Anastasius-Mauer

Die Anastasiusmauer (auch Lange Mauer von Thrake, Anastasios-Mauer, Anastasianische Mauer o. ä.) ist eine unter dem byzantinischen Kaiser Anastasios I. (reg. 491–518) erbaute Mauer zum Schutz von Konstantinopel (jetzt Istanbul), die vom Marmarameer zum Schwarzen Meer reichte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Anastasiusmauer befindet sich 65 Kilometer westlich von Istanbul. Sie dehnt sich ausgehend vom Schwarzen Meer entlang einer Halbinsel bis zum Marmarameer aus und erreicht schließlich den Westen bei Silivri.

Historische Bedeutung

Die Mauer stammt aus dem 5. Jahrhundert und diente dem Schutz der Stadt Konstantinopel. Sie war Teil einer zusätzlich errichteten Verteidigungslinie und erfüllte ihre Funktion als Bollwerk wohl bis ins 7. Jahrhundert.

Die ursprüngliche Mauer besaß eine Länge von ca. 56 Kilometern. Von ihr ist allerdings nur etwa die Hälfte erhalten geblieben. In den bewaldeten Regionen des nördlichen Bereiches ist die Mauer im besten Zustand. Teilweise erreicht sie hier eine Höhe von vier Metern. Neben der Mauer sind auch ihre Gräben, Tore und Festungen erhalten.

Die Anastasiusmauer stellt eine der größten Verteidigungsanlagen der Antike im kontinentalen Europa dar und ist dem Hadrianswall vergleichbar.

In der Neuzeit bedrohten immer wieder Straßenbauarbeiten die Anlage.

Projekt zur Erhaltung der Mauer

Im Jahr 1994 wurde ein Projekt zur Erhaltung der Anastasiusmauer gegründet, das von James Crow und Alessandra Ricci geleitet wird. Die ersten kartografischen Daten konnten im Jahre 2000 vorgelegt werden. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen und werden von türkischen Behörden finanziell unterstützt.

Literatur

  • Carl Schuchhardt: Die Anastasius-Mauer bei Constantinopel und die Dobrudcha-Wälle. In: Jahrbuch des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts, XVI (1901), S. 107–127.

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