Kap Verde
República de Cabo Verde

Republik Kap Verde

Flagge von Kap Verde
Wappen von Kap Verde
Flagge Wappen
Wahlspruch: Paz, Trabalho, Pátria

(por., „Frieden, Arbeit, Vaterland“)

Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt Praia
Staatsform Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Jorge Carlos Fonseca
Regierungschef Premierminister José Maria Neves
Fläche 4033 km²
Einwohnerzahl 516.000 (Quelle: CIA 2008)
Bevölkerungsdichte 128 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[1] 1428 Millionen US$ (155.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2891 US$ (101.)
Human Development Index 0.708 (121.)
Währung Kap-Verde-Escudo (CVE)
Unabhängigkeit von Portugal am 5. Juli 1975
Nationalhymne Cântico da Liberdade
Zeitzone UTC –1h
Kfz-Kennzeichen CV
Internet-TLD . cv
Telefonvorwahl +238. Seit Juli 2004 wird bei alten Telefonnummern eine 2 vorangestellt. Aus 00238 123456 wird 00238 2 123456.
Cape Verde in its region.svg
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Familie mit Kindern in Tarrafal auf der Insel Santiago
Fischmarkt in Mindelo auf Sao Vicente (2004)

Kap Verde [ˌkapˈvɛrdə] (port.: Cabo Verde [ˌkabuˈveɾdɨ]) ist ein afrikanischer Inselstaat, bestehend aus den Kapverdischen Inseln mit neun bewohnten Inseln im Zentralatlantik, 460 Kilometer vor der Westküste Afrikas. Der Archipel hat eine Landfläche von 4033 km² und etwa 516.000 Einwohner. Die Hauptstadt der kleinen Inselrepublik ist Praia.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Republik Kap Verde liegt im Zentralatlantik vor der Westküste Afrikas. Die Inselgruppe besteht aus 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind. Es wird unterschieden zwischen den Inseln über dem Wind (Ilhas de Barlavento) und den Inseln unter dem Wind (Ilhas de Sotavento). Die Inseln über dem Wind sind Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista und die unbewohnten Inseln Santa Luzia, Branco und Raso. Zur Sotavento-Gruppe gehören Maio, Santiago, Fogo und Brava sowie die unbewohnte Inselgruppe der Ilhéus do Rombo.

Städte

Die größten Städte Kap Verdes sind:

Rang

Stadt Einwohner (2005) Bezirk
1 Praia 113.364 Praia
2 Mindelo 70.611 São Vicente
3 Santa Maria 17.231 Sal
4 Pedra Badejo 9.488 Santa Cruz
5 São Filipe 8.189 São Filipe
6 Assomada 7.927 Santa Catarina
7 Tarrafal 6.463 Tarrafal
8 Espargos 6.173 Sal

Fauna und Flora

Die Vegetation der Kapverdischen Inseln ist aufgrund der Trockenheit halbwüstenähnlich. Es gibt unter anderem trockene Grasfluren, im östlichen Teil sind die Inseln aber auch mit großen Dünen oder Salzsümpfen (Mangroven) bedeckt. Dazu kommen auch einige Palmenarten, wie die Kanarische Dattelpalme, die an die Trockenheit angepasst sind.

Die Tierwelt auf den Inseln ist vergleichsweise artenarm. Vor der Besiedlung durch den Menschen waren bis auf eine Fledermausart keine Säugetiere auf den Inseln vorhanden. Zudem gibt es mehrere kleine Reptilienarten wie zum Beispiel Geckos und Skinke. An den Stränden legen Meeresschildkröten gelegentlich ihre Eier ab.

Klima

Klimadiagramm von Praia

Auf den Kapverdischen Inseln herrscht ähnlich wie auf den Kanarischen Inseln ein sehr mildes und trockenes ozeanisches Klima, das vom Nordostpassat bestimmt wird. Das Klima ist durch geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht (meist um 5 °C) und durch ganzjährig relativ hohe Luftfeuchtigkeit (um 70 %) gekennzeichnet. So liegen die Tagestemperaturen das ganze Jahr zwischen 23 und 30 °C, wobei die Nachtwerte im Winter (Januar-April) um 18 und im Sommer (August-Oktober) um 24 °C liegen. Der Boden ist überall sehr trocken, die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Hauptstadt liegt bei etwa 250 mm jährlich, meist jedoch zwischen 100 und 200 mm. Der meiste Niederschlag fällt von August bis November. Die Wassertemperaturen sind mit 22 bis 27 °C sehr angenehm und machen das Land deshalb auch für den Strandtourismus attraktiv.

Geologie

Der Archipel der Kapverden ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung der Kapverden ist der ebenmäßige Vulkankegel des Pico de Fogo mit 2829 m. Hier fand 1995 der jüngste Ausbruch statt. Die Inseln im Nordwesten Santo Antão, São Vicente und São Nicolau sowie Santiago sind ebenfalls jung-vulkanisch und hochgebirgig, während die östlichen Inseln weitaus älter, bis auf einige Zeugenberge flach abgetragen und mit einem Kalksockel ausgestattet sind.

Bevölkerung

Herkunft der Bevölkerung

Die Kapverdischen Inseln waren vor ihrer Entdeckung und Besiedlung durch Portugiesen unbewohnt. Aus der Durchmischung der Kulturen europäischer Siedler und afrikanischer Sklaven bildete sich eine neue kreolische Kultur.

Demographie

Die Geschichte von Kap Verde ist geprägt von wiederholten Einwanderungswellen aus Portugal und Madeira, starkem wirtschaftlichem Einfluss der Engländer und massenhafter Emigration als Antwort auf wiederholte Hungerkatastrophen. Heute (2010) kommen zu den etwa 516.000 Bewohnern des Archipels geschätzte 700.000 im Ausland lebende Kapverdier hinzu. Wegen der Armut des Landes gibt es kaum Einwanderer, doch hat sich in den letzten Jahren in Praia eine Reihe von Nigerianern (meist Händler) niedergelassen.

Gut die Hälfte der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptinsel Santiago.

Rund 80 % der Bevölkerung sind katholisch, 10 % sind Protestanten, von denen sich etwa die Hälfte zu den Nazarenern zählen. Der Rest bekennt sich zu anderen christlichen Kirchen wie die Anglikanische Kirche und Neuapostolische Kirche oder Neureligionen wie beispielsweise der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und Zeugen Jehovas.

Nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 liegt das Geschlechterverhältnis Weiblich zu Männlich bei 51,9 % zu 48,1 %. Bedingt durch Hungersnöte und die daraus resultierende Auswanderung der Generation der 1940er und 1950er Jahre fehlen die heute 55- bis 70-Jährigen fast völlig. Drei Viertel der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Der Altersdurchschnitt betrug im Jahr 2000 17,4 Jahre, das Bevölkerungswachstum lag bei 2,4 % pro Jahr.

Der durchschnittliche Haushalt hat 4,6 Mitglieder, 54 % der erwachsenen Bevölkerung bezeichnen sich als ledig, 24 % leben in Partnerschaft, ohne verheiratet zu sein und 16 % sind verheiratet. Drei Prozent leben getrennt beziehungsweise sind geschieden. Hierzu ist es hilfreich zu wissen, dass das portugiesische Recht und die katholische Kirche die Heirat unter Sklaven oder zwischen Sklaven und Freien nicht erlaubten. Hierdurch entstand in kreolischen Gesellschaften eine Vielfalt an Formen des Zusammenlebens, die bis heute überlebt haben.

Die Aussicht auf ein besseres Leben mit mehr Abwechslung, Jobs und Bildung zieht die junge Landbevölkerung in die Städte oder in die Nähe der Hauptverbindungsstraßen. Heute zählen schon 54 % zur Stadtbevölkerung.

Gesundheit

Die Lebenserwartung der Männer bei der Geburt beträgt etwa 67 und die der Frauen etwa 71 Jahre.[2] Die gesunde Lebenserwartung beläuft sich auf 59 beziehungsweise 63.[3] Es gibt 49 Ärzte pro 100.000 Einwohner.[4]

Sprachen

Die offizielle Amtssprache von Kap Verde ist Portugiesisch. Die Nationalsprache hingegen ist das Kapverdische Kreol (Krioulo), das verschiedene Varianten besitzt. Französisch wird von der jüngeren Bevölkerung in der Schule erlernt. Die größten Unterschiede bestehen zwischen dem Kreol von Santiago und Santo Antão, die bis zur Unverständlichkeit gehen. Es bestehen jedoch große Ähnlichkeiten zwischen dem Kreol von Santiago und Guinea-Bissau. Seitens der Regierung bestehen Bestrebungen, das Krioulo zur offiziellen Amtssprache zu machen. Als offiziell anerkannte Schreibweise hat man sich auf die Regelungen von ALUPEC geeinigt (siehe Artikel zu ALUPEC in der englischen Wikipedia).

  • Weiterführende Literatur: Esquisse d'une dialectologie portugaise (J. Leite de Vasconcellos: Paris 1901 – 1. Auflage, Lisbonne 1987 – 3. Auflage)
  • Bibelübersetzung: Sergio Frusoni übersetzte 1979 Bartolomeo Rossettis Version des Neuen Testamentes: Er vangelo seconno noantri ins kapverdische Kreol von São Vicente: Vangêle contód d'nôs móda

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Kap Verde

Die unbewohnten Inseln wurden 1445 von António Fernandes umrundet und 1456 von dem in portugiesischen Diensten fahrenden Venezianer Alvise Cadamosto entdeckt und erstmals betreten (Boa Vista). Antonio da Noli, ein ebenfalls im Auftrag des portugiesischen Prinzen Heinrich des Seefahrers fahrender genuesischer Kapitän, setzte ab 1458, im Zusammenwirken mit Diogo Gomes, die Erkundung der Inseln fort, entdeckte den größten Teil der übrigen östlichen Kapverden, taufte den Archipel auf den Namen Ilhas de Cabo Verde und begann ab 1461 als Gouverneur der portugiesischen Krone mit der Besiedlung der Inseln. Tatsächlich behauptete Diogo Gomes später, als erster der beiden die Insel Santiago von weitem gesichtet und auch als erster betreten zu haben. Antonio da Noli gelang es jedoch früher die Rückreise nach Portugal anzutreten und wurde daraufhin verständlicherweise von Heinrich dem Seefahrer auch mit dem Zuspruch der Entdeckung belohnt, die nach den Worten von Diogo Gomes "ich, Gomes, entdeckt habe". Aufgrund der Rivalität der beiden gilt deshalb Diogo Gomes in der portugiesischen Geschichtsschreibung als der wahre Entdecker der Hauptinsel Santiago.[5]

Die Inseln wurden von den Portugiesen nach dem Cabo Verde (Grünes Kap) an der Westküste Afrikas benannt. Der Name gibt die Entdeckungsgeschichte und die spätmittelalterliche Technik der Navigation wieder. Auch folgten, bis zur sicheren Bestimmung der geographischen Länge im 18. Jahrhundert, die Navigatoren der westafrikanischen Küste bis zum Kap, um die Inselgruppe in der Weite des Atlantiks nicht zu verfehlen. Schon Christoph Kolumbus, der 1498 auf seiner dritten Reise nach Amerika die Kapverden streifte, merkte an, dass die Bezeichnung wenig zum zumeist wüstenhaft trockenen Charakter der Inselgruppe passe.

Die Besiedlung der Inselgruppe begann mit einer kleinen portugiesischen Militärstation 1461 auf der Hauptinsel Santiago sowie auf der Insel Fogo.

1532 errichtete man ein eigenständiges Bistum. Mit der Entsendung eines Generalgouverneurs erhielt die Insel einen offiziellen Status als portugiesische Kolonie.

Wirtschaftshistorisch spielte Kap Verde ab 1461 eine Rolle als portugiesische Militärstation und Vorposten für weitere Entdeckungsfahrten sowie zur Gewinnung von rosella tinctoria, einer Färberflechte.

Von 1500 bis etwa 1620 spielte die Insel Santiago eine bedeutende Rolle im transatlantischen Sklavenhandel als Umschlags- und Versorgungsstation.

Im Anschluss belebte lediglich der Salzhandel unter englischer Kontrolle, der bis 1850 den großen natürlichen Hafen von Mindelo auf São Vicente aufblühen ließ, die ansonsten dahinsiechende Wirtschaft. Englische Kohlehandelsgesellschaften machten aus ihm den viertgrößten Kohlehafen zur Versorgung der rasant wachsenden Dampfschifffahrt. Als der Kohlehandel ab den 1880ern nachließ, ersetzten neun auf São Vicente zusammenlaufende transatlantische Unterseekabel einen Teil der Bedeutung der Inselgruppe.

Während des Estado Novo unter António de Oliveira Salazar erlangte Kap Verde eine traurige Berühmtheit durch das Konzentrationslager Tarrafal (Campo do Tarrafal) auf der Insel Santiago. Auch innerhalb Portugals prägten linke Intellektuelle aus der damaligen portugiesischen Überseeprovinz der Kapverden, allen voran Amílcar Cabral und dessen Halbbruder Luís Cabral, die gemeinsame Bewegung gegen das autoritäre Regime des sogenannten Estado Novo und dessen Kolonialkrieg mit. Am 25. April 1974 brachte die Nelkenrevolution die Diktatur unter Staatspräsident Marcelo Caetano schließlich zu Fall.

Wie in allen portugiesischen Überseegebieten wurde unter dem Vorsitz eines Hohen Kommissars der neuen, linksgerichteten portugiesischen Militärregierung (Revolutionsrat) die Bildung einer gemischten Übergangsverwaltung vereinbart, die freie Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung und die Entlassung der Kapverden in die Unabhängigkeit vorbereiten sollte.

Die Partido Africano para a Independência da Guiné e do Cabo Verde, (PAIGC, portugiesisch für „Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde“) hatte sich im Widerstand gegen die Diktatur einen hohen Vertrauensvorschuss erworben und dominierte diese Wahlen überlegen. Sie errang alle Sitze in der verfassunggebenden Versammlung und strebte nun, wie ihr Name schon sagt, die Vereinigung der Kapverden mit Guinea-Bissau an, der vormaligen portugiesischen Überseeprovinz Guinea auf dem afrikanischen Festland.

Am 5. Juli 1975 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen und die links-nationale Befreiungsbewegung PAIGC Partido Africano para a Independência da Guiné e Cabo Verde wurde zur alleinregierenden Partei. Erster Staatspräsident des gemeinsamen Staates wurde Aristides Pereira. Den Wahlsieg nutzte die marxistisch geprägte PAIGC umgehend zum Ausbau ihrer Machtpositionen und zur Errichtung einer neuerlichen, nunmehr eben linksgerichteten Einparteien-Diktatur. Eine der ersten Maßnahmen waren die Gründung einer marxistischen Einheitsgewerkschaft, dem sofort das Verbot aller freien und unabhängigen Gewerkschaften folgte.

In den Jahren der marxistischen Diktatur wuchsen allerdings auch die Widersprüche und Spannungen innerhalb der regierenden Bewegung des PAIGC, der in seinen Leitungsgremien sehr stark durch Persönlichkeiten geprägt war, die von den Kapverdischen Inseln stammen. Dagegen regte sich im Lauf der Jahre ein immer stärker werdender Widerstand der Funktionäre vom afrikanischen Festland Guinea Bissau. Die unüberwindbaren Gegensätze zwischen den kreolischen Mulatten von den Kapverdischen Inseln und den überwiegend schwarzafrikanischen Parteiführern des Festlandes (Guinea Bissau), führten schließlich im Jahre 1981 zu einem Putsch in der Regierungshauptstadt Bissau, der vor allem das Ziel hatte, die Vorherrschaft der kapverdischen Leitungskader innerhalb der Partei zu beenden und überdies auch deutlich von rassistischen Ressentiments gegen die kreolischen Mischlinge angetrieben wurde.

Während des blutig verlaufenen Putsches wurde der vom Festland stammende Nino Vieira von seinen Anhängern zum Präsidenten ausgerufen. In der Folge lösten sich sowohl die gemeinsame Partei als auch der gemeinsame Staat auf. Während die marxistische Bewegung in Guinea-Bissau ihren Namen beibehielt, benannte sie sich auf den Kapverden in PAICV Partido Africano da Independência de Cabo Verde um.

Bei den gelenkten Scheinwahlen des Jahres 1985 erhielt die PAICV zwar die üblichen 94,5 % aller Stimmen; jedoch wurden immer mehr Stimmen laut, die eine Demokratisierung der Kapverdischen Republik forderten.

Der Einparteienstaat fand sein Ende durch eine Verfassungsänderung im Jahre 1990, durch die ein Mehrparteiensystem eingeführt wurde. Im gleichen Jahr gründete die Opposition die Bewegung für Demokratie (Movimento para a democracia/MpD). Diese wurde in den ersten demokratischen freien Wahlen 1991 stärkste Kraft mit überwältigender absoluter Mehrheit (78 %). António M. Monteiro wurde zum Präsidenten der „zweiten Republik“ und verfolgte im darauf folgenden Jahrzehnt eine neoliberale, marktwirtschaftsorientierte Politik und die Dezentralisierung in Landkreise. Verfassungsänderungen im Jahre 1993 stärkten die Position des Ministerpräsidenten und wiesen dem Präsidenten eine Rolle als Repräsentant und moralische Institution ähnlich einigen westeuropäischen Demokratien (z. B. Deutschland) zu.

Durch die Wahlen zur Nationalversammlung von 2001 kehrte die PAICV mit einem sozialdemokratischen Profil in die Regierung zurück. Zum neuen Präsidenten wurde Pedro de Verona Rodrigues Pires (* 29. April 1934) im Februar 2001 gewählt.

Bei den Parlamentswahlen im Januar 2006 konnte die PAICV ihren Vorsprung zu einer soliden absoluten Mehrheit (41 von 72 Sitzen) ausbauen und bei den Präsidentenwahlen im Februar 2006 wurde Pedro Pires in direkter Wahl im Amt bestätigt.

Politik

Kap Verde ist eine pluralistische parlamentarische Republik.

Seit 2001 besitzt die PAICV die Mehrheit in der Nationalversammlung und stellt den Präsidenten Pedro Pires.

Wahlen 2011

Bei den Parlamentswahlen am 6. Februar 2011 gewann Premierminister José Maria Neves von der PAICV zum dritten Mal in Folge mit etwas über 50 % der insgesamt abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit im Parlament.[6]

Parteien

Aktuelle politische Parteien in Kap Verde:

Partei Kürzel Politische Richtung Gründung
Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit Kap Verdes PAICV ehemals sozialistisch, heute sozialdemokratisch 1956 als PAIGC gegründet
Unabhängige und demokratische Union Kap Verdes UCID liberal, vorwiegend im Ausland aktiv 1974
Bewegung für die Demokratie MPD bürgerlich demokratisch 1990
Partei der sozialistischen Demokraten PSD sozialistisch 1992
Partei für demokratische Konvergenz PCD bürgerlich demokratisch – Abspaltung der MPD 1994

Verwaltungsgliederung

Verwaltungstechnisch sind die Kapverden in 17 Distrikte (concelhos, Singular: concelho) unterteilt: Boa Vista, Brava, Maio, Mosteiros, Paul, Praia, Porto Novo, Ribeira Grande, Sal, Santa Catarina, Santa Cruz, São Domingos, São Filipe, São Miguel, São Nicolau, São Vicente, Tarrafal.

Weitere fünf Distrikte wurden 2005 durch Teilung bisheriger Distrikte geschaffen: Ribeira Grande de Santiago (Abspaltung vom Distrikt Praia), São Lourenço dos Órgãos (Abspaltung vom Distrikt Santa Cruz), São Salvador do Mundo (Abspaltung vom Distrikt Santa Catarina), Santa Catarina do Fogo (Abspaltung vom Distrikt São Filipe) und Tarrafal de São Nicolau (Abspaltung vom Distrikt São Nicolau)

Militär

Hauptartikel: Streitkräfte Kap Verdes

Wirtschaft

Allgemein

Kap Verde verfügt über keine nennenswerten mineralischen Ressourcen und leidet unter dem extrem trockenen Sahel-Klima. Nur auf vier Inseln gibt es, wenn der jährliche Regen nicht ausbleibt, etwas Wasser für Bewässerungslandwirtschaft. Der Trockenfeldbau ist seit 1968 weitestgehend ausgefallen, und die landwirtschaftliche Produktion reicht nicht zur Eigenversorgung, so dass über 90 Prozent der Nahrungsmittel importiert werden müssen.[7]

Windsurfen bei São Pedro auf São Vicente

Auch der Fischreichtum ist beschränkt und kann mit der einfachen handwerklichen Technologie einheimischer Fischer nicht genügend ausgeschöpft werden, weswegen ausländischen Flotten der größte Teil des Fangs überlassen werden muss. Exportiert werden Fisch, Langusten, Bananen, Textilien und einige Halbfertigwaren (Schuhe, Lederwaren). Der Tourismus entwickelt sich langsam und trägt etwa zehn Prozent zum Bruttosozialprodukt bei, wobei die Insel Sal am stärksten besucht ist und über die Hälfte der Gesamt-Bettenbelegungen mit Strandtouristen erreicht. Segler und Windsurfer nutzen gerne die günstig im Passat gelegenen Inseln. Die guten Möglichkeiten für Bergtourismus und historisch-kulturellen Tourismus, für eine ausgeglichene Entwicklung wesentlich förderlicher, werden sehr viel langsamer erschlossen.[8] Der Nah- und Fernverkehr wird hauptsächlich von Bussen und den Sammeltaxen ähnlichen Aluguer bestritten.

Der Kapverdische Escudo (CVE) wurde 1998 an den portugiesischen Escudo und 1999 an den Euro gekoppelt. Seit ihrer Gründung verfolgt die Nationalbank Kap Verdes eine kompromisslose Politik der Geldwertstabilität, um Emigranten zur Anlage ihres Sparvermögens in Kap Verde zu motivieren.

Der Staat finanziert sich hauptsächlich aus Einfuhrzöllen und indirekten Steuern. 2004 wurde eine Mehrwertsteuer von 15 % eingeführt. Die Regierung versucht, durch die Förderung ausländischer Direktinvestitionen die Grundlage für eine erfolgreichere Entwicklungspolitik zu legen.[9]

Im Jahre 2008 wurde Kap Verde als zweites afrikanisches Land (nach Botsuana) von einem wenig entwickelten Land zu einem Land mit mittleren Einkommen heraufgestuft.[10] Dem entspricht, dass es auch beim Human Development Index nicht mehr in der untersten Kategorie erscheint.[11]

Etwa zwei Drittel der kapverdischen Familien erhalten Zuwendungen von Familienangehörigen in der Emigration; Geldsendungen nach Kap Verde tragen zu gut 20 % zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Um die Abhängigkeit vom teuren Öl zu mindern, wurde Ende Juli 2010 der Bau von vier Windparks auf den Inseln Santiago, São Vicente, Sal und Boa Vista mit einer Leistung von insgesamt 28 MW beschlossen.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 681 Millionen US-Dollar. Dem standen Einnahmen von umgerechnet 521 Millionen US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 10,2 % des BIP.[12]
Die Staatsverschuldung betrug 2005 ca. 0,9 Milliarden US-Dollar oder ca. 90 % des BIP.[13]

Der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche betrug:

Kultur

Die Kultur der Kapverden ist afrikanischen und europäischen Ursprungs. Es gibt verschiedene kapverdische Musikrichtungen, von denen Morna die bekannteste ist. Cesária Évora ist die wohl berühmteste kapverdische Sängerin. Auch die in Kuba von kapverdischen Eltern geborene Mayra Andrade (* 1985) erlangte internationale Bekanntheit. Mindelo wird von vielen als die Kulturhauptstadt der Kapverden betrachtet.

Bildung

Grundschulbildung ist für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren verpflichtend und für 6- bis 12-Jährige kostenlos. Für 90 % der Schulkinder sind Schulbücher vorhanden. 83 % der Lehrer haben eine Lehrerausbildung absolviert. Viele Schüler und manche Lehrer sprechen zu Hause Kreol und beherrschen die portugiesische Sprache nicht perfekt. Die Ausgaben für Schulmaterialien, Bücher und Mahlzeiten sind nicht hinreichend; für einige Stufen gibt es eine hohe Wiederholerquote.[15] Zu den Grundschulen kommen in Praia, Mindelo u. a. Sekundarschulen, die bis zur Hochschulreife führen. Vor wenigen Jahren wurde unter Eingliederung einiger Fachhochschulen die Universidade de Cabo Verde gegründet, die sich zügig entwickelt.[16] Daneben gibt es die private Universidade Jean Piaget, eine Filiale des Instituto Jean Piaget in Portugal.[17]

Religion

Kapverdianer sind in der Mehrheit römisch-katholischen Glaubens (mehr als 90 %). Andere christliche Konfessionen sind auch in Kap Verde vorhanden, vor allem in der protestantischen Kirche des Nazareners, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Zeugen Jehovas, Pfingstkirchen und andere Adventisten. Es gibt kleine Minderheiten von Muslimen und Bahai. Die Universale Kirche des Reiches Gottes hat auch Anhänger in Kap Verde. Die Religionsfreiheit ist durch die Verfassung garantiert und auch von der Regierung respektiert. Es gibt gute Beziehungen zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen.

Literatur

Die Literatur von Kap Verde ist eine der reichsten Afrikas.

  • Poeten: Sérgio Frusoni, Eugénio Tavares, B.Léza, João Cleofas Martins, Ovídio Martins, Jorge Barbosa, Corsino António Fortes, Baltasar Lopes da Silva (Oswaldo Alcântara), João Vário, Oswaldo Osório, Arménio Vieira, Vadinho Velhinho, José Luís Tavares
  • Schriftsteller: Manuel Lopes – Movimento Claridade, Luís Romano de Madeira Melo, Germano Almeida, Orlanda Amarílis, Jorge Vera Cruz Barbosa, Pedro Cardoso, Mário José Domingues, Daniel Filipe, Mário Alberto Fonseca de Almeida, Corsino António Fortes, Arnaldo Carlos de Vasconcelos França, António Aurélio Gonçalves, Aguinaldo Brito Fonseca, Ovídio de Sousa Martins, Osvaldo Osório, Dulce Almada Duarte, Manuel Veiga, Fatima Bettencourt, Maria Helena Spencer, Adelaide Maria das Neuvers, Maria Margarieda Mascarenhas,Haydeia Avelino Pires, Dina Salustio, Maria Isabel Barreno, Leopoldina Barrento, Odina Ferreina

2009 erhält der kapverdische Dichter Arménio Vieira den Prémio Camões, die bedeutendste literarische Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt.

Die bekanntesten Fabelwesen sind 'Ti Lobo' und 'Chibim' (Onkel Wolf und Onkel Zieglein), 'Ti Lobo'und 'Ti Pedro', Ti Ganga, Capotona.

Malerei

Musik

Batukugruppe „Batukaderas Delta Cultura“ bei einem Auftritt auf Santiago (Kap Verde)
  • Komponisten: Manuel de Novas, Vasco Martins, Jorge Fernandes Monteiro (Jotamont), Francisco Xavier da Cruz (B.Leza), Epifânia Évora (Tututa Évora), Nha Ana Procópio(Orale Musiktraditionen), Nha Nasia Gomi (Orale Musiktraditionen)
  • Interpreten: Cesária Évora, Maria Alice, Kim Alves, Mayra Andrade, Terezinha Araújo, Adriano Gonçalves (Bana), Maria de Barros, Rufino Almeida (Bau), Bius, Teofilo Chantre, Gracindo Évora (Grace Évora), Francelina Almeida (Fantcha), Hermina, Ildo Lobo, Mario Lucio, Maria de Lurdes (Lura), Gérard Mendes (Boy Gé Mendes), Luís Morais, Orlando Monteiro Barreto (Orlando Pantera), Aristides Paris (Tito Paris), Celina Pereira, Mariana Ramos, Gil Semedo, Daniel Silva, Sara Tavares, Manuel Lopes Andrade (Tcheka), Nancy Vieira, Paulino Vieira, José Carlos Brito (Voghina).
  • Bands: Bulimundo, Cordas do Sol, Feiro Gaita, Finaçon, Livity, Simentera, Splash, Os Tubarões.

Medien

Fernsehsender:

Radiostationen:

Zeitschriften:

  • A Semana (Praia, 1991–)[18], Expresso das Ilhas, Journal O Cidadão (São Vicente), Jornal Horizonte (Praia, 1988–), Terra Nova (S. Vicente, 1975–), Artiletra (S. Vicente, 1991–), A Nação (Praia, 2007-), Jornal Já - semanário gratuita (Praia, 2010-)

Weblinks

 Commons: Kap Verde – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Kap Verde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Kap Verde – geographische und historische Karten

Einzelnachweise

  1. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. Unterste PDF-Datei bei http://www.afro.who.int/index.php?option=com_content&view=article&id=1021&Itemid=2054
  3. Unterste PDF-Datei bei http://www.afro.who.int/index.php?option=com_content&view=article&id=1021&Itemid=2054
  4. Unterste PDF-Datei bei http://www.afro.who.int/index.php?option=com_content&view=article&id=1021&Itemid=2054
  5. Blog "O descobrimento de Cabo Verde (Die Entdeckung von Kap Verde) 22. Mai 2009 (portugiesisch)
  6. Atlantico Weekly 7. Februar 2011 (englisch)
  7. Carlos Ferreira Couto, Incerteza, adaptabilidade e inovação na sociedade rural de Santiago de Cabo Verde, Lissabon: Fundação Calouste Gulbenkian, 2010.
  8. Siehe Brígida Rocha Brito. Turismo em Meio Insular Africano: Potencialidades, constrangimentos e impactos, Lissabon: Gerpress, 2010
  9. Víctor Reis, Desenvolvimento em Cabo Verde: as opções estratégicas e o investimento directo estrangeiro, MIMO, Lissabon, 2011
  10. [1], derStandard.at.
  11. Siehe http://www.undp.org/publications/hdr2010/en/HDR_2010_EN_Table1.pdf.
  12. a b c The World Factbook
  13. External and Public Debt Sustainability Analysis
  14. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  15. Cape Verde. U.S. Department of Labor, Bureau of International Labor Affairs, 2001, abgerufen am 25. Januar 2010.
  16. Siehe http://www.unicv.edu.cv
  17. Siehe http://www.unipiaget.cv
  18. Offizielle Webseite A Semana 25. Februar 2011 (portugiesisch)

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