Anderssprachige Tonbezeichnung

Dieser Artikel gibt eine Übersicht über die Bezeichnungen der Stammtöne, der abgeleiteten Töne und der Tonarten in verschiedenen Sprachen.

Bezeichnungen der Stammtöne

deutsch: C D E F G A H [1]
englisch: C D E F G A B
italienisch: do re mi fa sol la si
französisch: ut/do mi fa sol la si
spanisch: do re mi fa sol la si
russisch: до ре ми фа соль ля си
griechisch: Ντο Ρε Μι Φα Σολ Λα Σι
japanisch:

Die absoluten Tonstufen wurden ursprünglich nach dem Alphabet bezeichnet: A, B, C, D, E, F, G (das a, der Ausgangston dieser Reihe, ist noch heute der Kammerton).

Dass der ursprüngliche Stammton „B“ im Deutschen „H“ heißt, geht auf eine seit dem 10. Jahrhundert differenzierte Schreibweise zurück, die den Ton in einer niedrigeren Variante als „b rotundum“ („rundes b“), und in einer höheren Variante als „b quadratum“ („quadratisches b“) notiert. Durch flüchtige Schreibweise entwickelte sich das „b quadratum“ nach und nach zu einem „h“, und diese Schreibweise verfestigte sich im 16. Jahrhundert durch den aufkommenden Buchdruck. Das um einen Halbton erniedrigte „H“ heißt im Deutschen „B“. Demgegenüber hielt sich im englischsprachigen Raum bis heute die Bezeichnung „B“ für den Stammton; der um einen Halbton niedrigere Ton heißt dort „B flat“ (B). Das Deutsche ist nicht die einzige Sprache, in der sich die Schreibweise mit H als dem unter dem C liegenden Stammton durchgesetzt hat. Dieselbe Schreibweise verwendet man zum Beispiel auch in skandinavischen (dänisch, schwedisch) und manchen westslawischen (polnisch, tschechisch) Sprachen.

In der so genannten Solfeggiolehre oder Solmisation werden nicht die absoluten Tonstufen bezeichnet, sondern die Position der Töne innerhalb einer Tonart. Das erleichtert das Transponieren einer Melodie in beliebige andere Tonarten und wird an internationalen wie deutschsprachigen Musikhochschulen z. B. in der Gehörbildung eingesetzt. Die relativen Tonstufen werden mit den italienischen Silben do, re, mi, fa, so, la, si bezeichnet.

In Frankreich, Italien, Spanien und anderen Ländern, z. B. den GUS-Staaten und Bulgarien, werden als Tonnamen durchgehend diese Solmisationssilben verwendet, die auf den Johannes-Hymnus zurückgehen:

Ut queant laxis / resonare fibris / mira gestorum / famuli tuorum / solve polluti / labii reatum / Sancte Johannes.

Später wurde die Silbe „ut“ durch das besser zu singende „do“ ersetzt.

Im Japanischen werden die Töne von A bis G mit Katakana-Silben nach dem Iroha-Alphabet bezeichnet:

(i), (ro), (ha), (ni), (ho), (he), (to)

Im internationalen Verkehr – besonders im Internet – wird zumeist die englische Variante verwendet, vor allem im Bereich der populären Musik. Dies führt dazu, dass sie nach und nach auch im nationalen Gebrauch weitere Verbreitung findet.

Bezeichnungen der Halbtöne

Während im Deutschen die erhöhten und erniedrigten (alterierten) Töne gekennzeichnet sind durch ein Anhängen von Silben an den jeweiligen Grundton, nämlich

  • -is bei durch ein Kreuz () erhöhten Tönen (z. B. Fis, Cis) und
  • -es bei durch ein erniedrigten Tönen (z. B. Des, Ges; Ausnahmen: H → B; E → Es und A → As),

wird in den meisten anderen Sprachen der Name des Kreuz bzw. an die Tonbezeichnung angehängt.

  • Bei erhöhten Tönen:
    • engl.: sharp (Fis = F sharp, Cis = C sharp)
    • ital.: diesis (Fis = fa diesis, Cis = do diesis)
    • franz.: dièse (Fis = fa dièse, Cis = ut dièse)
    • span.: sostenido (Fis = fa sostenido, Cis = do sostenido)
    • russ.: диез (Fis = фа диез, Cis = до диез)
    • griech.: díesi δίεση (Fis = Φα δίεση, Cis = Ντο δίεση)
    • japan.: ei (Fis = 嬰へ ei-he, Cis = 嬰ハ ei-ha)
    • lat.: durum (h = b durum)
  • bei erniedrigten Tönen:
    • engl.: flat (Des = D flat, Ges = G flat)
    • ital.: bemolle (Des = re bemolle, Ges = sol bemolle)
    • franz.: bémol (Des = re bémol, Ges = sol bémol)
    • span.: bemol (Des = re bemol, Ges = sol bemol)
    • russ.: бемоль (Des = ре бемоль, Ges = соль бемоль)
    • griech.: ýfesi ύφεση (Des = Ρε ύφεση, Ges = Σολ ύφεση)
    • japan.: hen (Des = 変ニ hen-ni, Ges = 変ト hen-to)
    • lat.: molle (b = b molle)

Bezeichnungen der Tongeschlechter

Das Tongeschlecht Dur wird folgendermaßen bezeichnet:

  • engl.: major (C-Dur = C major)
  • ital.: maggiore (C-Dur = do maggiore)
  • franz.: majeur (C-Dur = ut majeur)
  • span.: mayor (C-Dur = do mayor)
  • russ.: мажор (C-Dur = до мажор)
  • griech.: mízon μείζων (C-Dur = Do mízona Ντο μείζονα)
  • japan.: 長調 chōchō („lange Tonart“, C-Dur = ハ長調 ha-chōchō)

Das Tongeschlecht Moll wird folgendermaßen bezeichnet:

  • engl.: minor (a-Moll = A minor)
  • ital.: minore (a-Moll = la minore)
  • franz.: mineur (a-Moll = la mineur)
  • span.: menor (a-Moll = la menor)
  • russ.: минор (a-Moll = ля минор)
  • griech.: élasson έλασσον (a-Moll = La elassóna Λα ελάσσονα)
  • japan.: 短調 tanchō („kurze Tonart“, a-Moll = イ短調 i-tanchō)



Fußnote
  1. In der populären Musikliteratur hat sich eine so genannte semi-deutsche Notation eingebürgert. Der Notenname "H" bleibt dabei für den siebten Stammton erhalten. Doch der Halbton vor dem H wird nicht, (wie im deutschen üblich) "B" genannt, sondern "Bb" (wie es im englischen üblich ist). Damit ist eine Verwechslung mit dem englischen "B" und dem deutschen "B" praktisch ausgeschlossen.

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