Anders (Hohlbein)

anders ist ein Zyklus von vier Fantasy-Romanen des deutschen Autorenpaares Wolfgang und Heike Hohlbein, die zwischen Juni und Oktober 2004 erschienen sind.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die tote Stadt

Der sechzehnjährige Unternehmersohn Anders Beron führt ein recht verwöhntes Leben, bis er eines Tages, auf dem Weg zu einem Landeplatz, an welchem sein Vater schon warten würde, mit seinem Flugzeug abstürzt und mit seinem Freund und Leibwächter Jannik in einer verbrannten und ausgestorbenen Stadt landet. Als er vor in ABC-Schutzanzügen gekleideten Soldaten flieht, welche aus einem haifischförmigen Hubschrauber aus operieren, wird Jannik erschossen und Anders stößt auf das seltsame Katzenmädchen Katt. Sie rettet ihn und bringt ihn in ihre Stadt.

Dort gibt es keine Menschen, sondern nur weitere Tiermenschen aller Art, die allerdings nicht sehr zahlreich sind. Der Anführer der Sippe heißt Bull, er ist halb Stier, halb Mensch und nimmt Anders nur widerwillig auf. Langsam lernt dieser die Regeln der Tiermenschen immer besser kennen und kommt Katt immer näher. Anders versucht schließlich, den Tiermenschen mit Gesetzen und Technik zu helfen, ohne sich zu fragen, ob diese die „Errungenschaften der Zivilisation“ überhaupt wollen oder brauchen.

Schließlich wird der Drang, wieder nach Hause und in seine gewohnte Umwelt zu kommen, immer größer, so dass Anders alle Warnungen in den Wind schlägt und sich gemeinsam mit Katt auf den Weg macht, um über die Berge zu klettern und somit das Unmögliche zu schaffen.

Im dunklen Land

Katts und Anders' Flucht endet abrupt an einer gewaltigen Mauer mitten im eisigen Hochgebirge. Sie können nicht fliehen und fallen Culain in die Hände, einem elfenartigen Elder, der sie mit sich in die sagenumwobene Festung Tiernan nimmt. Die Elder empfangen die beiden freundlich, aber entschlossen, sie nie mehr gehen zu lassen. Anders stellt bald fest, dass er seine neuen Gastgeber als kaum weniger fremdartig empfindet als die wilden Tiermenschen. Vielmehr kommt Katt ihm immer näher und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Beziehung.

Erneut unternimmt Anders einen Fluchtversuch und muss teuer bezahlen, als dieser scheitert: er wird nach Sitte der Elder in einen Eiskerker im Gebirge gesperrt, in dem er sieben Monate ausharren muss.

Der Thron von Tiernan

Nach sieben Monaten wird Anders befreit und in die Torburg, den wichtigsten Vorposten Tiernans, gebracht. Kaum hat er sich halbwegs von den Entbehrungen der eisigen Kerkerhaft erholt, da erreicht eine alarmierende Nachricht die Festung: eine riesige Armee aus Trollen, Kobolden und anderen Ungetümen wälzt sich auf Tiernan zu und wird die Torburg bald erreichen. Die Armeen der Elder rüsten sich zum Kampf, und auch Anders will sich der Armee entgegenstellen. Er muss jedoch bald feststellen, dass die Horden des Feindes von seinem totgeglaubten Leibwächter Jannik angeführt werden, der von den Ungeheuern gerettet wurde und sich auf der Seite der Gerechten sieht.

Eine schreckliche Schlacht entbrennt, in der die Torburg verheert wird und Unzählige den Tod finden. Anders flieht vor dem Gemetzel und macht im Untergrund Bekanntschaft mit einem freundlichen Troll, den er Boris nennt. Gemeinsam wollen sie die gefährliche Ebene des Todes überqueren, um hinter das Geheimnis des dunklen Landes zu kommen. Am Ende trifft er erneut auf Männer in Anzügen, die Hubschrauber fliegen, und stürzt im Kampf mit ihnen in einen Abgrund.

Der Gott der Elder

Boris hat Anders gerettet und die beiden ziehen weiter, um endlich hinter das Geheimnis des Eldergottes Oberon zu kommen, für dessen Sohn viele Elder Anders halten. Nachdem er endlich in die geheimnisvolle Festung im Gebirge eindringen kann, auf die er schon mehrfach Hinweise gefunden hat, erkennt der Junge erstaunt, dass es sich um eine unterirdische Forschungsanlage für genetische Experimente handelt.

Anders muss erfahren, dass er tatsächlich der Sohn des Gottes der Elder ist: sein Vater, der Großunternehmer Ottmar Beron, ist in Wahrheit Oberon, ein Unsterblicher aus einer längst vergessenen Epoche, der das Tal für die bei Experimenten erschaffenen Wesen schuf, für die es in der normalen Welt keinen Platz gibt. Mehr noch, Jannik ist ebenfalls ein Sohn Oberons und Anders älterer Halbbruder, beide sind Halbelder, deren Mütter bei der Geburt starben. Sie sind infiziert mit dem genetisch konstruierten Virus, der aus Eldern Tiermenschen macht, weshalb sie für immer im dunklen Land bleiben müssen.

Nachdem Jannik seinen Vater angeschossen hat, klärt dieser seine Söhne über alles auf. Diese beschließen, einen Platz in dieser fremden Welt einzunehmen, Jannik bei den Trollen, Anders bei den Elder und Tierwesen. Bald ist Katt schwanger und die Grenzen werden abgerissen, damit die Völker endlich offen und in Frieden miteinander leben, und Boris erklärt in seiner typischen sprachlichen Unkompliziertheit, alles sei nun „gut“.

Hintergrund

Wie viele Hohlbein-Werke wurde auch diese Reihe bereits in mehrere Sprachen übersetzt, unter anderem ins Portugiesische.

Umschlaggestaltung

Die Schutzumschläge der gebundenen Originalausgabe verfügen über vier aufwändige Cover des Künstlers Peter Gric, die Schlüsselsituationen des jeweiligen Romans zeigen und sich gleichzeitig zu einem großen Panoramabild aneinander legen lassen. Auch fügen sich die Buchrücken im Regal zum horizontalen Schriftzug anders zusammen.

Limitiert erschien außerdem eine 120,- Euro teure, in weißes Leder gebundene Luxus-Gesamtausgabe im Schuber von anders.

Ausgaben

  • Wolfgang und Heike Hohlbein: anders Band 1. Die tote Stadt Ueberreuter, Juli 2004 ISBN 3800050730
  • Wolfgang und Heike Hohlbein: anders Band 2. Im dunklen Land Ueberreuter, August 2004 ISBN 3800050870
  • Wolfgang und Heike Hohlbein: anders Band 3. Der Thron von Tiernan Ueberreuter, September 2004 ISBN 3800050889
  • Wolfgang und Heike Hohlbein: anders Band 4. Der Gott der Elder Ueberreuter, Oktober 2004 ISBN 3800050897

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