Andranik Toros Ozanian
Ozanian um 1900
Grab in Paris

General Andranik Toros Ozanian, Torosi Ozanyan oder Zoravar Andranik, (armenisch Անդրանիկ Թորոս Օզանյան bzw. Զորավար Անդրանիկ; * 25. Februar 1865 in Şebinkarahisar, Osmanisches Reich; † 31. August 1927 in Chico) war ein armenischer General und Freiheitskämpfer, der von Armeniern als Nationalheld verehrt wird.

Ozanian wurde in Şebinkarahisar (heute Provinz Giresun) geboren. Nachdem er schon in früher Jugend seine gesamte Familie durch türkische Pogrome verlor, schloss er sich im Alter von 14 Jahren der armenischen Unabhängigkeitsbewegung im Osmanischen Reich an. Nach seiner Verhaftung und kurzer Gefangenschaft verbrachte er einige Zeit in Istanbul, wo er erneut Kontakt zu armenischen Nationalisten aufnahm. Im georgischen Batumi stieß er Anfang der 1890er Jahre zu armenischen Rebellenverbänden und nahm unter Rebellenführer Agbyur Serob an den siegreichen Schlachten von Taron und Sason teil.

1904 ging Ozanian über den Iran in die Schweiz. Am ersten Balkankrieg nahm er unter General Garegin Njdeh als Kommandant der armenische Kompanie des Makedonien-Adrianopel-Freiwilligen-Korps von 1912–1913 auf der Seite Bulgariens teil. Während des Ersten Weltkriegs schlug der mittlerweile zum General der armenischen Einheiten der russischen Armee ernannte Ozanian die Osmanen in zwanzig Schlachten unter anderem bei Dilman, Zevan und Bitlis und geriet durch seinen Mut (er leitete seine Angriffe trotz des ihn schon seit früher Jugend plagenden Gichtleidens stets selbst) und sein taktisches Können zu großem Ruhm. 1915 nahm er gegen eine militärische Übermacht die Stadt Van ein und ermöglichte so der von türkischen Truppen eingeschlossenen armenischen Bevölkerung die Flucht ins von Russland kontrollierte armenische Hochland (siehe auch: Armenischer Genozid). Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs schlug Ozanian den türkischen Angriff auf die neu gegründete Demokratische Republik Armenien vor Jerewan zurück.

1919 verließ er, weder Willens sich an den politischen Machtkämpfen in der jungen Republik zu beteiligen noch die seinen Ansichten widersprechende Politik mitzutragen, Armenien zum letzten Mal und ging ins Exil nach Fresno (USA). Hier verstarb Andranik Toros Ozanian, der bei seiner Ankunft in den Staaten von armenischen Emigranten begeistert empfangen worden war, 1927 als lebende Legende.

Sein Leichnam wurde 1928 auf den Pariser Friedhof Père Lachaise und 2000 in einem großen Staatsakt nach Jerewan überführt. Denkmäler in Armenien und Frankreich erinnern heute an den Nationalhelden Armeniens, auch eine Station der 1981 eröffneten U-Bahn der armenischen Hauptstadt Jerewan wurde ihm zu Ehren „Zoravor Andranik“ benannt.

Literatur

  • Antranig Chalabian: General Andranik and the Armenian Revolutionary Movement. Michigan, 1988, ISBN 0-9622741-1-9
  • Zôravar Andranik kẹ xôsi (Զօրավար Անդրանիկ կը խօսի) [In armen.] Los Angeles, 1974
  • Catowr Aġayan: Andranik : darašrǰan, depk'er, demk'er [In armen.] Erevan, 1994
  • Vardgês Aharonean: Andranik : mardẹ ew ṙazmikẹ (Անդրանիկ : մարդը եւ ռազմիկը) [In armen.] Boston, 1957; Nachdruck Teheran, 1982
  • Ṙowben Simonyan: Andranik : Sibirakan vašti odisakanẹ [In armen.] Erevan, 2006
  • Hrač'ik Simonyan: Andraniki žamanakẹ. 2 Bände [In armen.] Erevan, 1996
  • Andranik Č'elepyan: Zoravar Andranik ev hay heġap'oxakan šaržowmẹ [In armen.] Erevan, 1990

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