Jeder Offizier hatte die Regimentssprache(n) innerhalb dreier Jahre zu erlernen. Insgesamt waren elf Sprachen offiziell anerkannt.

k.u.k. Feldartillerie um 1900

Rein deutschsprachige Infanterie-Regimenter waren nur:

Nationalitäten: 95% Deutsche – 5% Andere
(Stab/II./III. Bataillon in Wien; I. Baon.: Wöllersdorf; IV. Baon.: Konjic)
Regimentskommandant: Oberst Rudolf Sterz Edler von Ponteguerra
Nationalitäten: 98% Deutsche – 2% Andere
Regimentskommandant: Oberst Friedrich Edler von Löw
Nationalitäten: 94% Deutsche – 6% Andere
(Stab/I./II./IV. Bataillon: Laibach; III. Baon.: Graz)
Regimentskommandant: Oberst Carl Weber
Alarm im Feldquartier
Nationalitäten: 98% Deutsche – 2% Andere
(Stab/I./II. Bataillon: Brünn; III. Baon.: Sarajevo; IV. Baon.: St. Pölten)
Regimentskommandant: Oberst Eduard Hentke
Nationalitäten: 97% Deutsch – 3% Sonstige
(Stab/I. Bataillon: Bregenz; II. Baon.: Innsbruck; III. Baon.: Schwaz; IV. Baon.: Salzburg)
Regimentskommandant: Oberst Gustav Fischer
Nationalitäten: 97% Deutsche – 3% Andere
(Stab/I./II./III. Bataillon: Prag; IV. Baon.: Eger in Böhmen)
Regimentskommandant: Oberst Adolf Brunswik von Korompa

In einem Gespräch mit dem Publizisten Karl Tschuppik äußerte sich der deutsche General Erich Ludendorff nach Kriegsende wie folgt über die Vielsprachigkeit der österreichisch-ungarischen Armee:

„Da inspizierte ich in Russisch-Polen die österreichische Front – will in einer der Stellungen eine Ansprache halten – verstehen die doch kein Wort. Lauter Ungarn. Ich setze meine Inspektionen fort – lasse mir in die nächste Stellung einen ungarischen Dolmetsch kommen – wieder nichts. Lauter Kroaten. Kroatischer Dolmetsch in die nächste Stellung – lauter Tschechen ...“

Erich Ludendorff [1]

Dienstgrade, Rangabzeichen und Auszeichnungen

Auflistung der Dienstgrade der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte
Infanterie Kavallerie Artillerie Jäger Rangabzeichen Rangabzeichen Gebirgstruppe
Mannschaften
Infanterist /
Honvéd (ung.)
Dragoner / Husar / Ulan Kanonier Jäger
Gefreiter /
Őrvezető
Gefreiter Vormeister
Főtűzer
Patrouillenführer
Járőrvezető
Unteroffiziere
Korporal /
Tizedes
kapral (poln.)
Korporal Geschütz-Vormeister Unterjäger
Zugsführer /
Szakaszvezető
Zugsführer Zugsführer Zugsführer
Feldwebel /
Őrmester
Wachtmeister Feuerwerker Oberjäger
Kadett-Feldwebel / Kadétőrmester
(seit 1908 Kadett / Hadapród)
Kadett-Wachtmeister
(Kadett)
Kadett-Feuerwerker
(Kadett)
Kadett-Oberjäger
(Kadett)
Stabs-Feldwebel (ab 1913) /
Törzsőrmester
Stabs-Wachtmeister Stabs-Feuerwerker Stabs-Oberjäger
Offiziersstellvertreter (seit dem 6. Juni 1915) /
Tiszthelyettes
Offiziersstellvertreter Offiziersstellvertreter Offiziersstellvertreter
Offiziersanwärter
Kadett-Offiziersstellvertreter (bis 1908) /
Hadapród-Tiszthelyettes
Kadett-Offiziersstellvertreter Kadett-Offiziersstellvertreter Kadett-Offiziersstellvertreter
Fähnrich (ab 1908) /
Zászlós
Fähnrich Fähnrich Fähnrich
Subalternoffiziere
Leutnant /
Hadnagy
Leutnant Leutnant Leutnant
Oberleutnant /
Főhadnagy
Oberleutnant Oberleutnant Oberleutnant
Hauptleute / Rittmeister
Hauptmann /
Százados
Rittmeister Hauptmann Hauptmann
Stabsoffiziere
Major /
Őrnagy
Major Major Major
Oberstleutnant /
Alezredes
Oberstleutnant Oberstleutnant Oberstleutnant
Oberst /
Ezredes
Oberst Oberst Oberst
Generale
Generalmajor /
Vezérőrnagy
Generalmajor Generalmajor Generalmajor
Feldmarschalleutnant /
Táborhadnagy
Feldmarschalleutnant Feldmarschalleutnant Feldmarschalleutnant
General der Infanterie
(seit 1908) /
Gyalogsági tábornok
General der Kavallerie /
Lovassági tábornok
Feldzeugmeister /
Táborszernagy
General der Infanterie
Generaloberst (seit dem 22. Mai 1915 [P.V.Bl. 76 von 1915]) /
Vezérezredes
Generaloberst Generaloberst Generaloberst
Feldmarschall /
Tábornagy
Feldmarschall Feldmarschall Feldmarschall
k.u.k. ungarischer Infanterist in Wintermarschadjustierung

Anmerkungen:

  1. Die Kadetten in ihrer Eigenschaft als Anwärter zum Berufsoffizier waren in die Hierarchie der Mannschaften und Unteroffiziere eingegliedert. Die Kadettendienstgrade rangierten vor den jeweiligen Normaldienstgraden gleichen Ranges, jedoch hinter den jeweils nächsthöheren Normaldienstgraden (z. B. stand der Kadett-Gefreite vor dem Gefreiten, doch hinter dem Korporal, der wiederum dem Kadett-Korporal nachgeordnet war).
  2. Äußerliches Unterscheidungsmerkmal der Kadett-Dienstgrade war die besondere Distinktionsborte an den Kragenenden. Diese glich der gezackt gemusterten dessinierten Distinktionsborte der Feldwebel, war jedoch goldfarben statt kaisergelb. Hatte der Kadett eine Charge inne, kamen die entsprechenden Distinktionssterne hinzu, z. B. für den Kadett-Gefreiten ein sechsspitziger Stern aus weißem Tuch (seit 1901: Celluloid) oder drei Sterne für den Kadett-Zugsführer. Bekleidete ein Kadett die Feldwebel-Charge, so legte er zusätzlich das kaisergelbe Feldwebel-Distinktions Börtchen an, das am oberen Rand des Goldbörtchen zur Hälfte vorzustehen hatte. Den Kadett-Offiziersstellvertreter kennzeichnete neben dem Goldbörtchen ein darauf befestigter silberner Leutnantstern, jedoch plattiert (statt erhaben, wie bei Offizieren üblich). Zur Ausgehadjustierung war den Kadetten die schwarze, gelbseiden verzierte Kappe der Fähnriche erlaubt.
  3. Der Dienstgrad Kadett-Offiziersstellvertreter wurde 1908 umbenannt in Fähnrich. Dienstabzeichen war seit 1871 die am Leibriemen getragenen Kartentasche aus geschwärztem Leder; außerdem die schwarze Offizierskappe, jedoch mit kaisergelben Seidenverzierungen (statt aus Gold). Im selben Jahr ersetzte Kadett (ung. Hadapród) die bisherige Bezeichnung Kadett-Feldwebel.
  4. Die Kadetten sind nicht zu verwechseln mit dem noch in Ausbildung befindlichen „Zögling“ (Novendék) einer Militäranstalt. Innerhalb des Kadettenkorps konnte ein Zögling den Rang eines Zögling-Unteroffiziers (Novendékaltiszt; kein wirklicher Militärsdienstgrad) erreichen.
  5. Der Offiziersanwärter (Tisztjelölt) der Reserve versah seine militärische Ausbildung als Einjährig-Freiwilliger („EF“) (Egyégvi Önkéntesi). Äußeres Kennzeichen waren kaisergelb-seidene, schwarzgeteilte Querborten („Intelligenzbörtel“) am oberen Rand der Ärmelaufschläge. Die Borten wurden seit 1915 nach der bestandenen Abschlussprüfung entfernt, statt dessen trug nun der Reservist auf den Kragenspiegeln (Paroli) je einen blanken „EF“-Knopf. Dieser war hinter den Distinktions-Abzeichen des Titular-Dienstgrades anzubringen. Die Knöpfe wurden mit Beförderung zum Offizier abgelegt.
  6. Zusätzlich zu den Rangsternen am Kragen („Distinktionen“) kennzeichneten kaisergelbe Distinktionsborten an der Paradekopfbedeckung (Tschako, Helm) die einzelnen Dienstgrade. Der Gefreite war an einer kaisergelben, schwarz-geritzten 1/5 österreichisches Zoll (~0,5 cm) dicken Rundschnur zu erkennen. Korporale trugen eine 1 1/2 Zoll (~4 cm) breite kaisergelbe dessinierte (= mit Zick-Zack-Muster verziert) Distinktionsborte. Von gleicher Machart und Breite, mittig jedoch von einem 1/24 Zoll (~1 mm) schmalen schwarzen Streifen geteilt, war die Distinktionsborte für Zugsführer, Wachtmeister und Kadett-Offiziersstellvertreter (Fähnriche). Die Distinktionsborten und Schnüre waren für Mannschaften und Unteroffiziere aus kaisergelber Schafswolle, für Fähnriche seit 1908 aus kaisergelber Seide, für Offiziere aus Goldgespinst. Bei privat angeschafften Sonderausführungen für Mannschaften und Unteroffiziere waren ebenfalls Seidenverzierungen erlaubt.
  7. Der Stock (Rumpf) des 1871 eingeführten Infanterie-Tschakos M. 1871 bestand aus schwarzem Filz und war von konischer Form; Sonnenschirm, Kopfriemen, Schweißleder und Sturmband waren aus schwarzem Leder. Die Front schmückten der k(u.)k. Adler aus Messing sowie die Tschakorose (Kokarde) von etwa 1 Zoll (~2,63 cm) Durchmesser aus Messingblech, das über einen Weichholzkern gezogen war; das Mittelfeld der Rose war schwarz lackiert. Kadetten und Einjährig-Freiwilligen waren seit 1871 Montursorten aus feinem, leichterem Material (z. B. mit Stoff überzogene Pappe oder Weißblech) erlaubt. Der Infanterie-Offiziersschako M. 1871 unterschied sich vom Mannschaftsmodell durch einen außen schwarz lackierten Lederschirm, der 2 mm vom Rand mit einem 1,3 cm breiten Streifen aus Goldfäden bestickt war. Den Schirmansatz schmückte eine 4 mm breite mattgoldenen Kettenschnur, Adler und Sturmbandschnalle waren vergoldet. Die Rose der Offiziere war aus 2 mm dicken Goldbouillons (= Goldfäden), die über einen Holzkern geflochten wurden. Das schwarzsamtene Mittelfeld schmückten die goldgestickten, ineinander verschlungenen Initialen „FJI“ des „Allerhöchsten Namenszugs“ (= das Namenskürzel des von 1848 bis 1916 regierenden Kaisers Franz Josef I.).
  8. Die Kragendistinktion des Ende 1913 eingeführten Dienstgrades Stabsfeldwebel bzw. Stabswachtmeister bestand anfangs aus der 1,3 cm breitem dessinierten Feldwebel-Borte aus kaisergelber Seide, die zusätzlich ein 2 mm breiter, eingewebter schwarzer Streifen teilte. 3 mm oberhalb der Feldwebelborte bildete ein 6 mm breites Goldbörtchen eine zusätzliche Verzierung. Dazu wurden drei weiße Rangsterne aus Zelluloid aufgenäht. Im Juni 1914 wurde die Distinktion merklich verändert: Die obere und die untere Borte waren nun silbern ausgeführt; der schwarze Mittelstreifen der unteren Borte entfiel. Außerdem wurden die drei Rangsterne jetzt aus weißer Seide aufgestickt.
  9. Stabsfeldwebel/Stabswachtmeister und Offiziersstellvertreter wurden 1915 in der neuen Dienstgradgruppe Höhere Unteroffiziere zusammengefasst.

Orden und Auszeichnungen (Beispiele)

Die Orden eines Zugführers des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger

Die hier aufgeführten Orden und Auszeichnungen sind:

  • die große silberne Tapferkeitsmedaille (Kaiser Karl I. / verliehen nach Jänner 1917)
  • die kleine silberne Tapferkeitsmedaille (Kaiser Karl / verliehen nach Jänner 1917)
  • die bronzene Tapferkeitsmedaille (Kaiser Franz-Josef / verliehen vor Jänner 1917)
  • das Karl-Truppenkreuz. Voraussetzung für die Verleihung waren mindestens 12 Wochen Fronteinsatz und Teilnahme an mindestens einer Schlacht.
  • die Verwundetenmedaille (Blessierten-Medaille). Die Medaille wurde nach der ersten erlittenen Verwundung verliehen (nach Jänner 1917).
  • die Erinnerungsmedaille des Landes Tirol an seine Verteidiger

Anmerkung: Die Abschnitte „Dienstgrade“ und „Orden und Auszeichnungen (Beispiele)“ entsprechend der k.k. Landwehr und der k.u. Landwehr und sind hier nicht extra aufgeführt.

Geschichte

Nach den erfolgreichen Befreiungskriegen gegen das Napoleonische Frankreich 1813 bis 1815 kehrte zunächst Ruhe in die Armee ein. Der Deutsche Bund, dessen Präsident stets der österreichische Kaiser war, wurde gegründet und mit ihm das Bundesheer. Dabei stellte Österreich-Ungarn einen bedeutenden Teil seiner Streitkräfte für das Bundesheer bereit.

Im Jahre 1840 verfügte die k.k. Armee im Mobilmachungsfall über insgesamt 527.224 Mann und stellte nach Aufforderung das I., II. und III. Armeekorps des Bundesheeres mit insgesamt 94.822 Mann und 192 Kanonen. Diese drei Armeekorps setzten sich zusammen aus:

69.826 Mann Infanterie
3.675 Mann Jäger und Schützen
13.546 Mann Kavallerie
6.827 Mann Artillerie
948 Mann Pioniere und Pontonniers
192 Geschütze
Österreichische Schildwache 1839

Außerdem stellte die k.k. Armee Garnisonstruppen für die Bundesfestungen Ulm, Rastatt, Mainz und Luxemburg.

Feldzüge der k.k./ k.u.k. Armee

Siehe auch

Literatur

  • Manfried Rauchensteiner: Der Tod des Doppeladlers: Österreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg, 2. Aufl., Verlag Styria, Graz 1994.
  • Manfried Rauchensteiner: Österreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg: Bildband, Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 1998.
  • Heinz von Lichem: Der Tiroler Hochgebirgskrieg 1915–1918. Steiger Verlag, Berwang (Tirol) 1985, ISBN 3-85423-052-4.
  • Johann Christoph Allmayer-Beck: Die bewaffnete Macht in Staat und Gesellschaft. In: Adam Wandruszka, Peter Urbanitsch (Hg.), Die bewaffnete Macht (Die Habsburgermonarchie (1848–1918) 5, Wien 1987) 1-141.
  • L. W. Seidel (Hrsg.): Seidels kleines Armeeschema. Dislokation und Einteilung des k.k. Heeres, der k.k. Kriegsmarine, der k.k. Landwehr und der königlich ungarischen Landwehr. Seidel, Wien 8. Jg. (1861) bis 61. Jg. (1907), (Vorgänger: "K.K. österreiches Armee-Schema auf das Jahr ...")
  • Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv in Wien (Adjustierungsvorschrift für das k.u.k. Heer Wien 1912)
  • Glenn Jewison, Jörg C. Steiner: The Austro-Hungarian Land Forces 1848-1918
  • Johann C. Allmayer-Beck, Erich Lessing: Die K.u.k. Armee. 1848-1918. Verlag Bertelsmann, München 1974, ISBN 3-570-07287-8.
  • Das k.u.k. Heer im Jahre 1895 Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien - Leopold Stocker Verlag, Graz 1997
  • Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv, Wien
  • Heinz von Lichem: Spielhahnstoß und Edelweiß, Leopold Stocker Verlag, Graz 1977
  • Graf Bossi Fedregotti: Kaiserjäger, Stocker Verlag, Graz 1977
  • Carl von Bardolff: Soldat im alten Österreich, Diederichs Verlag, Jena 1938
  • Julius Lohmeyer: Das Militär Bilderbuch – Die Armeen Europas, Carl Flemming Verlag, Glogau o.J.
  • Hubert Frankhauser, Wilfried Gallin: Unbesiegt und doch geschlagen, Verlagsbuchhandlung Stöhr, Wien 2005
  • Rest-Ortner-Ilmig: Des Kaisers Rock im Ersten Weltkrieg – Uniformierung und Ausrüstung der österreichisch-ungarischen Armee von 1914 bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0.
  • Oskar Brüch, Günter Dirrheimer: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, Band 10: Das k.u.k. Heer 1895, Militärwissenschaftliches Institut, Stocker Verlag, Graz 1997, ISBN 3-7020-0783-0.
  • Heinz von Lichem: Spielhahnstoß und Edelweiß – die Friedens- und Kriegsgeschichte der Tiroler Hochgebirgstruppe „Die Kaiserschützen“ von ihren Anfängen bis 1918, Stocker Verlag, Graz 1977, ISBN 3-7020-0260-X.
  1. Friedrich Torberg: Die Tante Jolesch. Verlag LangenMüller, München 2008 (Erstveröffentlichung 1975), S. 177

Weblinks


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