Andrea Berg
Andrea Berg, 2010 live in Magdeburg

Andrea Berg, eigentlich Andrea Zellen[1][2] (* 28. Januar 1966 in Krefeld) ist eine deutsche Schlagersängerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bereits als Kind versuchte sie sich bei festlichen und karnevalistischen Anlässen in kleinen Sketchen. Danach musizierte sie in einer Band, arbeitete aber auch „backstage“ beim Bühnenaufbau mit und fuhr den Band-LKW. Hauptberuflich arbeitete sie als Krankenschwester auf der onkologischen Station eines Krankenhauses. [3]

Musikalische Karriere

Andrea Bergs musikalische Karriere begann 1992, als dem Produzenten Eugen Römer eine Musikkassette zugespielt wurde. Er war begeistert von Andreas Stimme, und nach einer Woche wurden die ersten Titel für ihr Debüt-Album Du bist frei aufgenommen, welche die Singles Kilimandscharo und Schau mir noch mal ins Gesicht enthielten. Römer produzierte auch ihr zweites Album Gefühle, das den kommerziellen Durchbruch brachte. Die Singleauskopplungen Wenn du mich willst, dann küss mich doch und Einmal nur mit dir alleine sein wurden Hits. Von diesem Album stammt auch einer ihrer größten Erfolge, Die Gefühle haben Schweigepflicht.

1997 veröffentlichte sie ihr drittes Album, Träume lügen nicht, welches bis auf Platz 71 der Media-Control-Charts für Alben stieg. Die erste Singleauskopplung Warum nur träumen platzierte sich bei einigen Radiosendern auf Platz 1 und hielt sich bis zu 15 Wochen in den Hörer-Hitparaden.

Im Sommer 1998 erschien nach der Geburt ihrer Tochter das Album Zwischen tausend Gefühlen mit zwölf Liedern. Als Singles wurden daraus veröffentlicht Diese Nacht soll nie enden, Insel der Nacht und Jenseits der Zärtlichkeit (1999).

Das nächste Album kam im Jahre 1999 Weil ich verliebt bin mit der Single Vielleicht ein Traum zu viel. Diese stand im November 1999 in der „ZDF-Hitparade“ auf Platz drei. In Hits des Jahres im Januar 2000 platzierte sich Andrea Berg ebenfalls auf dem dritten Platz. In den deutschen TOP-20-Airplay-Charts stand Andrea Berg mehrere Wochen lang auf Platz 1.

Im Oktober 2001 veröffentlichte Andrea Berg das Album „Best of“ mit zwölf ihrer erfolgreichsten Lieder. Das Album erhielt dreizehnmal Gold und es ist bis heute (April 2011) 345 Wochen in den deutschen Top-100-Albumcharts vertreten (in Österreich sogar 453 Wochen (August 2011)) und damit das Album, welches am längsten in den deutschen (österreichischen) Albumcharts überhaupt vertreten ist. 2 Millionen Exemplare des Best Of-Albums wurden verkauft, weshalb es mit Triple-Gold und Doppelplatin ausgezeichnet wurde. Im August 2011 stieg das Album auf Platz 59 in die Schweizer Hitparaden ein und wurde direkt mit Gold ausgezeichnet.[4]

Zeitweise hatte sie vier ihrer Veröffentlichungen gleichzeitig in den Hitlisten. In den Jahren 2003, 2004, 2005, 2007, 2010 und 2011 gewann sie den deutschen Musikpreis ECHO in der Sparte „Deutschsprachiger Schlager“. Von 2002 bis einschließlich 2007 erhielt sie sechs Mal hintereinander die „Goldene Stimmgabel“, sowie 2004 und 2005 den Amadeus Austrian Music Award für das beste Schlageralbum. Die CD Nah am Feuer wurde mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Ihr 2006 erschienenes Album Splitternackt platzierte sich direkt auf Platz 1 der Media-Control-Album-Charts und hielt sich dort über mehrere Wochen. Ihr Hit Du hast mich tausendmal belogen war 2007 auf Platz 2 der GEMA-Top-Ten sämtlicher internationaler Lieder.

Ihr 2010 erschienenes Album Schwerelos, welches von Dieter Bohlen produziert wurde und das Ende ihrer 17 Jahre langen Zusammenarbeit mit Eugen Römer markiert, wurde nach nur 6 Tagen bereits mit Platin ausgezeichnet.[5]

Bühnenoutfits

Andrea Berg ist nicht nur für ihre Musik bekannt, sondern gleichfalls für ihre Bühnenoutfits. Sie bevorzugt knappe Miniröcke, Strapse und hochhackige Overknee-Stiefel. Berg sagte 2008 über sich selbst: „Als 42-jährige Frau muss man sich anstrengen, damit die Männer einem hinterhergucken.“ (laut Stern[6])

Privates

Von 2002 bis 2004 war Andrea Berg mit Schlagersänger Olaf Henning verheiratet. 2007 heiratete sie den Spielervermittler[7] und Hotelier Ulrich Ferber. Beide leben mit Bergs Tochter in Kleinaspach.

Diskografie

Hauptartikel: Andrea Berg/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[8] Anmerkungen
DE AT CH
1992 Du bist frei 49
(6 Wo.)
40
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1992
Verkäufe: + 500.000
1995 Gefühle 19
(11 Wo.)
65
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. September 1995
1997 Träume lügen nicht 71
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Juli 1997
Verkäufe: + 250.000
1998 Zwischen tausend Gefühlen 86
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. August 1998
1999 Weil ich verliebt bin Erstveröffentlichung: 18. Oktober 1999
2001 Wo liegt das Paradies 42
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. März 2001
Verkäufe: + 150.000
2002 Nah am Feuer 18
(28 Wo.)
26
(34 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. April 2002
Verkäufe: + 160.000
2003 Machtlos 1
(24 Wo.)
8
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2003
Verkäufe: + 310.000
2004 Du 1
(26 Wo.)
1
(27 Wo.)
33
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Juli 2004
Verkäufe: + 310.000
2006 Splitternackt 1
(43 Wo.)
1
(43 Wo.)
19
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. April 2006
Verkäufe: + 520.000
2008 Dezember Nacht 8
(7 Wo.)
9
(15 Wo.)
95
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. November 2008
Verkäufe: + 110.000
2009 Zwischen Himmel & Erde 1
(70 Wo.)
1
(38 Wo.)
9
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. April 2009
Verkäufe: + 520.000
2010 Schwerelos 1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
9
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2010
Verkäufe: 700.000[9]
2011 Abenteuer 1
(1 Wo.)
1
(… Wo.)
4
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. September 2011
Verkäufe: + 200.000[10]

Auszeichnungen

  • Echo
    • 2003: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 2004: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 2005: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 2007: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 2010: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 2011: für „Künstler/Künstlerin/Gruppe Deutschsprachiger Schlager“
  • Krone der Volksmusik
    • 2010: für „Erfolgreichste Sängerin des Jahrzehnts“
    • 2011: für „Erfolgreichste Solisten des Jahres“
  • 10fach-Platin-Millenniums-Schallplatte
    • 2010: für das Album „Best of“ (erfolgreichstes deutsches Album des Jahrzehnts)

Ehrungen

Am 3. November 2008 wurde Andrea Berg das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland für ihre langjährige Hospizarbeit verliehen. Die Verleihung durch Bundespräsident Horst Köhler fand auf Schloss Bellevue statt.[11]

Am 15. Juni 2009 wurde sie für ihr soziales Engagement mit dem Stadtsiegel der Stadt Krefeld ausgezeichnet.[12]

2010 wurde Andrea Berg mit dem Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V.[13] in der Kategorie Medien und Öffentlichkeitsarbeit für ihr vielfältiges Engagement in der Hospizarbeit in Krefeld ausgezeichnet.

Chartrekorde

Top 20 Deutscher Schlager

  • Künstlerin mit den meisten Nummer-eins-Alben (8)
  • Künstlerin mit dem erfolgreichsten Dauerbrenner auf Position #1 (Best of, 16 Monate)
  • Künstlerin mit den meisten Wochen auf Position 1 (35)

Top 100 Album-Charts

  • Künstlerin mit dem erfolgreichsten Dauerbrenner in den Charts (Best of, 345 Wochen)[14]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Funkenmariechen wird Superstar, Kölner Stadt-Anzeiger, 31. Januar 2008
  2. Biografie
  3. http://www.hna.de/nachrichten/kultur/kultur-lokal/privat-gummistiefeln-981845.html
  4. http://hitparade.ch/weekchart.asp?cat=a&year=2011&date=20110814
  5. http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/#topSearch
  6. Stern Nr. 14/2008 vom 27. März 2008, S. 187
  7. Liste der in Deutschland durch die FIFA zugelassenen Vermittler, abgefragt am 5. Juli 2010
  8. Chartquellen: DE AT CH
  9. http://www.amazon.de/Abenteuer-Deluxe-Andrea-Berg/dp/B005EQ5P1O/ref=sr_1_32?s=music&ie=UTF8&qid=1319296519&sr=1-32
  10. Verkäufe von Abenteuer Stand: 16. Oktober 2011
  11. Bild: Bundespräsident ehrt Schlagerkönigin Berg
  12. Krefeld aktuell: Andrea Berg mit dem Stadtsiegel ausgezeichnet
  13. Ehrenpreis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V.
  14. Dauerbrenner Top 100 Auswertung (ab Monat 07/1962). chartsurfer.de. Abgerufen am 5. November 2011.

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