Kaimaninseln
Cayman Islands

Kaimaninseln

Flagge der Kaimaninseln
Wappen der Kaimaninseln
Flagge Wappen
Wahlspruch: He hath founded it upon the seas

(engl., „Er hat es auf den Meeren gegründet“)

Amtssprache Englisch
Hauptstadt George Town
Staatsform Britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs
Staatsoberhaupt Elisabeth II., vertreten durch Gouverneur Duncan Taylor
Regierungschef William McKeeva Bush
Fläche 264 km²
Einwohnerzahl 49.035 (2009) (207.) [1]
Bevölkerungsdichte 173,4 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 48.290 US-$ (Quelle: Auswärtiges Amt 2007)
Währung Kaiman-Dollar (KYD)
Nationalhymne God Save the Queen

Beloved Isles Cayman (inoffiziell)

Zeitzone UTC-5
Internet-TLD .ky
Telefonvorwahl +1 (345) siehe NANP
Cayman Islands in its region.svg
Karte Kaimaninseln.png

Die Kaimaninseln (englisch Cayman Islands) sind eine Inselgruppe in der Karibik und britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gipfel eines submarinen Gebirges, des bis nach Kuba reichenden Kaimanrückens, bilden die Inselgruppe. Ihren Namen verdanken die Inseln den hier lebenden Echsenarten, die man zu Beginn mit Krokodilen verwechselt hatte. Die Inselgruppe besteht aus den drei Inseln Grand Cayman, Little Cayman und Cayman Brac und liegt etwa 350 km südlich von Kuba. Die Inseln verteilen sich auf eine Fläche von etwa 262 km², wobei Grand Cayman mit 197 km² den Großteil einnimmt.

Im Norden der Insel Grand Cayman befindet sich zwischen Rum Point und Conch Point die 80 km² große Bucht North Sound. Die Bucht ist seicht, mit Tiefen von zumeist 1,8 bis 3,8 Metern.

Bevölkerung

Etwa 90 % der 45.436 Einwohner leben auf der größten Insel Grand Cayman. Die Jahrhunderte brachten eine bunt gemischte Bevölkerung hervor, die sehr stolz auf die Harmonie unter den Bewohnern unterschiedlicher Herkunft ist. Sitten und Gebräuche sind nach wie vor von den ersten Siedlern im 18. Jahrhundert geprägt, die von den britischen Inseln kamen. Die dominierende Religion ist das Christentum.

Geschichte und Politik

Nach der Entdeckung durch Kolumbus am 10. Mai 1503, als seine Schiffe vom vorgesehenen Kurs abtrieben, wurde die Inselgruppe ursprünglich nach den auf ihr lebenden Schildkröten „Las Tortugas“ genannt, seit 1540 heißen sie „Caymanas“. Aber erst ab 1666 wurden die Inseln, von Jamaika ausgehend, besiedelt, aufgrund häufiger Plünderungen verließen die Siedler das Land jedoch wieder. Im Vertrag von Madrid von 1670 erkannte Spanien die englische Oberhoheit über Jamaika und die Kaimaninseln an; diese gehörten jedoch zu Jamaika. Seit 1734 sind die Inseln bis heute durchgehend besiedelt. Eine legislative Versammlung gibt es seit 1832. Als die große Nachbarinsel unabhängig wurde, entschieden sich die Inselbewohner anders: Sie wurden Kolonie der britischen Krone und erhielten einen Gouverneur zugesprochen. Seit 1962 haben die Kaimaninseln den Status einer britischen Kronkolonie mit innerer Selbstverwaltung. 2004 zerstörte der Hurrikan Ivan große Teile der Inseln.

Wirtschaft

Frühere Hauptexportgüter waren Schildkröten und Muscheln.

Heute gilt die Hauptstadt George Town als fünftgrößter Finanzplatz der Welt. Die meisten international tätigen Banken, auch die größten deutschen, sind hier mit Filialen präsent. Zudem sind rund 40% aller Hedge-Fonds auf den Kaimaninseln angesiedelt, womit die Kaimaninseln der größte Hedge-Fonds-Standort weltweit sind.[2] Begünstigt wird dieser Wirtschaftszweig durch günstige Rahmenbedingungen wie die hier herrschende Steuerfreiheit. Die Kaimaninseln gelten als Steueroase, sie tauchen auf der Grey List, die die OECD im Vorfeld des G20-Treffens im Jahr 2009 erstellt hat, auf. Auf Grund von Zusagen, bezüglich der Einhaltung von diversen Steuerstandards, tauchen die Kaimaninseln nicht auf der „Black List“ der Steuerparadiese auf.[3] Die deutsche Bundesregierung stuft die Inseln nicht als Steueroase ein (Januar 2010).[4] Ihrem Ruf wollen die Inseln durch bilaterale Abkommen entgegenwirken, die sie z. B. mit Irland, Japan, den Niederlanden und Südafrika abgeschlossen haben.[5]

Die Staatsausgaben der Kaimaninseln werden ausschließlich über Verwaltungsgebühren und eine 20-prozentige Zollabgabe auf alle Importgüter finanziert. In letzter Zeit reichen diese Einnahmen zur Haushaltsfinanzierung allerdings nicht mehr aus, so dass das britische Außenministerium auf die Einführung weiterer Abgaben drängt.[6]

Als Zahlungsmittel werden neben der Landeswährung Cayman Island Dollar (CI$) weitestgehend auch der US-Dollar und das Britische Pfund, nicht aber der Euro akzeptiert.

Verkehr, Tourismus

Auf den Kaimaninseln herrscht Linksverkehr.

Flughäfen

Es gibt drei Flughäfen auf den Kaimaninseln:

  • Owen Roberts International Airport auf der Insel Grand Cayman (IATA-Flughafencode: GCM)
  • Little Cayman Airport auf der Insel Little Cayman (IATA-Flughafencode: LYB)
  • Gerrard Smith Airport auf der Insel Cayman Brac (IATA-Flughafencode: CYB)

Ein-/Ausreise

EU-Bürger benötigen für die Einreise kein Visum, vorgeschrieben ist lediglich ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass.

Sehenswürdigkeiten

Vor allem die Hauptinsel Grand Cayman ist für ihre Riffe bekannt. Die Unterwasserwelt rund um die Inseln stellt eine besondere Touristenattraktion dar, die seit 1978 durch mehrere Gesetze umfangreich geschützt wird.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt George Town gehören u. a. der Glockenturm für König Georg V., die Legislative Assembly, das Courts Building, und das General Post Office. An der Uferpromenade zeigt das Cayman Maritime and Treasure Museum unterschiedlichste Ausstellungsstücke. Ferner sind im McKee's Museum Schätze aus Wracks aus dem 16./17. Jahrhundert zu bestaunen.

Rum Point auf Grand Cayman

George Town ist auch der bevorzugte Ort für zollfreien Einkauf: Internationale Luxusgüter sowie Schmuck, in den zum Teil einheimische Materialien, wie schwarze Korallen, eingearbeitet sind, sind hier günstig zu erstehen. Eine weitere Spezialität der Inseln ist der Rum-Kuchen, der von verschiedenen Anbietern hergestellt wird und sich in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Exportartikel entwickelt hat.

In Bodden Town, der früheren Hauptstadt der Inselgruppe, liegt das Höhlensystem Pirate's Caves, in dem im 18. Jahrhundert Piraten Zuflucht und Schutz fanden.

Rum Point im Norden der Insel bietet typisches Karibikflair. Auf der Sandbank „Stingray City“ leben halbzahme Stachelrochen (southern stingrays), die man füttern kann. Die Cayman Turtle Farm am Northwest Point ist die einzige ihrer Art mit grünen Schildkröten.

Vor Cayman Brac liegt seit 1996 ein gesunkenes russisches Kriegsschiff, die umbenannte MV Capt. Keith Tibbetts, mit vier Deckkanonen. Sie ist das einzige per Tauchgang erkundbare russische Kriegsschiff der westlichen Hemisphäre.

Die kleinste der Inseln, Little Cayman, ist einer der letzten unberührten Orte der Karibik mit einem der größten Steingärten der Region für Pelikane und Kormorane, außerdem ist sie eines der besten Gebiete der westlichen Welt zum Lachsangeln.

Distrikte

Das Territorium wird in sieben Distrikte gegliedert, die von Distriktmanagern geleitet werden und u.a. als Wahlbezirke und als Regionaleinheiten für die Statistik fungieren. Fünf der Distrikte entfallen auf die Hauptinsel Grand Cayman, während die beiden kleineren Inseln Little Cayman und Cayman Brac jeweils einen Distrikt bilden:

Distrikte der Kaimaninseln
Nr. Distrikt Fläche
km²
Bev.
1999
Bev.
2009
Bev.-
dichte
1 Bodden Town 8 5.764 8.040 865
2 Cayman Brac 36 1.822 2.830 42
3 East End 50 1.371 1.380 32
4 George Town 29 20.626 27.470 1096
5 Little Cayman 26 115 * 8
6 North Side 91 1.079 1.675 14
7 West Bay 19 8.243 11.435 602
  Kaimaninseln 259 39.020 52.830 211

Bei den Einwohnerzahlen von 2009 sind Little Cayman und Cayman Brac zu 'Sister Islands' zusammengefasst.[7] Die Bevölkerung konzentriert sich in den drei (süd-)westlichen Distrikten George Town (Hauptstadt), West Bay und Bodden Town, die eine vielfach höhere Bevölkerungsdichte aufweisen als alle übrigen Distrikte. Hier leben auf 22 % der Fläche 89 % der Bevölkerung, mit einer Bevölkerungsdichte von 618 Einwohnern/km². Der Rest des Territoriums weist eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern/km² auf.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Cayman Islands – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Cayman Islands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. CIA World Factbook 2009: Beschreibung der Cayman Islands
  2. Hedge Funds Review: Cayman Islands secure as number one hedge fund domicile vom 11. April 2011 (abgerufen am 25. April 2011)
  3. Angaben der OECD, aufgerufen am 7. Juli 2010
  4. Angaben des BMF, aufgerufen am 3. März 2010
  5. nzz.ch: Cayman Islands kämpfen gegen Ruf als Steueroase. Unilaterale Steuerabkommen im Vorfeld des G-20-Gipfels.
  6. faz.net: Cayman-Inseln vor dem Staatsbankrott
  7. http://www.eso.ky/docum1/docum102.pdf

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