Anatole Kitain

Anatole Kitain (russisch Анатоль Китайн; * 17. September 1903 in Sankt Petersburg; † 30. Juli 1980 in Orange, New Jersey) war ein russischer Konzertpianist.

Inhaltsverzeichnis

Die frühen Jahre

Anatole Kitain wurde in Sankt Petersburg in eine Familie von Berufsmusikern geboren. Seine Brüder Robert und Boris waren Geiger und sein Bruder Alexander war ebenfalls ein Pianist. Er zeigte früh Begabung als er seine eigene Nocturne dem erstaunten Alexander Glasunow in Alter von sechs Jahren vorspielte. Er begann seine Studien am Sankt Petersburger Konservatorium, aber die politische Unstabilität der damaligen Zeit veranlasste seine Familie, nach Kiew umzuziehen, wo er am Konservatorium unter Sergei Tarnowski studierte. Weitere Pianisten, die am Konservatorium von Kiew während dieser Zeit studierten, waren Vladimir Horowitz, Alexander Uninsky und Alexander Brailowsky. Schließlich wurde Kitain Privatschüler von Felix Blumenfeld, unter dessen wenigen Privatschülern sich auch Simon Barere und Horowitz befanden.

Flucht

Nachdem er 1923 mir seiner Familie Russland verlassen hatte, gewann Kitain einen Preis im ersten Franz-Liszt-Wettbewerb in Budapest (den ersten Preis bekam Annie Fischer). Kitain ließ sich in Frankreich nieder, aber der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges veranlasste ihn, in die USA aus zuwandern. Jedoch stellte sich der erwartete Erfolg nicht ein. Als Versuch eines Neuanfangs änderte er seinen Namen 1944 in Alexander Karinoff, verwendete jedoch zwei Jahre später wieder seinen ursprünglichen Namen. Trotz eines gewissen Erfolges bei Kritikern blieb er jedoch zeitlebens von der allgegenwärtigen Figur seines ehemaligen Mitstudenten Horowitz überschattet.

Aufnahmen

Er machte mehrere Schallplattenaufnahmen in den USA, darunter eine mit seinem Bruder Robert. Sein letztes Konzert gab er am 22. Oktober 1963. Er starb 1980 in Orange, New Jersey.

Von seinen europäischen Aufnahmen existieren nur noch die für Columbia. Sie zeigen einen Pianisten von vollendeter Technik und Musikalität, mit vielen Ähnlichkeiten seiner Zeitgenossen Horowitz und Barere. Während die zwei letztgenannten allgemein bekannt wurden, starb Kitain in Vergessenheit.

Quellen

Biographische Details über Kitain sind rar, und dieser Eintrag beruht auf Bryan Crimps biographischem Essay in den APR Complete Columbia Recordings, APR 7029, und auf einer kurzen Autobiographie von 1940


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Anatole Kitain — Saltar a navegación, búsqueda Anatole Kitain (ruso Анатол Китайн, n. el 17 de septiembre de 1903 en San Petersburgo, m. el 30 de julio de 1980 en Orange, Nueva Jersey) era un pianista clásico ruso. Contenido 1 Vida temprana 2 Huída …   Wikipedia Español

  • Anatole Kitain — (September 17th 1903 July 30th 1980) was a Russian classical pianist.Early lifeAnatole Kitain was born in St Petersburg into a family of professional musicians. His brothers, Robert and Boris, were violinists, and his brother Alexander was a… …   Wikipedia

  • Kitain — Anatole Kitain (russisch Анатол Китайн, * 17. September 1903 in Sankt Petersburg; † 30. Juli 1980 in Orange, New Jersey) war ein russischer Konzertpianist. Inhaltsverzeichnis 1 Die frühen Jahre 2 Flucht …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Ki — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Söhne und Töchter Sankt Petersburgs — Dies ist eine Liste bekannter Persönlichkeiten, die in Sankt Petersburg (1914–24 Petrograd, 1924–91 Leningrad; einschließlich der vormals eigenständigen Orte Kolpino, Komarowo, Krasnoje Selo, Kronstadt, Lomonossow, Pawlowsk, Peterhof, Puschkin,… …   Deutsch Wikipedia

  • List of classical pianists — This is an alphabetized list of notable pianists who play or played classical music. For a list of recorded classical pianists see List of classical pianists (recorded). If you add a name to the list below and know that the pianist recorded,… …   Wikipedia

  • List of classical pianists (recorded) — This is a list of pianists of whom recordings survive who play or played classical music. Since the number of people who have played the piano is probably in the millions, most of whom are not notable, the list is confined to those who have left… …   Wikipedia

  • Kiev Conservatory — Ukrainian National Academy of Music The Tchaikovsky National Academy of Music (or Kiev Conservatory) is a Ukrainian state institution of higher music education. Its courses include postgraduate education. Contents 1 …   Wikipedia

  • Annie Fischer — (* 5. Juli 1914 in Budapest; † 10. April 1995 in Budapest) war eine ungarische Pianistin jüdischer Abstammung, die dem Holocaust durch Flucht nach Schweden entging. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Literatur 3 …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”