Andijew

Soslan Petrowitsch Andijew (russisch Сослан Петрович Андиев; * 21. April 1952 in Wladikawkas, Nord-Ossetien) ist ein ehemaliger sowjetischer Ringer ossetischer Abstammung.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Soslan Andijew stammt aus einer nord-ossetischen Familie, in der das Ringen seit mehreren Generationen zuhause war. Vater Pjotr Achmetowitsch und die Brüder Gennadi und Sergei waren ebenfalls Ringer. Da ist nicht verwunderlich, das auch Soslan mit dem Ringen schon in früher Jugend begann. Seine ersten Trainer und Trainingspartner waren seine Brüder. Später, als er schon erste Erfolge hatte, kam noch A. Dsgojew, ein früherer Weltklasseringer, hinzu. Mit 20 Jahren war Soslan schon 1,98 m groß und wog ca. 110 kg. Nachdem er 1969 Spartakiadesieger geworden war, wurde er in den folgenden Jahren für die UdSSR bei den Junioren-Welt- und Europameisterschaften eingesetzt und gewann 1969 die Junioren-Weltmeisterschaft und 1970 und 1971 die Junioren-Europameisterschaft, jeweils im freien Stil, dem Stil in dem er ausschließlich rang. Als nach den Olympischen Spielen 1972 der berühmte Alexander Medwed zurückgetreten war, trat Soslan Andijew ab 1973 die Nachfolge dieses großen Sportlers an und häufte bis 1982 Erfolg an Erfolg. Er gewann zwei olympische Goldmedaillen, vier Weltmeister- und drei Europameistertitel. Öfters traf er auch auf deutsche Ringer. Roland Gehrke aus der DDR und Heinz Eichelbaum aus der BRD hatten aber gegen ihn keine Chance. 1973, also zu Beginn seiner internationalen Laufbahn, besiegte er in Länderkämpfen um den Mannschafts-Weltpokal gegen die USA Chris Taylor und Michael Mc Cready, die amerikanischen Vertreter, auf Schultern.

Soslan Andijew ist Diplomökonom. Während seiner Zeit als aktiver Ringer gehörte er dem SC „Dynamo“ Ordshonikidse (Wladikawkas) an und war, wie in der UdSSR üblich, praktisch Ringerprofi.

Internationale Erfolge

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = Freistil, SS = Superschwergewicht, damals über 100 kg Körpergewicht)

  • 1973, 1. Platz, „Dynamo“-Spartakiade in Berlin (Ost), F, SS, vor Wassiliew, Bulgarien und Werner, DDR;
  • 1974, 2. Platz, WM in Istanbul, F, SS, mit Siegen über Daud Ayoob, Iran, Yildirim, Bradley, einem Unentschieden gegen Boew und einer Niederlage gegen Simon;
  • 1975, 1. Platz, EM in Ludwigshafen, F, SS, mit Siegen über Roland Gehrke, DDR, József Balla, Ungarn, Simon und trotz einer Niederlage gegen Marin Gertschew, Bulgarien;
  • 1975, 1. Platz, WM in Minsk, F, SS, mit Siegen über Simon, Balla, Boew, Gehrke, Eichelbaum und Michael Mc Cready, USA;
  • 1976, 1. Platz, World-Cup in Toledo/USA, vor Mc Cready, Ayoob und Robert Gibbons, Kanada;
  • 1976, Goldmedaille, OS in Montreal, F, SS, mit Siegen über Balla, Jimmy Jackson, USA, Harry Geris, Kanada, Nikola Dinew, Bulgarien, Gehrke und Simon;
  • 1977, 1. Platz, Aryamehr-Cup in Teheran, F, SS, vor Ladislao Simon, Rumänien und Vanlitt, USA;
  • 1977, 1. Platz, WM in Lausanne, F, SS, mit Siegen über Danagsuren Khadbatar, Mongolei, John Bowlsby, USA, Reza Soitesharai, Iran, Yildirim und Gertschew;
  • 1978, 2. Platz, World-Cup in Toledo/USA, F, SS, hinter Jimmy Jackson und vor Lazaro Morales, Kuba und Yasunori Ominato, Japan;
  • 1980, 2. Platz, World-Cup in Toledo/USA, F, SS, hinter Jimmi Jackson und vor Mamadou Sakhoo, Senegal und Shinichi Matsura, Japan;
  • 1980, Goldmedaille, OS in Moskau, F, SS, mit Siegen über Gehrke, Gondi Bakhyt, Mongolei, Balla, Mamadou Sakho und Sandurski;
  • 1981, 1. Platz, World-Cup in Toledo/USA, vor Jimmy Jackson, Bakhyt und Ali Gharba, Afrika;
  • 1982, 1. Platz, EM in Warna, F, SS, vor János Rovnay, Ungarn, Sandurski, Janku, Rumänien, Iwanow, Bulgarien und Stucki, Schweiz

Sowjetrussische Meisterschaften

Soslan Andijew gewann die sowjetrussischen Meisterschaften 1973, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978 und 1980, jeweils im freien Stil, Superschwergewicht

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