Anderson-Lokalisierung

Als Anderson-Lokalisierung wird die Unterdrückung der Diffusion in ungeordneten Umgebungen bezeichnet, falls der Grad der Unordnung (Konzentration der Störstellen) eine bestimmte Schwelle überschreitet. Er ist benannt nach Philip Warren Anderson.

In der Lokalisierungstheorie wird ein quantenmechanisches Teilchen in einer mikroskopisch ungeordneten Umgebung (zufälliges Potential) betrachtet, während beim Perkolationsproblem ein makroskopisch inhomogenes System vorliegt. In beiden Fällen tritt ein Phasenübergang auf, der durch die Existenz einer kritischen Energie Ec charakterisiert wird. Bei der Behandlung von Leiter-Isolator-Übergängen sind speziell die Einelektronen-Wellenfunktionen „ausgedehnt“ (also nicht-quadratintegrierbar und leitfähig), wenn E > Ec ist, und sie fallen exponentiell ab (d. h. sie sind „lokalisiert“, also quadratintegrierbar und nicht-leitfähig) für E < Ec. Daher ist der elektronische Transport in einem ungeordneten System bei T = 0 wesentlich von der Lage der Fermi-Kante EF relativ zu Ec abhängig. Für EF > Ec liegt ein Leiter vor, für EF < Ec dagegen ein Isolator. Dieser Übergang heißt Anderson-Übergang.

Siehe auch

Literatur


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