Andre Brasseur

André Brasseur (* 11. Dezember 1939 in Ham-sur-Sambre, Belgien) ist ein belgischer Keyboarder. Er gehört neben Franz Lambert und Klaus Wunderlich zu den bekanntesten europäischen Vertretern des Partyorgel-Sounds in den 1960er und 1970er Jahren.

Biografie

Schon mit 6 Jahren fasste André Brasseur den Entschluss, Musiker zu werden. An der Musikakademie von Tamines genoss er eine klassische Ausbildung am Violoncello. 1959 gewann er sogar den 1. Preis der Musikakademie für sein Cellospiel. Anfang der 1960er Jahre wechselte er zum Piano, gründete mit zwei Kollegen ein Jazz-Trio und trat auf mehreren Jazzfestivals auf.

1962 wurde er zum Militärdienst einberufen. Hier lernte er sein Hauptinstrument kennen – die Hammond-Orgel. Mit seiner bis zu siebenköpfigen Militärband spielte er bekannte Standards wie „On The Sunny Side Of The Street“ aber auch schon die ersten Eigenkompositionen. Höhepunkte waren die jährlichen Teilnahmen beim Jazz-Festival in Comblain-la-Tour, wo er unter anderem die Gelegenheit bekam, mit Benny Goodman zu musizieren. In der Folgezeit schrieb er für eine belgische Fernsehsendung den Titel „Special 230“, der sehr bekannte wurde.

1965 gelang ihm der große Durchbruch. Sein Instrumentalstück „Early Bird“ (Spitzname des ersten kommerziellen Nachrichtensatelliten Intelsat I) stieg auf Platz Eins der belgischen Hitparade. Insgesamt blieb der Titel vier Monate in den Charts und verkaufte sich weltweit zehn Millionen mal. Auch in anderen Ländern wie Holland, Deutschland und sogar in den USA war das Stück ein Riesenerfolg.

Einen weiteren Chartserfolg konnte er mit l'Atlantide/Studio 17 verbuchen. Das Lied war Platz 16 in Belgien und blieb einen Monat in der Hitparade. Andere bekannte Titel, die man auch im deutschen Hörfunk häufig hören konnte, waren Speedy N° 1 (vor allem bei hr3 in der populären Radiosendung „Hitparade International“), Racing Time, The Kid, Holiday und Whistling Boogie. Radio Luxemburg verwendete in den 1970er Jahren einen Ausschnitt des Titels "Special 230" als Jingle vor den Verkehrsfunkdurchsagen, der Bayerische Rundfunk den Titel "Quello" als Titelmelodie der wöchentlichen Hitparadensendung "Die Schlager der Woche".

In den 1970er Jahren war er Mitglied bei „Blues Workshop“, der Band des bekannten belgischen Bluesgitarristen Roland Van Campenhout, dessen Tourneen ihn bis in den Fernen Osten führten. 1990 und 1992 spielte er bei den Vaya Con Dios-Alben „Nights Owls“ and „Time Flies“ die Keyboards. Heute tritt André Brasseur unter dem Namen „Brasseur und Combo“ auf.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • André Brasseur — André Brasseur, (born 1939) is a Belgian keyboard player and organist. Brasseur has released many albums and singles in his own country,but internationally is best known for his double A sided single The Kid / Holiday ,which was released on the… …   Wikipedia

  • André Brasseur — Chartplatzierungen Erklärung der Daten Singles [1] Early Bird   DE …   Deutsch Wikipedia

  • Brasseur — may refer to:A family of French actors: * Pierre Brasseur (1905 – 1972), a French actor * Claude Brasseur (born 1936), a French actor * Alexandre Brasseur (born 1971), a French actorA family of Luxembourgian politicians: * Dominique Brasseur… …   Wikipedia

  • Brasseur — ist der Familienname folgender Personen: André Brasseur (* 1939), belgischer Keyboarder Anne Brasseur (* 1950), luxemburgische Politikerin (DP) Charles Étienne Brasseur de Bourbourg (1814–1874), französischer Historiker, Ethnologe und Archäologe… …   Deutsch Wikipedia

  • Brasseur — Cette page d’homonymie répertorie les différents sujets et articles partageant un même nom. Sur les autres projets Wikimedia : « Brasseur », sur le Wiktionnaire (dictionnaire universel) Nom commun Brasseur est un mot désignant un… …   Wikipédia en Français

  • Andre Dussollier — André Dussollier André Dussollier André Dussollier à Saint Malo en avril 2007. Naissance 17 février 1946 …   Wikipédia en Français

  • André Dussolier — André Dussollier André Dussollier André Dussollier à Saint Malo en avril 2007. Naissance 17 février 1946 …   Wikipédia en Français

  • André Dussollier — au festival de Cannes 2010. Données clés Naissance …   Wikipédia en Français

  • André Schlesser — Surnom Le duo Marc et André, son surnom Dadé Nom André Schlesser Naissance 1914 à Paris Décès 1985 à 71 ans à Saint Paul de Vence, (Alpes Maritimes) Activité principale Chanteur cabaretiste …   Wikipédia en Français

  • Andre Barsacq — André Barsacq Pour les articles homonymes, voir Barsacq. André Barsacq Naissance 5 février 1909 Théodosie Décès 3 février 1973 …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”