Anaximenes
Anaximenes

Anaximenes (altgriech. Ἀναξιμένης; * ca. 585 v. Chr. in Milet; † zwischen 528 und 524 v. Chr.) war ein Naturphilosoph und Astronom im antiken Griechenland und zählt zu den Vorsokratikern.

Er knüpfte an die Lehre von Anaximander an[1] und bildet mit ihm und Thales die Gruppe der ersten Vertreter der Ionischen Philosophie, der ältesten Richtung der griechischen Philosophie.

Inhaltsverzeichnis

Über die Natur

In seinem Werk Über die Natur sieht er die Luft (aer) als Urstoff (Arché) und unbeschränkt (ápeiros) an. So entsteht aus ihr alles: durch Verdichtung Wasser und Gestein, durch Verdünnung Feuer. Auch das Göttliche kommt entweder aus der Luft oder ist die Luft.[2] Er ist der erste, der den Begriff der Verwandlung eines Stoffes einführt, der später bei Platon, Aristoteles und noch in der modernen Physik eine wichtige Rolle spielt. Damit wirft er den Begriff der Ur-Kraft auf, die den Ur-Stoff erst bearbeiten kann. Das belebende Prinzip liegt im Stoff selbst, weshalb auch die Rede von der Stoffbelebungslehre (Hylozoismus) ist.

Die Vorstellung des Kosmos als eines harmonischen wohlgeordneten Weltganzen, das sich zwar stets verändert, aber in seiner Substanz von ewigem Bestand ist, geht auf Anaximenes zurück. In seiner Kosmogonie entstehen die Gestirne aus der Erde und sind alle flach und breit und treiben auf der Luft.[3] Der Himmel ist eine über der Erde liegende Halbkugel oder Kristallschale, die die Gestirne auf Bahnen, die sich auf der Halbkugel befinden, umkreisen. Die Dunkelheit bei Nacht liegt nach Anaximenes darin begründet, dass der Rand der Erdscheibe im Norden von hohen Bergen begrenzt ist, hinter denen die Sonne während der Nachtstunden verborgen bleibt.[4]

Literatur

Weblinks

 Commons: Anaximenes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mansfeld, S. 82; in Fragment DK 13 A 5 (Simplikios) wird hetairos irreführenderweise als Schüler übersetzt.
  2. vgl. Hippolytos (DK 13 A 7) und Augustinus (DK 13 A 10).
  3. DK 13 A7 (Hippolytos)
  4. Ekschmitt, S. 31.

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